Umschaltspiel in beide Richtungen – Übungen und Tipps

Immer mehr Mannschaften im Profibereich aber mittlerweile auch im Amateurbereich setzen verstärkt auf ein Umschaltspiel in beide Richtungen. Denn dieses hat mehrere Vorteile, die unten noch genauer beschrieben werden. Eigentlich ist die Idee des schnellen und beidseitigen Umschaltspiels nicht wirklich neu. Denn auch früher wurde teilweise versucht, nach einem Ballgewinn einen direkten Konter zu fahren. Auf der anderen Seite orientierte sich die angreifende Mannschaft nach einem Fehler möglichst schnell wieder nach hinten, um einen schnellen Gegenangriff zu verhindern. Was aber neu ist, ist die Umsetzung. Heute wird das Umschaltspiel viel genauer und kontrollierter durchgeführt und das in beide Richtungen.

Mehr Torchancen kreieren durch ein schnelles Umschaltspiel

In jeder Amateurliga gibt es einige Mannschaften, die sich immer sehr tief fallen lassen. Dann ist es sehr schwer, zu Torchancen zu kommen. In einem solchen Fall sollte der Coach einen Plan B zur Verfügung haben. Dann macht es durchaus Sinn, selber abwartender zu spielen und den Gegner kommen zu lassen. Wenn er dann einen Fehler macht, wird blitzschnell umgeschaltet. Denn dann ist die Defensive unsortiert und es ergeben sich endlich wieder Räume. Diese gilt es natürlich zu nutzen. Daher sollten das schnelle Umschaltspiel immer wieder in das Fußballtraining eingebaut werden und zwar in beide Richtungen. 

Das bedeutet, dass es zum Beispiel in einem Trainingsspiel nicht nur Angreifer und Verteidiger gibt. Vielmehr spielen zwei Mannschaften gegeneinander, die beide bei Ballgewinn sofort umschalten. Dadurch ist die Einheit sehr intensiv und kann unter anderem auch die Kondition der Spieler verbessern. Wichtig ist, dass nach einem Ballgewinn möglichst schnell aber trotzdem kontrolliert nach vorne gespielt wird. Im Trainingsspiel treten in einem Feld von 15 x 30 Metern zwei Fünfer-Mannschaften gegeneinander an. Sobald das eine Team den Ball erobert, hat es zehn Sekunden Zeit zum Abschluss zu kommen. Hierfür müssen die Spieler genau überlegen, welche Pässe sie spielen und wann der Torschuss erfolgt.

Wie unterscheidet sich im Fußballtraining das offensive Umschaltspiel vom defensiven Umschaltspiel?

Die beiden Arten des Umschaltspiels unterscheiden sich teilweise sehr stark, teilweise gibt es aber auch Gemeinsamkeiten. Wenn eine Mannschaft offensiv umschaltet, hat sie in der Regel gerade den Fußball gewonnen. Um den offenen Raum ideal ausnutzen zu können, muss das Spielgerät möglichst schnell auf das Tor des Gegners befördert werden. Hierbei müssen sich alle Beteiligten gut konzentrieren und schnelle aber trotzdem auch kontrolliert in die Spitze spielen. Dadurch können sie die Unruhe in der gegnerischen Defensive ausnutzen, um zum Torabschluss zu kommen.

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Wie kann das schnelle Umschaltspiel in beide Richtungen im Fußballtraining trainiert werden?

Es gibt viele Übungen und Spielformen, mit denen das schnelle Umschaltspiel in beide Richtungen im Fußball trainiert werden kann. Ein sehr guter Zeitpunkt ist unter anderem auch die Wintervorbereitung nach der Hallensaison. Denn in Letzterer haben die Akteure ganz automatisch gelernt, wie sie auf dem kleinen Platz schnell umschalten. Nun geht es wieder auf den Rasen, auf dem sie ihr Können mit den folgenden Übungen im Fußballtraining noch weiter festigen können.

Einige sehr effektive Übungen für das schnelle Umschaltspiel in beide Richtungen im Fußballtraining

1. Übung: Die heiße Mittellinie

Zunächst wird ein Feld mit einer Größe von rund 35 x 20 Metern und zwei Toren abgesteckt. In dieses begeben sich nun acht Angreifer und sechs Verteidiger. Jede Aktion wird von dem Keeper der Stürmer gestartet. Er muss entscheiden, welchen seiner Mannschaftskollegen er anspielt und damit den Spielzug beginnt. Die Verteidiger können ihrerseits auf zwei unterschiedliche Weisen Punkte erzielen. Erobern sie den Ball in der Hälfte der Stürmer, dürfen sie versuchen ein Tor zu machen. Verlieren die Angreifer ihn hingegen in der gegnerischen Hälfte müssen die Abwehrspieler das Spielgerät nur irgendwie über die Mittellinie dribbeln, um einen Punkt zu erzielen. Schaffen die Stürmer es hingegen, bis zum Tor durchzudringen, können sie zum Torabschluss kommen. Krafttraining im Fußball Trainingsmöglichkeit

2. Übung: Drei gegen drei – Umschaltspiel auf zwei Tore

Bei dieser Übung werden im Fußballtraining zunächst zwei Stangentore auf einem Feld mit einer ungefähren Größe von 15 Metern x 20 Metern aufgebaut. Der Trainer gibt einem der beiden Teams den Ball und das Spiel beginnt. Gespielt wird im „3 gegen 3“. Die Mannschaften müssen versuchen, den Ball über eine der beiden Torlinien zu dribbeln. Sobald ein Team diesen erobert, schalten sie möglichst schnell um. Denn ein Angriff darf maximal 30 Sekunden dauern.

Wenn diese Zeit abgelaufen ist, bekommt der Gegner den Ball, der dann ebenfalls schnell angreifen muss. Diese Übung ist recht anstrengend und steigert die Ausdauer der Akteure. Durch die Tatsache, dass sie immer nur 30 Sekunden Zeit für jeden Angriff haben, üben sie freie Räume schneller zu erkennen. Das kann ihnen auch im Spiel helfen, ein schnelles und genaues Umschaltspiel aufzuziehen.

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3. Übung: Vier gegen zwei mit großem Kontertor

Der Trainer bildet im Fußballtraining zwei Teams mit jeweils vier Spielern und stellt einen Torwart ins Tor. Nun spielt eine Mannschaft mit vier Spielern gegen eine Mannschaft mit zwei Spielern. Ungefähr auf Höhe der Mittellinie wird ein großes Kontertor markiert, das circa so breit wie der Sechszehnmeterraum ist. Damit das Spiel nicht immer wieder länger unterbrochen wird, werden an beiden Seiten einige Ersatzbälle platziert. Die Überzahl-Mannschaft beginnt jeden Angriff vom Kontertor und muss mit schnellen und genauen Pässen die Unterzahl-Mannschaft geschickt auszuspielen, um ein Tor zu erzielen.

Wenn die Abwehrspieler den Ball aber erobern, starten sie ihrerseits einen Konter-Angriff und versuchen bis zum Kontertor zu kommen, um dort über die Linie zu dribbeln. Da die deutliche Unterzahl recht anstrengend sein kann, werden die Verteidiger jeweils nach zwei Minuten ausgewechselt, die Stürmer dagegen erst nach vier Minuten.

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4. Übung: Schnelles Umschalten in der Defensive

Circa 30 Meter vor dem Tor werden zwei Abwehr-Zonen aufgebaut. Ungefähr drei Meter davor platziert der Trainer zwei Offensiv-Bereiche. Ein Verteidiger stellt sich nun circa auf Höhe des Strafraums auf und die anderen Spieler verteilen sich auf die jeweiligen Stationen. An der mittleren Angriffs-Position werden einige Bälle platziert. Das Ziel dieser Übung ist ein schnelles Umschalten der zuvor aufgerückten Abwehrspieler.

Denn wenn diese im Spiel einen Ball verlieren, müssen sie die Lücken möglichst schnell schließen. Je schneller ihnen dies gelingt, desto eher können sie Kontertore verhindern. Der mittlere Angreifer startet die Übung, indem er einen seiner Kollegen anspielt. Gleichzeitig sprinten die beiden aufgerückten Abwehrspieler so schnell es geht nach hinten, um ihren Kollegen zu unterstützen und den Torschuss zu vermeiden. Wichtig ist, dass sich direkt in die Kette integrieren und alle möglichen Lücken schließen.

Wenn der Trainer irgendetwas bemerkt, dass nicht wie gewünscht funktioniert, unterbricht er die Übung. Nun kann er den Akteuren Tipps geben, wie sie es besser machen können.

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Fazit zum schnellen Umschaltspiel im Fußball

Ein schnelles Umschaltspiel ist im Fußball sowohl in der Offensive wie auch in der Defensive sehr wichtig. Denn so können die Spieler ideal auf alle Aktionen des Gegners reagieren. Wichtig ist, dass die oben beschriebenen Übungen immer wieder in das Fußballtraining integriert werden. Denn dann können die Spieler die Bewegungen verinnerlichen, die für ein gutes Umschaltspiel erforderlich sind. Während der Übungen kann der Coach das Spiel immer Mal wieder unterbrechen und den Spielern einige Tipps geben.

Mit der Zeit erkennen diese beim offensiven Umschalten die freien Räume besser und üben, die passenden Pässe zu spielen. Genauso wichtig ist es aber auch, dass die komplette Mannschaft einstudiert, wie sie sich bei einem Ballverlust in der Offensive verhalten muss.

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