3.8. Viererkette als effektives Abwehrverhalten trainieren

Die bisher behandelten gruppentaktischen Themen bezogen sich noch auf Grundlagen des Zusammenspiels. Der Doppelpass und das Spiel über den dritten Mann sind Basistaktiken des Angriffsspiels. In dieser Einheit beginnt nun eine Serie von Trainingseinheiten zum Verteidigen in der Gruppe. Dies ist wesentlich unkomplizierter, als immer noch von vielen Verantwortlichen in kleinen Vereinen befürchtet. Die Grundverhaltensweisen des Viererkettenverhaltens sind in dieser Einheit plausibel dargestellt, bei zwei bis drei Einheiten nach diesem Schema sind die Spieler schnell mit den Laufwegen vertraut. Und diese Laufwege sind – um mit einem weiteren Vorurteil gegen das ballorientierte Spiel aufzuräumen – ökonomischer als die im Manndeckungssystem und unabhängig vom Spiel auf Abseits!

Verschieben in der Viererkette


Organisation und Ablauf

• Zwei parallele Spielfelder mit je zwei Viererteams besetzen, eine der Mannschaften hat den Ball und bleibt stets in Ballbesitz.
• Der Ball wird von Spieler zu Spieler weitergepasst, die Viererkette der Gegner muss zur Ballposition verschieben.
• Nach drei gesteigerten Schwierigkeitsstufen (s. Variationen, je ca. 8-10 Min.) wechselt der Ballbesitz zum anderen Team, die bisherige Passmannschaft verschiebt zum Ball.

Hinweise

• Grundverhaltensweisen:
– Der Spieler, vor dem sich der Ball befindet, muss Druck auf den Ball ausüben „Heraustreten“ aus der Kette).
– Die beiden benachbarten Mitspieler nehmen eine Position schräg-seitlich hinter dem stellenden Spieler ein, um ihn doppelt abzusichern: sie schließen a) den Passweg am stellenden Spieler vorbei in die Tiefe und laufen b) bei einem Dribblingdurchbruch den Ball ab („Abwehrdreieck“, Abb.: gelb).
– Der vierte Spieler sichert die Breite, rückt aber so weit ein, dass er die Passlücke zu seinem Nachbarn schließt.
• Die beiden Grundpositionierung der Viererkette sind in der Abbildung ersichtlich: Sichelförmige Aufstellung beim Ball am Flügel (Außenverteidiger stellt) oder Abwehrdreieck beim Ball im Zentrum (Innenverteidiger stellt).

Variationen

• Steigerung des Schwierigkeitsgrades:
– Der Passempfänger stoppt den Ball und spielt erst weiter, wenn die Verteidiger richtig gestaffelt sind.
– Der Ball rollt stets: schneller postieren!
– Die Passrichtung ist nicht vorgegeben, jeder darf zu jedem passen: schnell reagieren!

Hauptteil: 4-gegen-4 auf Passtore


Organisation und Ablauf

• Die vier Viererteams bleiben in den beiden Spielfeldern. An jeder Grundlinie sind jetzt je vier Stangentore, durch die der Gegner zu passen versucht.
• Turnier jeder gegen jeden, Spielzeit: je vier Minuten. Wer wird Turniersieger?

Hinweise

• Die Mannschaften müssen nun schnell ihre korrekten Positionen einnehmen, um den Torerfolg des Gegners zu verhindern:
– Wird der Ballbesitzer zu spät gestellt, ist sein Passwinkel sehr günstig und er kann sofort ins Stangentor passen.
– Schließen die Nebenmänner nicht die Lücken neben dem stellenden Spieler, dann bleibt der Passweg am stellenden Spieler vorbei immer noch offen.
– Formiert sich die ganze Viererkette nach einem Abspiel nicht sofort neu, kann der neue Ballbesitzer leicht ein Tor erzielen.
• Spielfeld eher breit als tief, um viele Passtore zu ermöglichen und das Verschieben in der Breite zu provozieren.
• Den Spielern durch Coaching und Lob helfen. Gegenseitiges Coaching einfordern.

Variationen

• Anordnung des Spielfeldes im spielgemäßen Raum, um die Spielwirklichkeit für die Abwehr- bzw. Mittelfeldkette herzustellen.
• Auch Dribblingdurchbrüche erlauben. So muss nicht nur die Passlücke geschlossen, sondern auch gegenseitig im Zweikampf unterstütz werden (Doppeln).

Abschluss: 9-gegen-9


Organisation und Ablauf

• Die Viererteams zu zwei Mannschaften zusammenstellen und im halben Spielfeld auf zwei Tore mit Torhütern spielen.
• Die Abwehr- und Mittelfeldketten verteidigen wie geübt. Die Spieler der Mittelfeldkette doppeln nach hinten, wenn sie überspielt worden sind.

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