Parcours im Fussball – geniales Konditionstraining!

Immer noch gibt es viele Trainer, die ihre Spieler nur laufen lassen, um ihre Kondition zu trainieren. Dabei sind zahlreiche praktische Übungen oft besser als Konditionstraining geeignet, da diese Übungen auch mit Ball absolviert werden können. Ein Beispiel hierfür ist der Parcours. Mit diesem lassen sich unterschiedliche Fähigkeiten trainieren und ganz nebenbei verbessert sich eben unter anderem auch die Ausdauer der Spieler.

parcours-im-fussballWas genau ist Parcourtraining im Fußball?

Gerade nach einer längeren Pause, wie zum Beispiel nach der Sommerpause, müssen die Akteure wieder neue Ausdauer aufbauen und eventuelle Defizite ausbessern. Neben normalen Laufeinheiten kann der Coach sie auch regelmäßig einen Parcours durchlaufen lassen. Dabei können viele unterschiedliche Spielformen, Stationsübungen, Rundläufe und auch Kraftübungen zum Einsatz kommen.

Um den Parcours aufzubauen, kann der Trainer verschiedene Hilfsmittel verwenden, wie zum Beispiel Hütchen, Hürden, Stangentore, Medizinbälle, kleine Bänke oder Seile. Dadurch sind sehr vielseitige Einheiten möglich, die nicht nur sehr effektiv sind, sondern zudem auch noch Spaß machen. Das ist ein sehr wichtiger Punkt. Denn nur wenn die Akteure gute Laune haben, werden sie mit Elan bei der Sache sein.

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Was sind die Vorteile eines Parcours?

Ein Parcours hat gleich mehrere Vorteile. Zum einen verbessern die Spieler ihrer Athletik und ihre Kondition. Und ganz nebenbei trainieren sie auch noch einige andere Dinge, wie zum Beispiel die Koordination oder die Kraft. Darüber hinaus lässt sich ein Parcours relativ schnell und mit einfachen Gegenständen aufbauen und auch überwachen. Für eine solche Übung wird noch nicht einmal besonders viel Platz benötigt. Denn die unterschiedlichen Stationen können ganz einfach an die vorhandenen Gegebenheiten angepasst werden. Soll die komplette Mannschaft an dem Parcours teilnehmen, reicht in der Regel die Hälfte eines Fußballplatzes aus.

Bewegungsparcours für den Winter in der Halle

Ein Parcours kann keineswegs nur draußen durchgeführt werden. Da sich die unterschiedlichen Stationen schnell und einfach aufbauen lassen, ist dies auch in der Halle möglich. Somit muss auch im Winter nicht auf diese effektive Spielform verzichtet werden. Teilweise finden sich in der Halle auch einige geeignete Hilfsmittel. Dadurch müssen diese nicht von draußen mitgebracht werden. Denn auch die Handballer nutzen häufig Stangentore, Hürden und Medizinbälle für diverse Übungen. Sehr gut lassen sich auch die Gymnastikmatten in den Parcours einbauen, die es eigentlich in jeder gut ausgestatteten Turnhalle gibt.

Viele kleine Übungen und ein Highlight

Wenn der Trainer einen Parcours aufbaut, muss längst nicht jede Station aufwendig sein. Es geht vielmehr darum, die Spieler auf unterschiedliche Weisen zu fördern. Dabei reichen oft bereits kleine und einfache Übungen. Zum Beispiel können sie an einer Station auf einer Linie balancieren und an der nächsten Medizinbällen unter den Armen Slalom durch mehrere Stangen laufen.

Beim Parcours gibt es bei der Gestaltung zahlreiche unterschiedliche Gestaltungsmöglichkeiten. Auch sollte der Coach immer Mal wieder etwas kreativ sein und sich neue Übungen und Stationen ausdenken. Am Ende des Parcours kann dann ein Highlight aufgebaut werden, wie zum Beispiel ein Torabschluss. Die Kunst ist es, nach der ganzen Anstrengung noch die Kraft zu haben, den Ball kontrolliert zu schießen. Aber genau das wird auch in einem Spiel immer wieder gefordert. Somit ist der Parcours die ideale Vorbereitung auf den Wettkampf.

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6 effektive Parcours-Übungen

1. Übung: Konditions-Parcours mit Ball

Die Laufstrecken sollten bei dieser Übung zwischen 15 und 25 Meter lang sein (je nach Fitnesszustand des Teams). Zudem müssen die Bahnen auch nicht alle dieselbe Länge haben, sondern können auch unterschiedlich ausfallen. Folgende Bewegungen müssen an den unterschiedlichen Stationen erledigt werden:
• Station 1: Die Spieler laufen rückwärts und halten dabei einen Ball in ihren Händen.
• Station 2: Dribbling durch die Hütchen
• Station 3: Die Sportler legen sich den Ball bis zur sogenannten Koordinationsleiter vor, spielen ihn an ihr vorbei und tippeln durch sie hindurch, um hinten wieder den Ball mitzunehmen.
• Station 4: Dribbling mit einigen Flinten (freie Wahl, zum Beispiel Übersteiger oder Körpertäuschung)
• Station 5: Jedes Hütchen wird beim Dribbling mit einer Hand berührt
• Station 6: Die Sportler legen sich das Spielgerät vor und sprinten direkt hinterher.
• Station 7: Rückwärtsdribbling

Ausdauertraining

2. Übung: Geschicklichkeitsparcours von Horst Hrubesch

In der Mitte des Feldes werden zwei parallel zueinander verlaufende Laufbahnen mit Hütchen abgesteckt. Nun baut der Coach zwei Stangenparcours auf, die komplett identisch sind und teilt zwei Gruppen ein. Diese begeben sich jeweils an einen Startpunkt und die Sportler stellen sich hintereinander auf. Nun starten die beiden ersten Akteure und durchlaufen den Parcour.

Hierbei müssen sie verschiedene Aufgaben meistern und Stationen absolvieren, wie zum Beispiel Hopserlauf, Skippings, rückwärts durch Stangen laufen oder Sidesteps und kehren dann zum Starthütchen zurück. Auf dem Rückweg gehen sie abwechselnd auf Zehenspitzen und strecken dabei die Hände nach oben und gehen auf den Fersen. Diese Übung eignet sich sowohl sehr gut zum Aufwärmen wie auch als Wettkampf, bei dem zwei Gruppen gegeneinander antreten.

3. Übung: Einfacher Parcours

Die Spieler stellen sich in einer Reihe hintereinander auf und starten in Abständen von circa fünf Sekunden. Sie müssen:
• mit beiden Beinen über die Hütchenstangen auf dem Boden springen
• Slalom mit einem Ball laufen
• eine Leiter im sogenannten Seitgalopp durchqueren
• mit dem Spielgerät in der Hand in die Hocke gehen und um die Reifen oder alternativ durch die Reifen laufen und
• auf das Tor schießen

Was so einfach klingt, ist trotzdem recht anstrengend. Daher ist es sehr wichtig, dass die Sportler nach drei oder vier Durchgängen eine Pause erhalten. Diese Zeit sollten sie nutzen, um etwas zu trinken und sich zu dehnen.

4. Übung: Bewegungsparcours

Der Bewegungsparcours eignet sich ideal als Teil des Aufwärmprogramms vor einem Spiel oder auch vor dem Training. Wichtig ist, dass alle Teilnehmer stets ausreichend Platz zu dem Vordermann lassen, um ihn nicht zu bedrängen. Der erste Durchgang wird am besten noch mit gemäßigtem Tempo absolviert, sodass die Sportler zunächst eine korrekte Ausführung lernen. Mit der Zeit kann die Intensität dann immer weiter gesteigert werden. Die Teilnehmer laufen im Slalom durch die gelben Hütchen, rückwärts durch die Stangen, springen über die beiden Hürden, laufen dann außen um das gelbe Hütchen zum roten Hütchen und umrunden Letzteres.

Von dort aus starten sie im höchsten Tempo zu den Ringen durch. In jeden von ihnen setzen sie einen Fuß und stellen sich dann wieder hinten in der Schlange an. Da dieser Parcours relativ kurz ist, bietet es sich an, ihn als Wettkampf durchzuführen. Der Trainer stoppt, wie lange die Sportler zum Absolvieren benötigen. Dadurch sind diese motivierter und geben bringen volle Leistung.

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5. Übung: Wettkampf auf Zeit

Diese Variante ist recht aufwendig und sollte daher zu zweit aufgebaut werden. Die Akteure starten jeweils nach 30 Sekunden und müssen jedes rote Hütchen mit einer Hand berühren. Wenn sie eine Torstation erreichen, sollen sie einen Pass durch diese spielen. Klappt das nicht, müssen sie eine Strafrunde um den Mittelkreis laufen. Dadurch werden sie sich sicherlich bei der nächsten Runde mehr konzentrieren. Denn der Parcours ist sowieso schon anstrengend genug, sodass die Sportler auf diese Strafrunden gut verzichten können. Der Coach schreibt sich die Zeit der Teilnehmer auf und gibt nachher das Ergebnis bekannt.

6. Übung: Hindernisse

In der Animation ist ein einfacher Parcours zu erkennen. Er besteht aus einigen kleinen Hindernissen, die im Dribbeln überwunden werden müssen. Zunächst wartet eine Stange auf die Teilnehmer. Sie spielen den Ball unter ihr durch und springen selber darüber. An der nächsten Station ist ein kurzes Slalomdribbling gefordert, bevor die Akteure dann das Spielgerät über die Hütchenwand lupfen, darüber laufen und dann den Ball am letzten Hütchen rechts vorbeilegen. Um für etwas Abwechslung zu sorgen, kann der Trainer anweisen, dass jeder zweite Durchgang mit dem schwachen Fuß absolviert wird.

Fazit

Der Parcours ist im Fußball eine sehr effektive Übung. Das Schöne ist, dass er auf viele unterschiedliche Weisen durchgeführt werden kann. Zudem stehen dem Trainer zahlreiche verschiedene Hilfsmittel zur Verfügung, mit denen er die einzelnen Stationen aufbauen kann, wie zum Beispiel Hütchen, Hürden, Stangentore, Medizinbälle, kleine Bänke oder Seile. Mit einem Parcours trainieren die Spieler unterschiedliche Fähigkeiten. Unter anderem können sie ihre Ausdauer, ihre Technik und auch ihre Kraft verbessern. Der schöne Nebeneffekt ist, dass vielen Akteuren ein Parcours Spaß macht, da er sehr abwechslungsreich ist und auf zahlreiche unterschiedliche Weisen aufgebaut und absolviert werden kann.

Sehr beliebt sind Varianten, bei denen sie am Ende noch auf das Tor schießen können.

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