Die richtige Kadergröße für einen ambitionierten Amateurverein

Schon am Ende einer Saison beginnt die Kaderplanung für das nächste Jahr. Ein wichtiges Thema, mit dem sich jeder Trainer auseinandersetzen muss, ist die Kadergröße. Es ist nicht ganz einfach, die richtige Lösung zu finden, denn niemand kann vorhersehen, ob es in der folgenden Saison viele Verletzungen und Ausfälle geben wird. In einer Profimannschaft lässt sich dieses Problem relativ leicht lösen, nicht zuletzt weil die Spieler, die wenige Einsätze bekommen, Angestellte des Vereins sind und damit in einer ganz anderen Position sind, als ein Amateurspieler, der in seiner Freizeit Fußball spielt.

Das untere Limit bei der Kadergröße

Grundsätzlich sollte ein Kader mindestens aus 18 Spielern bestehen. Zwei Spieler sollten Torhüter sein, denn im Laufe einer Saison kann es immer passieren, dass einmal ein Torwart ausfällt. Das ist aber schon das erste Problem, denn warum sollte sich ein Tor ein ganzes Jahr lang auf die Bank setzen, um dann eventuell nur für ein Spiel zwischen den Pfosten zustehen? In vielen Vereinen wird dieses Problem durch eine großzügige Prämienregelung gelöst. In jedem Fall ist es aber wichtig, den zweiten Torhüter bei Laune zu halten, damit er im Notfall tatsächlich zur Verfügung steht.

Ohne die Torhüter bleiben noch 16 Feldspieler. Das ist eine Kadergröße, die nur dann ausreicht, wenn es nicht viele Verletzungen im Laufe der Saison gibt. Gerade in unteren Klassen ist häufig zu beobachten, dass die Mannschaften nur 11 oder 12 Spieler auf dem Spielberichtsbogen haben. Für ein ambitioniertes Amateurteam ist das deutlich zu wenig. Alleine schon, um den Konkurrenzkampf im Team zu befeuern, ist es wichtig, dass der Trainer immer Alternativen zur Verfügung hat und auch einmal einen Spieler, wenn er schlecht trainiert oder schlecht spielt, auf die Bank setzen kann. Wichtig ist deswegen, dass alle Spieler im 18er-Kader genügen Qualität mitbringen, um einen Platz in der Mannschaft zu erobern.

Die optimale Kadergröße ist flexibel

Grundsätzlich ist ein 18er-Kader eine gute Basis, aber optimal ist die Lösung nur dann, wenn der Kader bei Bedarf durch Jugendspieler oder Spieler aus der zweiten Mannschaft ergänzt werden kann. Im Laufe einer Saison haben deswegen die Vereine, die eine gute Jugendabteilung und eine zweite Mannschaft haben und nicht nur die erste Mannschaft pflegen, strategische Vorteile. Ganz nebenbei werden diese Spieler auch noch an das Niveau der ersten Mannschaft herangeführt. Viele Trainer gestatten aus diesem Grund den besten jungen Spieler und einigen Spieler aus der zweiten Mannschaft die Teilnahme am Training der ersten Mannschaft.

Mit dieser Strategie ist es möglich, auch dann noch einen ordentlichen Kader aufzubieten, wenn einmal eine Grippewelle zuschlägt oder mehrere Verletzungen und Sperren die halbe erste Mannschaft außer Gefecht setzen. Jeder Trainer muss sich vor der Saison darüber im Klaren sein, dass viele unvorhergesehene Dinge passieren können. Wer sich alleine auf die ersten 11 Spieler konzentriert, kann dauerhaft nicht erfolgreich sein. Eine der wichtigsten Aufgaben des Trainers ist es, die Spieler, die (noch) nicht regelmäßig auf dem Platz stehen, durch gutes Training auf ein höheres Leistungsniveau zu bringen.

In der Winterpause bei Problemen neue Spieler verpflichten – Sinnvoll oder nicht?

Wenn die Winterpause naht, bricht in vielen Vereinen die Hektik aus. Wer mit einem zu kleinen oder zu schwachen Kader in die Saison geht, ist versucht, im Winter mit dem einen oder anderen Transfer noch einmal nachzulegen. Die Erfahrung zeigt aber, dass die meisten Wintertransfers nicht viel bringen. Selbst wenn der Spieler über eine hohe Qualität verfügt, dauert es eine Weile, bis er in der Mannschaft funktioniert, zumal die Wintervorbereitung sehr kurz ist. Es ist deswegen ratsam, den Kader lieber etwas größer zu wählen und gegebenenfalls dann einen Spieler in der Winterpause abzugeben, wenn Verletzungen ausbleiben und der eine oder andere Spieler überhaupt nicht zum Einsatz kommt.