Reaktionsball und Reflexball

Nicht nur klassische Fußbälle sind im modernen Fußballtraining unverzichtbar. Auch speziell für die Schulung einzelner Kompetenzen entwickelte Spezialbälle gehören ins Repertoire des Trainings. Vor allem Reaktions- und Reflexbälle werden von vielen Trainern gezielt eingesetzt. Dabei ist ein Reflexball vor allem für das Torwarttraining wichtig, während Reaktionsbälle für Trainingseinheiten aller Mannschaftsspieler wertvoll sind.

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Aufbau und Funktionalität der Spezialbälle

Schon auf den ersten Blick ist einem Reaktionsball und auch einem Reflexball anzusehen, dass es sich um besondere Trainingsgeräte handelt. Ein Reaktionsball erinnert durch seine unregelmäßige Form äußerlich an ein Atom oder Molekül: Um einen runden, ballförmigen Kern gruppieren sich in regelmäßigen Abständen sechs halbrunde Ausbuchtungen, auch Noppen genannt. Das gesamte oktaederförmige Konstrukt besteht aus elastischem Gummi, sodass ein Reaktionsball ein gutes Sprungverhalten aufweist. Dies ist auch sein wichtigstes Funktionsmerkmal: Ein Reaktionsball prallt dank seiner unregelmäßigen Oberfläche von Boden oder Wand auf unvorhersehbare Weise ab. Deshalb werden die in verschiedenen Größen erhältlichen Trainingsgeräte bevorzugt eingesetzt, um Geschicklichkeit und Reaktionsgeschwindigkeit zu schulen.

Reflexball

Reflexball

Einen anderen Fokus hat der Reflexball. Er unterscheidet sich in Design und Größe deutlich von einem Reaktionsball. Am ehesten vergleichbar ist ein Reflexball von der Form her mit einem Rugby-Ball: Auf einer Seite flach abgerundet, läuft er auf der anderen konisch zusammen. Durch diese Formgebung ergibt sich ein sehr individuelles Flug- und Sprungverhalten von Reflexbällen. Für optimalen Grip zum Festhalten des aus Kunststoff gefertigten Reflexballs sorgt die laminierte Oberfläche. Im Inneren sind die Bälle mit Ballblasen ausgestattet und werden manuell aufgepumpt. Geworfen, gekickt oder gerollt werden sie dem Spieler beispielsweise beim Torwarttraining zugespielt und müssen sicher gefangen, abgewehrt beziehungsweise gehalten werden.

Einsatzbereiche für Reaktions- und Reflexbälle

Ein Reflexball ist ideal, um die Augen- und Beinkoordination zu verbessern und die Reflexe der Fußballspieler zu trainieren. Er wird neben dem Einzeltraining für Torwarte auch gern im Kleingruppentraining genutzt und kann zudem für das Koordinations- und Konzentrationstraining in Trainingsspielen zum Einsatz kommen.

Reaktionsbälle hingegen sind aufgrund ihrer geringen Größe nicht für das Spielen selbst geeignet. Sie haben ihren besonderen Vorteil in der Schulung der Schnellkraft und Reaktionsfähigkeit im Einzeltraining.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Reflex- und Reaktionsbällen

Beiden Ballarten gemein ist die Grundfunktion: Basierend auf einer unregelmäßig geformten Oberfläche ist das Sprung- und Flugverhalten von Reaktions- und Reflexbällen kaum bis gar nicht vorhersehbar. Reaktionsbälle treiben dieses Prinzip besonders weit, da sie durch die genoppte Oberfläche besonders viel Potenzial für Richtungsänderungen nach dem Aufprallen mitbringen. Neben diesem unterschiedlich stark ausgeprägten eigenwilligen Sprungverhalten unterscheiden sich beide Ballarten vor allem in der Größe: Während ein Reflexball nur unwesentlich kleiner ist als ein klassischer Fußball, sind Reaktionsbälle in der Regel so klein, dass selbst die größten unter ihnen mit Durchmessern um die 10 cm bequem in eine Hand passen.

Übungen für das Fußballtraining mit dem Reflexball

Mit einem Reflexball sind für das Torwarttraining verschiedene Übungsvarianten möglich. Sie dienen vor allem dazu, den Torwart für den Umgang mit Flatterbällen im Spiel zu trainieren, die durch ihre unregelmäßige Flugbahn eine echte Herausforderung darstellen.

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Zunächst sollte der Spieler locker vor dem Tor positioniert werden. Ein Partner wirft ihm dann aus einem Abstand von ca. vier Metern den Reflexball so vor die Füße, dass der Ball kurz vor dem Torwart aufspringt. Ziel des Torwarts ist es, den nach oben springenden Ball sicher zu fangen – was dank der unrunden Formgebung nicht immer einfach ist. Eine Variation dieser Übung ist es, den Ball mit dem Fuß von oben kräftig auf den Boden zu kicken. Dadurch erhält er besonders viel Spin und ist beim Absprung noch schwieriger einzuschätzen.

In der Fortsetzung dieser Übung kann aus einer weiteren Entfernung ein direkter Schuss mit dem Reflexball abgegeben werden, der vom Torwart gehalten werden muss.

Eine weitere Einsatzmöglichkeit des Reflexballs im Fußballtraining ist das Training in kleinen Gruppen. Dabei können sich die Spieler den Ball durch Aufprallen zuspielen. Der angespielte Mannschaftskollege muss dann versuchen, den Ball nach dem Aufspringen möglichst sauber mit dem Fuß zu treffen und in eine vorher festgelegte Richtung abzuspielen.

Reaktionsball

Reaktionsball

Nicht zuletzt lässt sich auch das Trainingsspiel mit Hilfe des Reflexballs um einen interessanten Faktor erweitern. Viele Trainer setzen die Bälle beim Spiel auf dem Kleinfeld ein, um ihren Spielern eine besondere Herausforderung zu bieten: Da sich aufgrund der eigenwilligen Form des Reflexballes kaum saubere Zuspiele und Pässe umsetzen lassen, sind schnelle Reflexe beim Kampf um den sich unkalkulierbar bewegenden Ball gefragt. Das schult neben Reflexen und Koordinationsfähigkeit auch die Konzentrationsfähigkeit, da sich die Spieler plötzlich sehr viel stärker als sonst auf die Bewegungen des Spielballs konzentrieren müssen.

Übungen im Fußballtraining mit dem Reaktionsball

Reaktionsbälle werden nicht umsonst auch als „Spaßbälle“ bezeichnet: Die ideal für die Schulung der Hand-, Augen- und Fußkoordination geeigneten Gummibälle bereichern jede Trainingseinheit um einen unterhaltsamen Faktor. Das lässt sich beispielsweise im Partnerspiel umsetzen. Bei dieser Übung stehen sich zwei Spieler gegenüber und werfen sich den Reaktionsball mittels Aufprallen auf dem Boden zu. Wichtig ist, für ausreichend Bewegungsfreiheit zu sorgen, denn dank des unkontrollierbaren Wegspringens des Reaktionsballs sind oft schnelle Ausfallschritte seitens der Spieler gefragt. Zu Beginn dieser Übung sollten beide Spieler eng zusammenstehen – und sich im Laufe der Übung immer weiter auseinander bewegen, um die Schwierigkeit sukzessive zu erhöhen. Das Ganze ist natürlich auch in einer Kleingruppe mit mehr als zwei Spielern umsetzbar. Neben dem Fangen kann auch versucht werden, den Ball nach dem Aufprall mit dem Fuß zu treffen. Dafür sollten die Trainingsteilnehmer allerdings gut aufgewärmt sein, um Zerrungen zu vermeiden.

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Ein Tipp für das Training mit dem Reaktionsball: Beim Außeneinsatz empfiehlt es sich, auf gut sichtbare Farben zu setzen, die sich vom Rasen abheben. Außerdem gilt: Je kleiner der Ball, desto unregelmäßiger das Abspringen – und desto größer die Herausforderung.

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