Deshalb ist der Zweikampf im Fußball so wichtig!

Fußball ist ein sehr komplexes Spiel mit einfachen Regeln. Deswegen ist es sehr erstaunlich, dass diese Komplexität, die es zweifellos im Fußballspiel gibt, von Beobachtern und Trainer oftmals auf eine einzige Aktion herunter gebrochen werden kann. Beispielsweise ist bei Gegentoren oftmals davon die Rede, dass eine Mannschaft den entscheidenden Zweikampf verloren habe. Der entscheidende Zweikampf ist in dieser Betrachtungsweise selbstverständlich immer der Zweikampf, der unmittelbar vor dem Tor stattfindet. Meist sind es die Innenverteidiger, die das Pech haben den „entscheidenden Zweikampf“ zu verlieren. Doch ist diese Betrachtungsweise fair und sinnvoll?

Der Weg zum entscheidenden Zweikampf

Damit er überhaupt ein entscheidender Zweikampf unmittelbar vor dem Tor stattfinden kann, muss der Gegner erst einmal in diese Region vordringen. Das geschieht meist nur dann, wenn die verteidigende Mannschaft Fehler macht bzw. Zweikämpfe verliert. Dabei kann es sich durchaus auch um Zweikämpfe in vermeintlich relativ harmlosen Platz Regionen handeln. Wenn ein Mittelstürmer kurz hinter der Mittellinie den Ball verliert, wird das in der Regel nicht als entscheidender Zweikampf angesehen, wenn 30 Sekunden später ein Tor fällt. Ein Spieltheoretiker würde die Sache vielleicht ganz anders bewerten, da er jedes Ereignis in die Betrachtung einbeziehen würde.

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„Fehlerkette“ statt „entscheidender Fehler“

Kluge Trainer sprechen häufig von einer „Fehlerkette“ und nicht von „entscheidenden Fehlern“. Das wird der Sache besser gerecht, denn schließlich ist ein verlorener Zweikampf genau genommen gar kein Fehler, sondern ein völlig normales Ereignis. Kein Fußballer auf der Welt ist dazu in der Lage, jeden Zweikampf zu gewinnen. Selbst die besten Abwehrspieler verlieren im Durchschnitt etwa jeden dritten Zweikampf. Deswegen nützt es weder dem Spieler noch der Mannschaft noch dem Trainer, wenn der gesamte Fokus auf dem letzten verlorenen Zweikampf vor dem Gegentor liegt. Es gibt nämlich überhaupt keine Möglichkeit, derartige Einzelereignisse komplett zu vermeiden.

Dahingegen ist es durchaus möglich, Fehlerketten frühzeitig zu unterbrechen. Dazu ist es nämlich oftmals nur nötig, an einer Stelle richtig zu reagieren. Die Fehlerkette würde zum Beispiel auch dann unterbrochen werden, wenn der Innenverteidiger seinen Zweikampf gewinnt. Aber es wäre eben auch durchaus möglich, dass ein anderer Spieler im Team vorher die entscheidende Abwehraktion unternimmt, damit es gar nicht erst zu dieser haarigen Zweikampfsituation in Tornähe kommt. Als Trainer müssen Sie sich deswegen ganz genau fragen, wie Sie mit solchen Gegentoren umgehen. Wollen Sie wirklich durch die Rede vom „entscheidenden Zweikampf“ die ganze Schuld Ihren Innenverteidiger zuschieben?

In einem Mannschaftssport tragen Einzelspieler nie die ganze Verantwortung

Selbst wenn Ihr Innenverteidiger mehrmals durch verlorene Zweikämpfe in prekären Situationen aufgefallen ist, sollten Sie sich davor hüten, den Innenverteidiger alleine verantwortlich zu machen. Das nimmt nämlich auch die Verantwortung von den anderen Spielern, die ebenfalls einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet haben, dass es überhaupt zu diesen Situationen kommen konnte. Defensivarbeit ist eine Aufgabe der gesamten Mannschaft und wenn ein Innenverteidiger regelmäßig in Situation kommt, in denen ein verlorener Zweikampf zum Torerfolg führt, läuft in Ihrem Team von Grund auf etwas komplett falsch. Darum sollten Sie sich kümmern und nicht um die Schuldfrage.

Einzelereignisse nicht überbewerten

Ein Fußballtrainer sollte sich ein wenig mit Statistik auskennen, denn dieses Wissen hilft dabei, den Fußball Sport etwas nüchterner zu betrachten. Die subjektive Betrachtungsweise hilft im Fußball nur begrenzt weiter. Wenn Sie feststellen, dass Ihr Innenverteidiger eine sehr starke Zweikampfquote hat, aber ein paar wichtige Zweikämpfe verloren hat, gibt es eigentlich keinen Grund, an ihm zu zweifeln. Ganz anders sieht die Sache aus, wenn Ihr Innenverteidiger ein paar wichtige Zweikämpfe gewonnen hat, insgesamt aber eine sehr schlechte Zweikampfstatistik hat. Dann sollten Sie sich wirklich Gedanken machen um den Spieler, denn auf lange Sicht wird sich der statistische Trend immer durchsetzen. Deswegen sollten Sie Einzelereignisse grundsätzlich nicht überbewerten, sondern immer in einem langfristigem Horizont betrachten.

Kann ein Zweikampf im Zweifelsfall über Sieg und Niederlage entscheiden?

Zweikämpfe sind beim Fußball sehr wichtig. Hiermit ist eine Situation gemeint, in der zwei Kontrahenten um den Ball kämpfen. Um diesen zu erobern, gibt es unterschiedlichste Mittel. Wenn eine Mannschaft sehr zweikampfstark ist, kann sich das durchaus auf den Ausgang eines Spiels auswirken. Daher ist es sehr wichtig, dass solche Situationen regelmäßig im Fußballtraining geübt werden.

Zweikämpfe können ganze Spiele entscheidenzweikampf

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Wie bereits erwähnt, sollten Zweikämpfe in unterschiedlichen Übungen immer wieder im Fußballtraining geübt werden. Denn wenn die Spieler sich im Wettkampf in solchen Situationen gegen ihre Gegner durchsetzen können, kann dies der kompletten Mannschaft helfen und im Idealfall zu einem Sieg führen. Wenn ein Mittelfeldspieler zum Beispiel den Ball an der Mittellinie erobert und den entscheidenden Pass auf den Stürmer spielt, kann er damit durchaus ein Spiel entscheiden. Denn ohne den gewonnenen Zweikampf wäre die Partie vielleicht unentschieden ausgegangen. Um im Fußball ein direktes Duell zu gewinnen, brauchen die Spieler Mut, Entschlossenheit und vor allem auch eine gute Handlungsschnelligkeit. Denn nicht selten müssen sie plötzlich reagieren, um einen Ball abzufangen oder einen Zweikampf für sich zu entscheiden.

Wie lassen sich Zweikämpfe im Fußballtraining trainieren?

Am einfachsten lassen sich Zweikämpfe im Fußball mit kleinen Spielformen üben. Diese kann der Trainer immer Mal wieder etwas variieren und unterschiedliche Duelle bestimmen. Denn so lernen die Spieler, wie sich die Mitspieler in Zweikämpfen verhalten und müssen darauf eine Antwort finden. Das kann zum Beispiel bedeuten, dass sie einige Gegner stellen und abwarten und bei anderen Gegnern Druck aufbauen, da sie in solchen Situationen schnell nervös werden.

Welche Grundsituationen gibt es im Fußball?

Im Fußballtraining beziehungsweise im Zweikampftraining sollten unterschiedliche Grundsituationen trainiert werden. Sehr häufig kommt der Gegner frontal auf den Verteidiger zu. Letzterer muss sich so aufstellen, dass er von keiner Körpertäuschung oder Tempoverschärfung überrascht wird. Auch muss entschieden werden, welche Distanz zum Gegner bestehen soll. Teilweise macht es Sinn, möglichst nah bei diesem zu stehen, um zu verhindern, dass er den Ball annehmen kann. Eventuell ist es aber auch besser, ihm etwas Raum zu lassen. Denn wenn er sehr schnell oder technisch gut geschult ist, kann er seinen Gegner schnell ausspielen.

Ein Fußballspiel ohne Zweikämpfe ist undenkbar

In einem Fußballspiel finden durchschnittlich 250 Zweikämpfe statt, was ungefähr drei Zweikämpfen pro Minute entspricht. Dadurch wird klar, wie wichtig diese sind. Grundsätzlich kann jeder bestrittene Zweikampf zu einem Ballbesitz oder einem Ballverlust führen. Gerade die Duelle, die im Zentrum und nah am Tor stattfinden, sollten unbedingt gewonnen werden. Denn entscheidet der Gegner das Duell für sich, kann er eventuell ein Tor erzielen und damit das Spiel für seine Mannschaft entscheiden. Damit ein Fußballer Zweikämpfe gewinnen kann, muss er in der Offensive und in der Defensive folgende Techniken beherrschen:

Offensive:

  • Dribbling
  • Körpertäuschungen
  • Offensivkopfball
  • Tricks

Defensive:

  • Tackling
  • Defensivkopfball

Gerade das Kopfballspiel ist sehr wichtig und sollte daher regelmäßig trainiert werden. Denn Luftduelle finden sehr häufig in direkter Tornähe statt. Wie bei Zweikämpfen am Boden spielen auch bei Kopfbällen die körperlichen Fähigkeiten eine entscheidende Rolle. Daher ist es sehr wichtig, dass regelmäßig auch Kraftübungen durchgeführt werden. Dadurch bleiben die Spieler im Zweikampf stabil und haben größere Chancen, ihn für sich zu entscheiden. Zudem müssen sie hierfür auch mental stark sein und über folgende Eigenschaften verfügen:

  • Selbstvertrauen
  • Mut
  • Leidenschaft
  • Wille
  • Durchsetzungsvermögen
  • Konzentration
  • positive Aggressivität
  • Siegermentalität
  • Antizipieren und
  • Härte

Welche Ziele können mit defensiven Zweikämpfen erreicht werden?Zweikampf im Fußball

Wenn in der Defensive Zweikämpfe geführt werden, soll der Gegner vom eigenen Tor ferngehalten werden. Dadurch kann er nicht zum Abschluss kommen und keinen Treffer erzielen. Der Verteidiger kann den eroberten Ball halten und den nächsten Mannschaftskollegen anspielen oder einen schnellen Konter einleiten. Je nach Spielstand ist die Zielsetzung recht unterschiedlich. Wenn die eigene Mannschaft 2:0 führt, muss der Ball nach der Eroberung nicht zwingend schnell nach vorne gespielt werden. Im Gegenteil, um Ruhe in das eigene Spiel zu bringen, sollte der Abwehrspieler den Angriff ruhig und bedacht aufgebaut. Bei einem Rückstand sieht das natürlich ganz anders aus.

Die unterschiedlichen Abwehrpositionen im Fußball

Fußball ist ein Sport mit sehr schnellen Bewegungen und Aktionen. Daher müssen die Spieler sich immer wieder auf neue Situationen einstellen. Wenn ein Verteidiger ein 1-gegen-1-Duell gegen einen Angreifer führen muss, kann er unterschiedliche Abwehrpositionen einnehmen, um den Ball zu erobern.

1. Die frontale Abwehrposition

Bei der frontalen Abwehrposition wird der Angreifer sofort unter Druck gesetzt. Das Ziel ist, den Ball durch einen Zweikampf zu erobern. Durch den erzeugten Druck wird der Stürmer im Idealfall nervös und macht einen Fehler. Allerdings ist dieser frontale Angriff auch etwas riskant. Denn wenn der Verteidiger den Zweikampf verliert, hat der Stürmer Platz und kann eventuell zum Torschuss kommen. Zudem kann der ausgespielte Abwehrspieler aus der frontalen Position nur schlecht Tempo aufnehmen. Dafür eignet sie sich bestens für Tacklings und Grätschen. Häufig brechen Stürmer ihren Angriff ab, wenn sie erkennen, dass der Gegenspieler auf einen direkten Zweikampf aus ist und spielen einen Rückpass.

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2. Die schräge Abwehrposition

Die schräge Abwehrposition ist etwas defensiver als die frontale Variante. Hierbei wird versucht, dem Angreifer durch einen Zweikampf von der Seite den Ball abzunehmen oder diesen abzulaufen. Der Verteidiger läuft gerade auf seinen Kontrahenten zu und orientiert sich dann aber auf eine Seite. Dadurch kann er besser Tempo aufnehmen als bei der frontalen Abwehrposition und wird daher auch nicht so einfach überlaufen. Nachteilig ist hingegen, dass der Stürmer die Chance hat, den Ball durch die Beine seines Kontrahenten zu spielen. Daran sollte der Abwehrspieler immer denken und keine großen Lücken anbieten.

Weitere mögliche Abwehrpositionen sind:

  • die seitliche Abwehrposition
  • die rückwärtsgewandte Abwehrposition
  • die verfolgende Abwehrposition

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