Ausdauer aufbauen mit dem Ball – 5 geniale Übungen

Leider gibt es immer noch einige Trainer, die ihre Spieler im Rahmen des Ausdauertrainings nur stumpf laufen lassen. Doch immer mehr Coaches steigen auf andere Varianten um, die zum einen mehr Spaß machen und zum anderen auch deutlich effektiver sind.

Ausdauer mit Ball trainierenWarum ist eine gute Fitness im Fußball so wichtig?

Fußball erfordert technische Qualitäten, ein gutes taktisches Verständnis und auch eine große mentale Stärke. Diese Fähigkeiten bringen aber noch lange keinen Erfolg, wenn nicht gleichzeitig auch eine gute Fitness vorhanden ist. Ein gut trainierter Spieler legt durchschnittlich in einem Spiel zwischen zehn und zwölf Kilometer zurück. Um das leisten zu können, muss er schon eine gewisse Grundfitness haben. Daher sollte der Trainer immer wieder auch Ausdauer-Einheiten in seinen wöchentlichen Trainingsplan einbauen. Diese können mit und eben auch ohne Ball erfolgen.

Wann sollte Ausdauertraining durchgeführt werden?

Während der Saison sollte Ausdauertraining immer Mal wieder stattfinden. Genauso wichtig ist es aber, in der Vorbereitungszeit eine gute Fitness aufzubauen. Denn in dieser wird eine Grundlage für die Saison gelegt, um diese konditionell durchzuhalten. In der Regel findet die Saisonvorbereitung nach einer kurzen Urlaubszeit statt. Das bedeutet dann aber auch, dass die Spieler an Kondition verloren haben. Diesen Verlust müssen sie dann erst einmal wieder aufholen.

Hierfür kann der Coach unterschiedliche Einheiten mit und ohne Ball durchführen lassen. Es spricht nichts dagegen, in der ersten Woche einige Male einfach nur laufen zu gehen. Dann sollte aber immer mehr der Ball ins Spiel gebracht werden. Denn gerade im Amateurbereich ist es sehr wichtig, dass die Spieler mit Spaß bei der Sache sind. Die meisten von ihnen trainieren deutlich lieber mit dem Ball als ohne. Das sollte der Coach bei der Planung seiner Einheiten stets beachten.

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Wieso sind Übungen mit Ball so wichtig?

Im Amateur-Fußball spielt der Spaß eine sehr wichtige Rolle. Denn zumeist ist der Sport nur ein Hobby, für das sie nicht bezahlt werden. Diese Tatsache bedeutet für den Trainer, dass er seine Akteure immer wieder motivieren muss. Das kann er zum Beispiel auch dadurch machen, indem er sie nicht immer nur laufen schickt, sondern das Ausdauertraining mit Spielformen und mit Ball durchführt. Diese halten zum einen die Stimmung aufrecht und verbessern zudem auch noch bestimmte Fähigkeiten, wie zum Beispiel die Technik, die Schusstechnik oder die Koordination.

Einheiten mit Ball eignen sich für die Saisonvorbereitung wie auch für Trainingseinheiten während der Saison. Sie können mit unterschiedlichen Intensitäten erfolgen und lassen sich bestens in das Konditionstraining einbauen. Der Vorteil der Spielformen und Parcours ist die Tatsache, dass sie immer Mal wieder anders durchgeführt werden können. In Letztere lassen sich viele Elemente einbauen, um neben der Kondition auch die Technik, die Sprintfähigkeit, die Kraft oder auch die Koordination zu verbessern. Viele Bewegungen und Übungen müssen in einem Parcours in höchstem Tempo durchgeführt werden, andere hingegen erfordern auch ein gewisses Gleichgewicht.

Einige praktische Übungen zum Ausdauer aufbauen mit Ball

1.Übung: Parcour-Rundlauf über den ganzen Platz

Der Trainer baut insgesamt sechs Stationen auf dem kompletten Platz auf, an denen sich dann jeweils einige Akteure aufstellen. Die Spieler passen den Ball an den Minihürden vorbei und überlaufen sie wie auf dem Bild. Dann dribbeln Sie mit dem Spielgerät am Fuß zur nächsten Station. An dieser (2) müssen Sie die Hütchen in höchstem Tempo und im Slalom durchqueren. Dabei ist es sehr wichtig, dass Sie auf eine enge und genaue Ballführung achten. Bei der nächsten Station (3) wird eine Dribbel-Übung durchgeführt, bei der die Teilnehmer den Ball mit der Sohle führen, zwischen den Innenseiten der beiden Füße pendeln lassen, rückwärts dribbeln, jonglieren und ein Tempodribbling absolvieren müssen.

Dann gehen Sie zur nächsten Übung. Bei (4) ist ein möglichst genauer Pass über zwölf Meter gefordert. Der Ball muss durch ein Minitor gespielt werden und dann in einem zwei Mal zwei Meter großen Feld landen. Klappt das nicht, ist eine Strafrunde die Folge. Nun wird der Ball bei Station (5) an den Hürden vorbeigespielt. Dann springen die Spieler mit beidbeinigen Sprüngen und ohne Zwischensprung über diese. Hinten angekommen nehmen sie den Ball wieder mit und dribbeln zur nächsten Station (6). Dort schießen sie aus rund 20 Metern auf ein Tor, in dem sich ein Torwart befindet.

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2. Übung: Positionsspiel

Zunächst wird ein Feld mit insgesamt acht Rechtecken (jeweils acht Mal sechs Meter) aufgebaut. In dieses stellt der Coach dann noch vier kleine Tore auf. Zwei Mannschaften mit jeweils sechs Spielern begeben sich in das Spielfeld, wovon eine Mannschaft den Ball erhält. Diese muss durch geschicktes Passspiel versuchen, die Abwehrspieler so zu verschieben, dass sie ihre eigenen Angreifer anspielen können. Einer von diesen nimmt den Ball, verarbeitet ihn, spielt seinen Stürmerkollegen an und dieser kommt zum Torabschluss.

Jeder Stürmer muss nach einem Pass sein Rechteck wie auf dem Bild zu sehen verlassen und dadurch immer wieder ihre Position verändern. Zudem ist es wichtig, dass jedes Feld zu jeder Zeit besetzt ist. Zudem sind nur immer nur zwei Ballkontakte erlaubt. Der Ball kann über die komplette Breite des Spielfeldes gespielt werden. Sobald es zu einem Ballverlust kommt, tauschen die beiden Mannschaften die Rollen und der Ballbesitz wechselt. Daher ist es sehr wichtig, dass alle Pässe sehr genau gespielt werden. Wichtig ist auch zu wissen, dass die Stürmer des verteidigenden Teams die Angreifer des Gegners nicht angreifen dürfen.

3. Übung: Fangspiel und Pressing-Wettlauf

Der Trainer teilt zwei Teams mit jeweils acht Spielern ein. Es spielen immer drei Akteure auf einer Bahn in Unterzahl gegen fünf Gegner. Die Überzahl eröffnet das Spiel von der markierten Startlinie und muss versuchen, den Ball im Feld zu halten. Die Unterzahl muss dagegen die Angriffe der gegnerischen Mannschaft so zu leiten, dass diese in die nächste Ebene spielen muss. Landet er einmal, darf er nicht mehr in das vorherige Spielfeld gepasst werden. Die Unterzahl hat das Ziel, dass der Ball irgendwann über die Ziellinie gespielt wird. Diese Übung kann auch zunächst mit zwei Ebenen begonnen werden. Hierfür wird dann einfach nur die Ziellinie etwas vorgezogen.

3er-kette und Umschaltspiel4. Übung: Schnelles Umschaltspiel nach Ballverlust

Mit dieser Übung kann eine Situation sehr gut simuliert werden, die in einem Spiel sehr häufig vorkommt. Denn wenn es zu einem Ballverlust kommt, müssen sie schnell entscheiden, ob sie den Angriff langsam aufbauen oder aber einen schnellen Gegenangriff starten. Mithilfe der Übung können die Teilnehmer unter anderem auch ihre Reaktionsfähigkeit und auch das Verhalten beim Umschaltspiel trainieren. Da sie sehr intensiv ist, wird auch ganz nebenbei die Ausdauer verbessert.

Ablauf der Übung:

Die Übung beginnt im inneren Quadrat. Das weiße Team spielt im sogenannten 4 gegen 2 gegen das rote Team. Alle anderen Akteure verteilen sich außen um das Viereck herum. Wenn die weiße Mannschaft den Ball durch einen Fehlpass oder einen sogenannten Ausball verliert, beginnt ein 8 gegen vier (Weiß gegen Rot und Blau). Das neue große Team muss versuchen, den Ball möglichst lange zu halten. Kommt es hingegen zu einem Ballverlust, muss das weiße Team schnell umschalten und ein Gegenpressing aufziehen. Die Überzahlmannschaften erhalten einen Punkt, wenn Sie den Ball mindestens zehn Mal ohne Unterbrechung berührt haben oder in eines der beiden Minitore treffen.

Hinweise:

Die Spieler sollten sich passend aufstellen und dann immer auf einen Ballverlust spekulieren. Denn dann können sie in einer solchen Situation schneller reagieren. Durch einen explosiven Gegenangriff hat der Gegner keine Chance einzugreifen und den Angriff zu verhindern.

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5. Übung: Passen im Viereck

Es werden zwei Vierecke gebildet und die Spieler in zwei Gruppen aufgeteilt. Die Übung beginnt immer an dem gelben Hütchen und gepasst wird zunächst immer gegen den Uhrzeigersinn. Spieler A spielt zu Spieler B und startet dann direkt durch. Letzterer lässt den Ball patschen. Dann spielt Spieler A Spieler B in den Lauf. Dieser Ablauf wiederholt sich nun an jedem der aufgebauten Hütchen. Die Akteure stellen sich nach dem Pass an das Hütchen, zu dem sie gespielt haben. In der ersten Runde nutzen sie hierfür den rechten Fuß, in der zweiten Runde dagegen den linken Fuß. Darüber hinaus kann nach einigen Durchgängen auch die Richtung gewechselt werden, sodass dann nicht mehr gegen, sondern im Uhrzeigersinn gespielt werden.

Fazit

Früher mussten die Spieler im Ausdauertraining zumeist nur stumpf viele Kilometer laufen. Heute wird dagegen immer mehr auch der Ball in dieses integriert. Lediglich in den ersten Einheiten sollten die Akteure durch Laufen eine Grundkondition aufbauen. Denn diese ist sozusagen die Basis für das spätere Training in der Saisonvorbereitung. Ausdauer sollte allerdings nicht nur in vor einer Spielzeit, sondern auch regelmäßig in dieser trainiert werden. Hierfür stehen dem Trainer viele unterschiedliche Übungen zur Verfügung, wovon oben fünf sehr effektive Varianten vorgestellt wurden. Die Spielformen haben den Vorteil, dass die Spieler nicht nur ihre Ausdauer steigern, sondern auch diverse andere Dinge ganz nebenbei verbessern, wie zum Beispiel ihre Technik, ihre Kraft, ihr Reaktionsfähigkeit und auch ihre Sprintfähigkeit.

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