Perfekt vorbereitet! Trainingsplan und Trainingsplanung im Fußball

  1. | Warum sollte ich einen Trainingsplan erstellen? – Die Vorteile aus Trainersicht |

Jedes Fußballspiel beinhaltet ganz unterschiedliche Spielphasen, Situationen und Entwicklungen. Ebenso jede Spielzeit, jede Saisonhälfte und jede Trainingswoche. Als Trainer ist man mit diesen wechselnden Situationen und Anforderungen stetig konfrontiert. Wochenende für Wochenende finden Wettkämpfe statt, die Leistungen des Teams und einzelner Spieler sind unterschiedlich, schwankend – ebenso die resultierenden Ergebnisse.

Einzelne Spielerentwicklungen verlaufen wie gewünscht, dann wiederum ist vermeintlich „der Wurm drin“. Das so entscheidende Spiel war eine Niederlage, trainierte Inhalte haben nicht funktioniert, einige Spieler haben nicht im Bereich ihrer Möglichkeiten spielen können. Oder auch: Unzählige Siege in Folge, alles scheint wie von selbst zu laufen, das Team agiert in einem Flow, welche Aufgabe habe ich eigentlich noch als Trainer?

 

Arbeitsbuch für Fußballtrainer

Arbeitsbuch für Fußballtrainer

 

Struktur und Klarheit in der Trainingsplanung schaffen

Eine strukturierte Trainingsplanung kann und sollte die Grundlage für jeden Trainer sein, um kontinuierlich und in gewisser Weise unabhängig von beschriebenen Schwankungen und kurzfristigen Einflüssen seine eigene Arbeit und die Arbeit mit dem Team umsetzen zu können. Ein schlechtes Spiel am Wochenende führt aus der Emotion heraus gerne dazu, alles anders machen zu wollen oder zumindest infrage zu stellen. Vielleicht ein anderes System? Oder eine grundlegend andere Taktik? Oder wenigstens muss jetzt härter trainiert werden!

Jeder Trainer agiert im Wesentlichen als Entwickler. Er begleitet die Entwicklung seines Teams, fördert die Entwicklung der einzelnen Spieler und leitet die Entwicklung von Verhaltensweisen und Fähigkeiten an. Und jede Form von Entwicklung benötigt Zeit und Training und wiederum Zeit.

 

Trainingstagebuch

Trainingstagebuch

 

Strukturierter Trainingsplan: Das Wesentliche im Blick behalten

Ein strukturierter Trainingsplan unterstützt den Trainer und sein Team dabei, dass sie im Saisonverlauf beharrlich und mit notwendiger Konsequenz genau den Aspekten und Themen Bedeutung und Zeit schenken, die vorab und in ruhigen, bedachten Phasen ausgewählt wurden.

Ein Beispiel hierzu: Über die erste Saisonhälfte soll das Spiel im eigenen Ballbesitz verbessert werden. Dazu hat das Trainerteam verschiedene Themen aufgeschlüsselt, die wiederkehrend in den Trainingseinheiten und über die Trainingswochen eingebaut werden. Technische Übungen, Positionsspiele in Überzahl und Gleichzahl, Spielformen zur Entwicklung des Anbietens und Freilaufens und zur Entwicklung der Handlungsschnelligkeit sind geplant. Hinzu kommt ein angemessenes Coaching, das beispielsweise auf das Passtempo, die Position des Mitspielers, das Anspiel des passenden Fußes und weitere Faktoren eingeht. Die ersten Spiele verlaufen jedoch eher holprig, das Team hat viele Ballverluste, ein flüssiges, eigenes Spiel mit dem Ball entsteht kaum. Und nun alles anders? Zweikampfverhalten und Grätschen üben?

Geduld und Ruhe sind gefragt, die Bereitschaft dem eigens gewählten Weg langfristig und nachhaltig treu zu bleiben. Die Trainingsplanung und der eigene Plan liefern entsprechende Orientierung und Sicherheit. Was weiterhin interessant für einen guten Trainingsplan sein kann und warum manche Anpassungen durchaus Sinn machen, lest ihr im Folgenden.

 

Fußball Trainingsplaner

Fußball Trainingsplaner

 

  1. Wie gestalte ich einen Trainingsplan?

Für die Erarbeitung des eigenen Trainingsplan ist im ersten Schritt ein klares Ziel notwendig. Dies kann beispielsweise die gewünschte Spielweise der eigenen Mannschaft sein und bzw. oder das Entwickeln von bestimmten Ausbildungsschwerpunkten, insbesondere im Kinder- und Jugendfußball. In der Praxis sind diese beiden Zielsetzungen häufig eng und direkt miteinander verbunden.

Vom Ziel zu den Maßnahmen

Ist das Ziel als Grundlage der Trainingsplanung dem Trainer bewusst und mit den Trainerkollegen abgestimmt, gilt es nun festzulegen, welche Maßnahmen zu ergreifen sind, um im Saisonverlauf stetig und erfolgreich darauf hinzuarbeiten. Wesentliche Fragen können dabei sein:

Wie sieht die Spielweise in den einzelnen Spielphasen des Spiels aus – wie agieren wir bei eigenem oder gegnerischem Ballbesitz, in den Umschaltphasen nach Ballgewinn oder Ballverlust und bei Standardsituationen?

Welche technischen und taktischen Verhaltensweisen und Prinzipien gilt es zu entwickeln und wie können diese möglicherweise miteinander verbunden werden? Welche Bewegungsmuster und Bewegungsfähigkeiten sind notwendig, um erfolgreich gemeinsam Fußball spielen zu können?

Beispielhafte Inhalte für eine Trainingsplanung

Exemplarisch sind für das oben bereits benannte Team einzelne Schwerpunkte und Thema aufgeführt, die eine Vorstellung bezüglich des eigenen Vorgehens in der Trainingsplanung schaffen können:

Ziel: Entwicklung des eigenen Ballbesitzes in Richtung kontrolliertem und variablem Spielaufbau mit geduldigem Angriffsspiel

 

Technische Elemente:

Variables Passspiel                                       Kurzpassspiel, weiter Flachpass, Flugballspiel, Flanken

Variable Ballannahme                                  Ballannahmen in Ruhe, Ballannahmen in der Bewegung

Variables Dribbling                                       Andribbeln aus offener Position, ballhaltendes Dribbling, gegnerüberwindendes Dribbling

Variabler Torschuss                                      Direktabschlüsse, Abschlüsse aus verschiedenen Distanzen und Winkeln, Abschlüsse nach Flanken

 

Individualtaktische Elemente:

Wahrnehmen und Entscheiden:               Orientierung, Richtung und Art der Spielfortsetzung, Gegner- und Mitspielerbezug

Anbieten und Freilaufen                             Aufmerksamkeit, situatives Wahrnehmen und Freilaufen

Handlungsschnelle Spielfortsetzung unter Gegnerdruck

 

 

Taktische Prinzipien:

In den Rücken der Gegner spielen

Offene Spieler greifen an

Offene Spieler finden und freispielen

Überzahl am Flügel schaffen

In den Rücken der gegnerischen Abwehr gelangen

 

Abhängig von den jeweiligen, eigenen Vorstellungen und abhängig von Altersklasse und Leistungsniveau nimmt jeder Trainer hier seine eigene Aufschlüsselung und Aufteilung vor. Für einen Trainer im Nachwuchsbereich – beispielsweise als Trainer einer D-Jugend – können wesentlich technische Bausteine und allgemeine Angriffsthemen (Angreifen in kleinen Gleich- und Überzahlsituationen in verschiedenen Spielräumen) interessant sein.

Vom Großen zum Kleinen planen

Sind die Maßnahmen, Verhaltensweisen oder Bausteine festgelegt, gilt es nun diese über einen gewissen Zeitraum zu planen. Wann, wie häufig und in welchem Maße miteinander verknüpft sollen die einzelnen Themen und Aspekte trainiert werden? In der Art der Planung empfiehlt sich eine Struktur vom Großen zum Kleinen, sprich beispielsweise die Planung von einem Sechs- oder Drei-Monatsplan über einen Monatsplan hin zu einem Wochenplan und der letztlichen Planung der einzelnen Trainingseinheit in allen Details mit Übungen, Coachinginhalten, Aufbau und Distanzen.

Grundsätzlich wichtig und dabei zu berücksichtigen ist, dass kein Team und kein Spieler mit einmaligem Trainieren und Besprechen zu einem eigenen und stabilen Verhalten und Verständnis kommt. Immer wieder müssen Themen aufgegriffen, geübt und variiert werden, um den Spielern und dem Team die Gelegenheit zu geben, sie Stück für Stück zu verinnerlichen. Vielfach hat sich gezeigt, dass stabile Entwicklungen im technisch-taktischen Bereich nach drei bis sechs Monaten real sichtbar werden – wie so häufig ist entsprechend auch bei der Trainingsplanung Geduld gefragt. Der Trainer entscheidet entsprechend gemäß seinen eigenen Erfahrungen und Eindrücken, wie genau die Zusammenstellung erfolgt und welche Themen in welcher Häufigkeit bearbeitet werden.

 

Flipchart-Spielfeldblock

Flipchart-Spielfeldblock

 

  1. Ideen für die Wochen- und Monatsplanung

Eine stetige Herausforderung im Saisonverlauf für jedes Team und jeden Trainer ist, dass die wöchentlichen Wettkämpfe eine häufige und wiederkehrende Prüfungssituation schaffen. Was gelingt, was ist verinnerlicht und wo hakt es gleichzeitig noch? Jedes Spiel verlangt dabei von den Spielern die vollständige Bandbreite an Verhaltensweisen und Fähigkeiten; sie müssen im besten Fall in der Lage sein, erfolgreich anzugreifen ebenso wie zu verteidigen. Sie sollten traumwandlerisch mit dem Ball umgehen können und ebenso resolut in den Zweikämpfen agieren. Sie sollten souverän im Falle einer Führung auftreten und gleichzeitig selbstbewusst und zielstrebig negative Herausforderungen annehmen. Woche für Woche benötigen sie verschiedenste Fähigkeiten, eine Trainingswoche und selbst ein Trainingsmonat reichen jedoch nicht dafür aus, ihnen jeweils alles zu zeigen, es mit ihnen zu trainieren oder sie daran zu erinnern.

Entsprechend sind das Trainieren und auch das Planen von Training und Entwicklung das Planen auf Lücke. Jeder Trainer sollte um die kurzfristigen Herausforderungen der wöchentlichen Wettkämpfe wissen und dabei gewillt sein, seine Spieler in jeder Woche und am Besten spielerisch mit der Komplexität des vollständigen Spiels zu beschäftigen. Gleichzeitig sollte er sich immer wieder bewusst machen, dass die Fortschritte nicht immer direkt zum nächsten Spiel zustande kommen und sich erst mit der Zeit einstellen und zeigen.

Die Aufteilung in der Monatsplanung

Eine beispielhafte Monatsplanung kann dabei möglicherweise folgende Inhalte und Aufteilungen enthalten:

 

    Woche 1 Woche 2 Woche 3 Woche 4
Allgemeine Ausbildung Bewegungsschule und körperliche Entwicklung Stabilisierung der Gelenke Antritt und Reaktionsfähigkeit Antritt und Reaktionsfähigkeit
  Individuelle Technikelemente Weiträumiges Passspiel Variables Flachpassspiel
  Individuelle Taktikelemente offensiv Orientierung und Handlungsschnelligkeit Variables Dribbling Öffnende Ballannahme Variabler Torschuss
  Individuelle und gruppenbezogene Taktikelemente defensiv Verteidigen im frontalen 1 gg. 1 Gruppentaktisches Verteidigen in GZ
Spezifische Ausbildung Offensive Verhaltensweisen und Prinzipien Spielverlagerung – Überzahl am Flügel Angriffsspiel am Flügel in ÜZ und GZ Spiel in den Rücken der Abwehr Spielverlagerung mit variablem Spiel hinter die letzte Linie
  Defensive Verhaltensweisen und Prinzipien Kettenverhalten und Verteidigen der letzten Linie Gruppentaktisches Verteidigen am Flügel Kettenverhalten und Verteidigen der letzten Linie Verteidigen im Strafraum

 

Verschiedene Inhalte und Themen werden aufgegriffen und trainiert, zum Teil – wie beispielsweise der Aspekt der Spielverlagerung – im Monatsverlauf bewusst wiederholt – und somit in Erinnerung gerufen. Andere Inhalte bleiben ungeplant, eventuell werden sie spontan und aus der Trainingssituation Teil einer Einheit oder eines Coachings. Auch das – später etwas mehr dazu – darf sein.

Bei der Grundidee, dass das Spiel ganz verschiedenartige inhaltliche Anforderungen an die Spieler stellt, ist es aus Trainersicht möglich, dies wiederum auch in der Planung und monatlichen wie wöchentlichen Arbeit zu berücksichtigen. In Absprache mit dem Trainerteam lassen sich mehrere Themen – offensive wie defensive Themen, taktische wie technische Inhalte – in einer Trainingsplanung und Trainingsgestaltung vereinen und verbinden, wenn es gezielte Aufteilungen und Zuordnungen gibt. So kann ein Trainer beispielsweise das offensive Team in den Momenten der Spielverlagerung trainieren, während ein anderer Trainer den Fokus auf das Verteidigen der letzten Linie richtet und entsprechend begleitet.

 

 

Spielbeobachtungsblätter

Spielbeobachtungsblätter

 

Die Aufteilung in der Wochenplanung

In der Wochenplanung können nun – beispielsweise für Woche 1 des vorgestellten Monats – die festgelegten Schwerpunkte aufgenommen werden und im Detail geplant werden. Hierbei sollte die Kombination aus mittel- und langfristiger Planung und Arbeit in Verbindung mit der Vorbereitung auf das nächste Spiel in passender Kombination stehen. Abhängig von der Anzahl der zur Verfügung stehenden Einheiten – beispielsweise zwei oder drei Trainingseinheiten pro Woche – empfiehlt es sich, der allgemeinen bzw. langfristigen Entwicklung von individuellen Themen, Technikschwerpunkten oder übergeordneten Prinzipien ein Drittel bis die Hälfte der Trainingszeit zu widmen. Eine ähnliche Aufteilung kann dann für die spezifischen Themen, die möglicherweise ganz kurzfristig und für das kommende Wochenende bedeutsam sind, vorgenommen werden.

Leerräume planen

Zusätzlich zu den geplanten Themen und Bausteinen empfiehlt sich in der Wochen- ebenso wie in der Monatsplanung das ganz bewusste Setzen leerer Zeit- bzw. Themenblöcken. Dieser Leerraum bietet die Möglichkeit, spontan und aus den aktuellen Spieler- und Teameindrücken heraus Trainingsinhalte zu ergänzen oder Reize in eine ganz andere Richtung hinzuzufügen. Vielleicht ist noch einmal ein freies Torschusstraining wichtig oder eine Spielform, die einen ganz anderen Aspekt in den Vordergrund rückt.

 

Trainerset Fußball

Trainerset Fußball

 

  1. Die Herausforderungen und mögliche Probleme der Trainingsplanung

Wie die bisherigen Ideen und Anstöße gezeigt haben, ist die Trainingsplanung ein durchaus sinnvolles, gleichzeitig aber auch anspruchsvolles Themengebiet. Verschiedene Herausforderungen gilt es zu meistern, wie immer steht das Ergründen und Herausfinden der eigenen Lösung im Vordergrund für jeden Trainer.

Planung vs. Spontanität, Flexibilität und Anpassung

Eine bedeutsame Aufgabe hierbei ist es, ein Gleichgewicht zwischen der Planung – dem Vorausplanen und Festlegen von Inhalten, Themen und Methoden – und der Spontanität, der kurzfristigen und kreativen Anpassung und Veränderung, zu finden. Eine Saison lässt sich nicht vom ersten Tag in allen Ereignissen und Entwicklungen vorhersehen. Beharrt der Trainer zu jeder Zeit auf seinem festgelegten Plan, verschließt er möglicherweise die Augen vor den feinen Entwicklungen, Schwingungen und Bewegungen innerhalb seines Teams.

Er verpasst hier unter Umständen sinnvolle Ansatzpunkte, die sein Team oder einzelne Spieler nachhaltig unterstützen können und ihm in seinem freien und intuitiven Trainerwirken Gelegenheit zum Handeln bieten. Er erkennt oder erkennt nicht, wie wichtig beispielsweise ein freudiges Abschlussschießen ist oder dass eine ungecoachte Spielform seiner Mannschaft nun, zum Abschluss der Woche, Ruhe und Selbstvertrauen schenkt.

Andersherum kann eine planlose Herangehensweise in eine Saison und innerhalb einer Saison dazu führen, dass der Trainer sich dem Rhythmus der vorbeiziehenden Wochen hingibt – im wahrsten Sinne von Spiel zu Spiel handelt – und sich ausschließlich in kurzfristigen und häufig immer wieder ganz anderen Eindrücken verliert. Es gilt, die Mischung zu finden und sich das Bewusstsein hierfür zu erhalten.

Ergänzend hierzu stellt die stetige, bewusste Beobachtung und Wahrnehmung des eigenen Teams und der eigenen Spieler eine grundlegende Aufgabe für den Trainer und seine Kollegen dar. Was passiert wirklich? Wie verhalten sich meine Spieler untereinander und miteinander? Wie agieren sie auf dem Platz? Der Inhalt ist festgelegt, der Plan steht – was genau findet real statt? Welche Dinge funktionieren – nicht nur theoretisch oder auf dem Blatt Papier? Was findet sich auf dem Feld wieder und in den Bewegungen und Handlungen der Spieler? Sich der Trainingsplanung zu widmen ist gleichzeitig mit dem Anstoß verbunden, gewissenhaft und genau ein eigenes Gefühl zu entwickeln und dieses zur Umsetzung, Optimierung, Verstärkung und Veränderung aller Pläne zu nutzen.

 

Fußballtrainer - Starterset

Fußballtrainer – Starterset

 

Zeit nehmen, Zeit schenken

Und weil das Planen, das Umsetzen des eigenen Plans ebenso wie das kreative Anpassen und Verändern ein fortlaufender Prozess sind, spielt der Aspekt der Zeit hier eine so wichtige Rolle. Wie viel Zeit schenkt der Trainer sich selbst, der eigens entwickelten Struktur und seinem Team in der Entwicklung und Umsetzung. Wie bereits beschrieben, zeigen sich Veränderungen – natürlich auch in Abhängigkeit zur Intensität und zur Häufigkeit beispielsweise des Trainings – frühestens nachhaltig nach drei bis sechs Monaten.

Die Hälfte einer Spielzeit ist also unter Umständen bereits vergangen, bevor die Arbeit der vergangenen Wochen sichtbar und spürbar wird. Es ist eine Herausforderung, hierauf zu warten, als Trainer geduldig und beharrlich in seinem Wirken zu sein und ebenso wachsam für die passende Richtung der Entwicklung in dieser Zeit. Ruhe und Geduld lohnen sich, dies sei gesagt. Sie sind notwendig, um gewünschte Ziele zu erreichen. Und dennoch ist es nicht immer leicht, sie aufzubringen, wenn die Erfolge – entwicklungstechnisch, ergebnisbezogen – für das eigene Team ausbleiben oder nicht wie gewünscht oder geplant ausfallen.

Nachvollziehbarkeit schaffen

Abschließend sei weniger als Problem denn als Herausforderung und Möglichkeit die stetige Analyse und eigene Reflexion des Trainingsplans benannt. Durch die geschaffene und niedergeschriebene Struktur des Arbeitens und Trainierens – ein Plan sollte immer irgendwo festgehalten sein – ist es dem Trainer ganz gezielt möglich, nach Ablauf eines entsprechenden Zeitfensters, beispielsweise von drei Monaten, zurückzublicken.

Welche Inhalte wurden wie und mit welchen Entwicklungsschritten bearbeitet? Wie hat die Gewichtung einzelner Themen stattgefunden und funktioniert? Worauf haben die Spieler gut und besonders reagiert? Welche Aspekte gilt es zu ändern, wo hat das Geplante in der Wirklichkeit keine guten Folgen erbracht. Die Möglichkeit der Nachvollziehbarkeit des eigenen Arbeitens ist die Gelegenheit zur strukturierten Fortsetzung, Ergänzung und Veränderung folgender Zeitfenster und Saisonphasen. Und so schafft der Trainer sich selbst durch eine gezielte Trainingsplanung eine fortlaufende Arbeitsanleitung, die ihm Rückschau und Vorschau möglich macht und sein tägliches Arbeiten gezielt unterstützt und begleitet.

Entwickelt eure Pläne, Trainer. Findet eure eigene Mischung und vergesst gleichzeitig nie, dass der Fußball am Ende eben doch keine Wissenschaft ist. Es geht mit dem Kopf, mit den Beinen und mit ganz viel Gefühl.