Hindernisparcours im Fußball

Ein Hindernisparcours eignet sich sowohl zum Aufwärmen vor einem Spiel oder Training wie auch zum Trainieren bestimmter Fähigkeiten. Der Vorteil ist, dass der Fußballtrainer die Elemente immer Mal wieder etwas variieren kann, sodass nie Langeweile aufkommt. Zudem lässt sich ein Hindernisparcours auch bestens mit einer Torschuss-Übung verbinden. Er kann beliebig um einige Elemente erweitert und reduziert werden. Um die Motivation der Teilnehmer zu erhöhen, kann der Trainer die Mannschaft in zwei Gruppen aufteilen, die gegeneinander antreten. Oder er stoppt und notiert die Zeit, die jeder Einzelne zum Absolvieren des Hindernisparcours benötigt.

Hindernisparcours Fußball

Warum ist eine enge und saubere Ballführung so wichtig?

Eine enge Ballführung ist zunächst einmal wichtig, damit der Gegner nicht so leicht an den Ball gelangen kann. Lionel Messi ist ein Fußballer, der dies perfekt beherrscht. Nicht ohne Grund haben sich bereits zahlreiche durchaus hochkarätige Abwehrspieler an ihm die Zähne ausgebissen. Ein Beispiel ist Jerome Boateng vom FC Bayern München. Als er vor einigen Jahren auf den FC Barcelona traf, spielte ihn der kleine Argentinier schwindelig. Boateng konnte nicht auf die schnellen Haken Messis reagieren und fiel einfach nur auf den Boden. Natürlich gibt es in Amateur-Vereinen in der Regel keine Spieler von einem solchen Format. Dennoch ist eine enge Ballführung auch in tieferen Ligen sehr wichtig und kann den Unterschied machen.

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Sie ist elementar, um eine bestimmte Taktik passend umzusetzen. Die Fähigkeit, das Spielgerät möglichst sauber am Fuß zu führen, wird schon in der Jugend regelmäßig trainiert. Denn diese wird auf jeder Position benötigt. Ein Angreifer muss sie genauso beherrschen wie ein Torwart. Denn Letzterer wird im modernen Fußballspiel immer mehr eingebunden und ist häufig bereits am Spielaufbau beteiligt. Zudem wird der Torhüter angespielt, wenn die Mitspieler keine andere Anspielmöglichkeit haben und agiert damit als zusätzliche Station. Wenn er den Ball dann nicht passend verarbeiten und eng am Fuß führen kann, kommt es schnell zu einem Ballverlust.

Zudem ist die Fähigkeit auch im Angriffsspiel sehr wichtig. Denn wer den Ball sehr eng am Fuß führen kann, lässt seinem Gegenspieler weniger Chancen, diesen zu ohne Foul zu erobern. Legt er sich das Spielgerät dagegen zu weit vor und verliert es, kann die gegnerische Mannschaft unter Umständen einen Gegenangriff fahren. Das kann in einem knappen Spiel sehr gefährlich sein. Eine unsaubere Ballführung und ein schlechtes Dribbling sollten daher unbedingt vermieden werden.

In diesem Zusammenhang kann der Trainer unterschiedliche Übungen aufbauen und sie in einem Hindernisparcours miteinander verbinden. Dadurch kann er die Fähigkeiten seiner Schützlinge stetig weiterentwickeln. Viele Amateure müssen den Blick immer auf das Spielgerät richten, um es sauber zu führen. Dabei verlieren sie allerdings nicht selten das Spielgeschehen aus den Augen. Um in solchen Situationen die Gegenspieler und vor allem auch die Mitspieler nicht zu übersehen, ist eine enge und saubere Ballführung sehr wichtig.

Dribblings können neue Räume schaffen

Wie bereits erwähnt, kann eine enge Ballführung auch in der Offensive enorme Vorteile bringen. Denn in Kombination mit einem Tempodribbling können dadurch neue Räume entstehen, die Torgelegenheiten ermöglichen. Einige Profis, wie zum Beispiel Eden Hazard oder Marco Reus, können mit ihrer Technik und der dazu passenden Geschwindigkeit nur schwer vom Ball getrennt werden. Sie ziehen zwei oder sogar drei Gegenspieler auf sich und schaffen dadurch Platz für die Mitspieler.

Welche Arten des Dribblings gibt es?

Ein Spieler, der in Ballbesitz ist, hat drei Optionen. Er kann einen Pass zu einem seiner Kollegen spielen, einen Schuss abgeben oder das Spielgerät halten und dribbeln. Letzteres kann auf unterschiedliche Weisen erfolgen, die nun genauer vorgestellt werden.

1. Das Tempodribbling

Mit dem sogenannten Tempodribbling lassen sich unbesetzte Räume sehr schnell überwinden. Hierbei kann der Fußball ohne Gegendruck in die Hälfte des Gegners befördert werden. Anders als im direkten Dribbling hat der Spieler keinen Druck vom Gegner und kann sich das Spielgerät daher auch etwas weiter vorlegen, um möglichst viel Raum zu überbrücken. Dennoch sollte es kontrolliert geführt werden, um jederzeit die Kontrolle zu behalten. Am besten funktioniert das Tempodribbling, wenn der Spieler den Fußball nur mit dem Vollspann oder der Außenseite des Fußes nach vorne spielt. Denn auf diese Weise verliert er nicht so stark an Geschwindigkeit und kann möglichst viel Raum überwinden.

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2. Das ballhaltende Dribbling

Wenn kein Torabschluss und auch kein Abspiel möglich ist, sollte der Spieler versuchen, den Fußball zu halten. Dadurch kann er wertvolle Zeit gewinnen und einen Ballverlust vermeiden. Eventuell ergeben sich dann neue Passoptionen, indem sich die Mitspieler freilaufen. In einer solchen Situation ist das oberste Ziel, den Fußball nicht zu verlieren. Hierzu wird er möglichst eng am Fuß geführt und mit dem Körper abgeschirmt. Dadurch kann am besten auf die Aktionen des Gegenspielers reagiert werden. Wenn sich dieser von hinten nähert, wird ihm der Rücken zugedreht, um eine Balleroberung zu verhindern.

3. Das direkte Duell

Bei dieser Art des Dribblings sucht der Fußballer einen direkten Zweikampf. Er versucht mit Tricks oder Geschwindigkeit, seinen Gegner auszuspielen. Auch hierbei ist eine enge Ballführung sehr wichtig. Denn dadurch kann er schnelle und schwer durchschaubare Bewegungen durchführen. Sein Gegenüber hat nur wenig Zeit, auf diese zu reagieren und muss sich passend aufstellen, um ebenfalls Geschwindigkeit aufnehmen zu können.

Einige praktische Übungen mit Hindernisparcours

Ein Hindernisparcours kann sowohl in der Halle wie auch draußen auf dem Übungsplatz aufgebaut werden. Der Trainer kann unterschiedliche Hindernisse verwenden und damit auch den Schwierigkeitsgrad erhöhen oder senken.

1. Übung: Einfaches dribbeln mit Vorwärtsrolle

Bei diesem Hindernisparcours müssen die Spieler zunächst durch einige Hütchen dribbeln. Hierbei führen sie den Ball beim ersten Durchgang mit dem rechten Fuß und beim zweiten Durchgang mit dem linken Fuß. Denn ein guter Fußballer ist beidfüßig und damit für den Gegner schwerer zu durchschauen. Nach dem Hütchenslalom wartet ein quadratischer Kasten auf die Teilnehmer. Dieses umdribbeln sie ebenfalls und lupfen den Fußball dann über eine Bank, die sie seitlich umlaufen, um das Spielgerät mitzunehmen. Am Ende der Übung schießen sie auf das Tor und machen anschließend eine Rolle vorwärts. Um die Motivation zu erhöhen, kann der Trainer zwei Gruppen einteilen, die gegeneinander antreten. Die Spieler des Verlierer-Teams müssen zur Strafe dann zwanzig Liegestützen durchführen. Dieser Hindernisparcours kann jederzeit mit weiteren Hindernis Training zum Aufwärmensen erweitert werden.

2. Übung: Reifensprung

Dieser Hindernisparcours ist vergleichsweise schnell aufgebaut und kann nahezu überall durchgeführt werden. Der Trainer legt etwas versetzt jeweils zwei Reifen nebeneinander auf den Boden und steckt das Spielfeld mit Hütchen ab. Die Spieler werden wieder in zwei Gruppen eingeteilt, die sich dann jeweils an einem Hindernisparcours aufstellen. Sobald der Coach ein Signal gibt, laufen die ersten beiden Fußballer los. In jeden Reifen dürfen sie nur einen Fuß stellen und müssen dann zum nächsten Reifen springen. Wenn sie die Hindernisse hinter sich gelassen haben, müssen sie noch einen kurzen Sprint von circa zehn Metern absolvieren, bevor der nächste Teamkollege starten darf.

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3. Übung: Bankzauber

Mit jeweils zwei Bänken werden mehrere Gassen aufgebaut, wobei die Sitzflächen zueinander zeigen. Die Sportler stellen sich links und rechts von dem Hindernisparcours auf. Jetzt läuft von beiden Seiten ein Teilnehmer los, spielt den Ball gegen die Bank und nimmt ihn dann wieder kontrolliert mit. Anschließend passt er ihn zu dem nächsten Teamkollegen in der Reihe und stellen sich wieder hinten an. Auch dieser Hindernisparcours kann als Wettkampf durchgeführt werden. Wichtig ist, dass auch immer Mal wieder der schwache Fuß verwendet wird, um auch diesen zu stärken. Nach einigen Durchgängen wird das Tempo etwas angezogen. Um Abwechslung in die Übung zu bringen, kann diese auch rückwärts durchgeführt werden.

4. Übung: Sprungkraft und Torschuss

Die Teilnehmer stellen sich hintereinander und mit Blick in Richtung Tor an der Mittellinie auf. Der Erste in der Reihe läuft los und muss sieben Hütchen umdribbeln. Dann spielt er den Fußball in einem passenden Tempo seitlich an einer Hürde vorbei und springt über diese. Er nimmt das Spielgerät wieder auf und läuft auf die nächste Station zu, wobei es sich um einen normalen Medizinball handelt. Diesen versucht er in möglichst kleinen Schritten und mit einer engen Ballführung zu umrunden und kann anschließend auf das Tor schießen. Auch diese Übung sollte abwechselnd mit dem linken und dem rechten Fuß absolviert werden.

In welche Situationen im Training oder vorm Spiel kann ein Hindernisparcours integriert werden?

Ein Hindernisparcours kann sowohl im Training wie auch vor einem Spiel durchgeführt werden. Wichtig ist, dass die Teilnehmer jede Station ernst nehmen und sie so gut es geht durchführen. Der Hindernisparcours kann vor dem Training zum Aufwärmen oder auch während einer Einheit genutzt werden, um bestimmte Fähigkeiten zu trainieren, wie zum Beispiel die Technik, die Ballführung oder die Koordination.

Fazit

Ein Hindernisparcours eignet sich bestens zum Aufwärmen vor dem Training oder dem Spiel. Denn da hierbei unterschiedlichste Elemente zum Einsatz kommen, werden viele Muskelgruppen angeregt. Einige Übungen werden mit Ball, anderen hingegen ohne Ball durchgeführt. Solch ein Parcours kann allerdings nicht nur vor dem Training, sondern auch während des Trainings angewendet werden, um bestimmte Fähigkeiten zu verbessern. In der Regel mögen Fußballer solche Einheiten, da sie zum einen an sich arbeiten und diverse Defizite ausgleichen und zum anderen auch noch gegen ihre Mannschaftskollegen antreten können. Somit gibt es viele gute Gründe, um den Hindernisparcours regelmäßig in das Training zu integrieren.

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