SC Freiburg Training: Intensives Pressing im 2-Zonen-Spiel

Einen Tag nach dem Trainingsauftakt lief im eingeschneiten Breisgau pünktlich zum angesetzten Termin eine 27 Mann starke Trainingsgruppe auf. Auf Grund des Schneefalls der letzten Tage und Temperaturen um den Gefrierpunkt war lediglich die beheizte Hälfte des Trainingsplatzes hinter der Haupttribüne des Schwarzwaldstadions bespielbar. Der dementsprechend nasse Untergrund sollte für einige kleinere Stürze und den berühmten schnellen Ball in der Trainingseinheit sorgen.

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Sprung- und Koordinationsübungen

Damit die Kälte den Spieler weniger zusetzte als den geschätzten zwanzig Zuschauern, die sich eisern an die Umzäunung stellten, schickte Athletiktrainer Simon Ickert die Spieler in die Aufwärmphase. Zunächst sollten die Spieler fünf Minuten lang locker auf der Hälfte des Platzes laufen. Die genauen Bewegungsabläufe wurden dabei den Aufwärmkompetenzen der Profis überlassen. Danach ging es wiederum fünf Minuten ins Dehnen beim angeregten Gespräch zwischen den Spielern. Auch die Trainer schalteten sich zwischendurch in die Gespräche ein.

Währenddessen wärmten sich die Torhüter auf der anderen Seite des Spielfeldes auf, indem sie verschiedene Schussvariationen entschärfen sollten. Dabei nahm die Intensität der Schüsse und der nötige Körpereinsatz, um sie zu entschärfen, im Laufe des Aufwärmens zu. An dem Aufwärmprogramm der Torhüter sollte sich nichts ändern, bis sie zu dem Rest der Trainingsgruppe gerufen wurden.

Nachdem das Dehnen auf der anderen Seite des Feldes abgeschlossen war, wurden die Spieler in vier Gruppen eingeteilt. Ickert hatte für jede Gruppe fünf Ringe in einer Reihe ausgelegt und zu diesen in einem Abstand von ungefähr sieben Metern ein Dreieck aus Hütchen aufgebaut. Die Spieler sollten nun verschiedene Bewegungsabläufe vollziehen. Sie starteten immer vom vorderen Hütchen und absolvierten eine Runde über die Ringe zurück zum Hütchen.


Variation 1: Eine Runde über die Hütchen laufen, jeweils ein Kontakt in jedem Ring.

Variation 2: Im Slalom zwischen den Ringen mit dem Körper stets nach vorne gerichtet.

Variation 3: Beidbeinig abspringen und landen jeweils in und zwischen den Ringen.

Variation 4: Im Slalom durch die Ringe mit Seitwärtsschritten, nach dem Slalom Sprint bis an die Line zwischen den hinteren beiden Hütchen.

Variation 5: Einbeinige Stabilisationssprünge von Ring zu Ring, zum Schluss Sprint an die Linie zwischen den beiden hinteren Hütchen. Dann mit tiefem Oberkörper wenden, Sprint ans vordere Hütchen.
Diese kleinen Variationen nahmen insgesamt sieben Minuten in Anspruch. Die gesamte Aufwärmphase dauerte demnach zwanzig Minuten.

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Agressives Pressing und Starten in die Räume

Anschließend fanden sich die Spieler in der Mitte des Feldes zusammen. Die Co-Trainer teilten sie mittels Leibchen in drei Gruppen ein und erklärten die Übung. Die folgende Übung erstreckte sich über das gesamte Feld. Das Trainergespann hatte mit je zwei Stangen an beiden Seitenlinien des Feldes vor beiden Strafräumen eine Zone gebildet. Diese waren zirka sieben Meter breit und befanden sich fünf Meter vor den beiden Strafräumen. Die acht Mann starken Teams sollten nun in diesem Raum einen Spieler frei spielen.


Die verteidigende Mannschaft sollte sich gleichzeitig nicht hinter die hintere Stange zurückdrängen lassen. Als feststehende Konstante gab es kurz vor den Zonen eine Viererkette. Das Spiel davor wurde im Verlauf der Übung in Bezug auf die Positionen freier gestaltet. Die Mannschaft in Ballbesitz sollte auf dem bewusst eng gehaltenen Spielfeld den Ball möglichst durch ein breites Spiel zirkulieren lassen. Das wurde in der Erklärung mehrfach betont. Gelang es einer Mannschaft, durch Freispielen eines Spielers in der Zone zu punkten, wurde rotiert. Falls das länger keiner Mannschaft gelang, wurde auf Signal der Trainer rotiert.

Nachdem jede Mannschaftspaarung fünf Minuten gespielt hatte, wurden die Torhüter gerufen. Von diesem Moment an war es auch möglich ein Tor zu erzielen, um zu punkten. Ab jetzt achteten die Trainer darauf, dass die verteidigende Mannschaft möglichst lange nicht hinter die Zone viel. Anhand der Zwischenrufe der Trainer, vor allem durch Christian Streich, konnten mehrere Hauptaugenmerke dieser Übung ausfindig gemacht werden:

Fokus Offensive: Das Spiel möglichst breit machen auf dem engen Raum – Den Ball so schnell wie möglich laufen zu lassen (von Streich mehrmals moniert) – Schnell in die Räume starten, wenn sie sich ergeben.

Fokus Defensive: Aggressives Pressing – möglichst weit nach vorne schieben – nicht hinter die eigene Zone fallen (mehrmals moniert) – wenn man in Ballbesitz kommt, möglichst schnell kontern.
Bei allen Mannschaften wurde das Zusammenspiel zwischen der defensiven Viererkette und dem Mittelfeld beobachtet.

Dabei stand in der Defensive die Verteidigung des Raumes durch die Viererkette und das Pressing des Mittelfeldes im Zentrum. In der Offensive war vor allem das Zusammenspiel in der Frage der Passoptionen und beim schnellen Starten in den Raum, wenn dieser sich ergab, gefragt. Gerade bei Seitenwechseln waren startende Außenverteidiger eine Option.

Die Übung war intensiv. Durch den engen Raum kam es zu vielen Zweikämpfen, die ernst geführt wurden. Kleine Beschwerden über das Einsteigen des Gegners sind ein Beleg für die Intensität. Dass die Spieler die Übung ernst nahmen, zeigte sich auch an einer Verstimmung des Freiburger Angreifers Florian Niederlechner, der mit der Leistung seiner Mannschaft unzufrieden war und mit seinen Mitspielern in eine kurze Diskussion geriet, als er seinem Ärger freien Lauf ließ.

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Nach einer Stunde beendete Christian Streich die Übung und damit gleichzeitig die Trainingseinheit und entließ die Spieler in die warme Kabine. Vorher gaben sie noch ein paar kleinen Zuschauern Autogramme, die sich schon sehnsüchtig am Gang zur Kabine positionierten.

Von Julian Pfitzer

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