Spezielles Torhütertraining – auch ohne extra Trainer

Der Torwart ist im Fussball einer der wichtigsten Spieler, wenn nicht sogar der wichtigste Spieler. Denn er muss sehr viel mitbringen und trägt zudem auch viel Verantwortung. Wenn er nur einen großen Fehler macht, kann dies über Sieg oder eben auch Niederlage entscheiden. Daher ist es sehr wichtig, dass er gut geschult ist und auf alle Situationen eines Spiels passend reagiert.

Torhüter im TeamtrainingDas Torhütertraining ins normale Fussballtraining integrieren

Leider wird der Torhüter in vielen Mannschaften beim Training im Fussball regelmäßig vernachlässigt. Denn gerade in den unteren Ligen gibt es nur einen Coach und eben keinen extra Torwarttrainer, der ein individuelles Torwarttraining durchführt. Dennoch ist es durchaus möglich, auch ohne diesen den Keeper in die Einheiten einzubinden. Dadurch kommt dieser auch auf seine Kosten und das bei zumeist sehr realistischen Bedingungen. Denn bei den unterschiedlichen Spielformen muss er sich zum Beispiel bei Flanken gegen Gegenspieler durchsetzen und schnelle Konter gezielt einleiten. Letzteres ist gerade heutzutage sehr wichtig. Denn der Torwart ist viel mehr als nur ein Schlussmann. Er ist der erste Spieler, der am Spielaufbau beteiligt ist. Daher sollte der Trainer auch solche Torhüter-Szenarien im Fussball immer wieder trainieren lassen.

Gemeinsames oder getrenntes Training?

Auch wenn kein Torwarttrainer existiert, können bestimmte Übungen auch getrennt von der Mannschaft trainiert werden. Das ist zum Beispiel dann sehr wichtig, wenn der Torhüter bestimmte Dinge verbessern soll. In diesem Fall würde der Ersatztorwart oder ein Feldspieler die Übung mit ihm durchführen. Allerdings muss der Coach vorher erläutern, wie diese genau funktioniert und sie am besten auch einige Mal vorführen. Der Torwart muss unterschiedliche Spezialübungen durchführen, um sich stetig auch bei diesen zu verbessern.

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In einer Gruppe würden diese längst nicht so effektiv sein. Daher sind also sowohl gemeinsame wie auch getrennte Übungen zu empfehlen. Dadurch wird der Torhüter ideal trainiert und bestmöglich auf alle Herausforderungen in einem Spiel vorbereitet.

Ein Torhüter muss komplexe Aufgaben erfüllen

Auch wenn häufig davon zu hören ist, dass ein Torwart nur die Aufgabe hat, Tore zu verhindern, ist das längst nicht alles. Oben wurde bereits erwähnt, dass er heute zum Beispiel auch am Spielaufbau teilnehmen muss. Zudem kommen in einem Wettkampf einige weitere Aufgaben auf ihn zu. Hierzu gehört unter anderem auch, dass er in wenigen Sekunden die richtigen Entscheidungen treffen muss. Nur dann sind seine Aktionen effektiv und sicher. Zum Beispiel muss er üben, im passenden Moment hochzusteigen und eine Flanke abzufangen. Dasselbe gilt auch für Situationen, in denen er aus dem Tor kommen und einen gegnerischen Stürmer angreifen muss. Hierbei ist es zum Beispiel sehr wichtig, dass er die Winkel möglichst eng hält und damit kaum Platz für einen Torschuss lässt.

Torwart FußballIndividuelles Konditionstraining und Krafttraining für den Torwart

Nicht nur ein Feldspieler, sondern auch der Torhüter sollte regelmäßig am Konditionstraining teilnehmen. Hierbei kann der Keeper zum Beispiel Grundlagen auf kurze Antritte und schnelle Sprünge legen. Des Weiteren muss ein Torwart auch regelmäßig einige Kraftübungen durchführen. Diese helfen ihm, zum Beispiel auch in der Luft stabil zu bleiben. Denn das ist bei Flanken sehr wichtig. Auch wenn der Torhüter im Fünf-Meter-Raum geschützt ist, sollte er sich nicht darauf verlassen, dass in einem Zweikampf in diesem Bereich immer für ihn gepfiffen wird. Besser ist es, im Training auch immer Mal wieder etwas für die Stabilität zu tun.

Einige einfache aber dafür effektive Übungen für das Torhütertraining

1. Übung: Reagieren nach akustischem Signal

Wie bereits erwähnt, muss nicht unbedingt ein Torwarttrainer vorhanden sein, um den Torhüter gezielt zu trainieren. Letzterer stellt sich mit dem Gesicht zum Tor auf die Torlinie. Einer seiner Mannschaftskollegen begibt sich mit Ball auf den Elfmeterpunkt. Sobald er ein Kommando gibt, dreht sich der Keeper blitzschnell um. In diesem Moment schießt sein Kollege einen Ball auf das Tor, den der Schlussmann versucht zu halten. Hierbei ist als eine gute Reaktionsfähigkeit gefordert. Die Übung wird ohne weitere Hilfsmittel durchgeführt und kann auf unterschiedliche Weisen variiert werden.

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2. Übung: Hohe Bälle

Auch diese Übung wird zu zweit durchgeführt. Der Torhüter steht auf der Torlinie und bekommt von einem seiner Mannschaftskollegen oder von dem Ersatztorhüter hohe Bälle auf zugeworfen. Er weiß nicht, zu welcher Seite diese kommen und muss sich daher gut konzentrieren und schnell reagieren. Das Ziel dieser Übung ist, die Bälle sicher über die Latte zu lenken. Denn auch sehr fangsichere Torwart müssen immer Mal wieder auf Nummer sicher gehen.

Das bedeutet, dass es in einem Spiel regelmäßig einige Situationen gibt, in denen er das Spielgerät sicher nach einem Torschuss oder einer Flanke über das Tor lenkt. Bei dieser Übung lernt er die hierfür passenden Bewegungen. Zumeist reicht ein leichtes Pritschen aus. Der Ballwerfer kann die Übung immer Mal wieder etwas variieren und zum Beispiel die Geschwindigkeit oder den Winkel des Balles verändern. Denn in einem Spiel kommt der Ball schließlich auch nicht immer gleich angeflogen. Des Weiteren kann er auch die Entfernung der Würfe immer Mal wieder etwas vergrößern oder verringern.

3. Übung: Sidesteps

Der Torhüter versucht sich möglichst gleichmäßig und so schnell wie möglich mit sogenannten Sidesteps zwischen den beiden Hütchen nach links und rechts zu bewegen. Wenn er diese jeweils drei Mal berührt oder umrundet hat, gibt ein Mannschaftskollege einen Torschuss ab. Der Torwart muss diesen aus der Bewegung heraus zu halten. Am besten wird die Übung zunächst langsam begonnen, bevor die Intensität dann Schritt für Schritt gesteigert wird. Da sie für den Torhüter recht anstrengend sein kann, sollte er jeweils nach fünf Minuten eine Pause erhalten.

4. Übung: Schnelle Schritte

Mit dieser Übung wird die Bewegungskoordination des Schlussmanns verbessert. Diese ist gerade für einen Torwart sehr wichtig. Der Trainer baut vier Markierungen direkt vor dem Tor nebeneinander auf. Der Torhüter durchläuft diese wie in der Animation und bekommt dabei irgendwann einen Zuwurf eines Mannschaftskollegen. Er muss sich entscheiden, ob er den Ball fängt und dann zurückwirft oder zurücktrollt. Um für Abwechslung zu sorgen, kann der Mitspieler das Spielgerät auch ab und zu flach spielen. Auch darauf muss der Keeper passend reagieren.

5. Übung: Flankenläufe

An dieser Übung kann die komplette Mannschaft teilnehmen. Denn sie simuliert eine Situation, die auch in einem Spiel immer wieder vorkommt. Die Angreifer stellen sich am Mittelkreis auf. Auf Kommando des Trainers läuft der erste Akteur in der Reihe mit vollem Tempo los und bekommt einen Pass nach außen in den Lauf gespielt. Wichtig ist, dass dieser weder zu schwach noch zu stark gepasst wird. Nachdem der Außenstürmer den Ball erreicht hat, läuft er um ein Hütchen und bringt eine möglichst exakte Flanke in die Mitte. Dort warten schon einige mitgelaufene Mannschaftskollegen auf den Pass und wollen ihn verwerten. Das müssen die Innenverteidiger verhindern, indem sie die Flanke richtig einschätzen und im Idealfall auch den Zweikampf gegen ihren Gegenspieler gewinnen. Ist der Angriff beendet, starten die nächsten Spieler in der Reihe. Die Mittelstürmer wie auch die Innenverteidiger nehmen dagegen einige Durchgänge teil und werden dann ausgetauscht. Wichtig ist bei dieser Übung, dass saubere Bälle gespielt werden.

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Wann ist der richtige Zeitpunkt, um mit dem speziellen Torhütertraining zu beginnen?

In den ersten Jahren muss noch kein spezielles Torwarttraining durchgeführt werden. Denn in dieser Zeit kristallisiert sich erst mit der Zeit heraus, welcher Akteur auf welcher Position am besten spielt. Erst frühestens ab zehn oder elf Jahren sollten spezielle Übungen auch für Torhüter durchgeführt werden. Hierbei wird zunächst mit einigen einfachen Fangübungen begonnen. Bei diesen zeigt sich recht schnell, welcher Kicker das Zeug zum Torhüter hat. Zudem ist dies der ideale Zeitpunkt für den Trainer, seinen Schützlingen zu erläutern, worauf es auf dieser Position ankommt.

Fazit

Der Torhüter ist ein sehr wichtiger Spieler in einer Fussballmannschaft. Auf ihn kommen ganz andere Herausforderungen zu als auf seine Kollegen. Denn wenn er einen Fehler macht, fällt dies zumeist deutlich schwerer ins Gewicht. Um individuelle Fehlgriffe möglichst zu minimieren, sollte er mit einem gezielten Torwarttraining passend trainiert werden. Natürlich lassen sich diese nicht komplett vermeiden. Denn Fehlgriffe sind nur menschlich. Wenn der Torhüter aber regelmäßig und vor allem richtig trainiert wird, können viele Fehler vermieden werden. Hierfür eignen sich zum Beispiel die oben erwähnten Übungen.

Um sie durchzuführen, wird noch nicht einmal ein extra Torhütertrainer benötigt. Viele Torhüterübungen lassen sich ganz einfach in das Mannschaftstraining integrieren. Zusätzlich sollte aber auch noch ein separates Programm erfolgen, an dem dann ein Mitspieler den Part des Torwarttrainers übernimmt. Wichtig ist aber, dass der Coach alle Übungen zuvor richtig erklärt und zeigt.

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