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Faszination Futsal – Zauber unterm Hallendach

Futsaltraining: Der „Budenzauber“ war lange fester Bestandteil einer jeden Fußballsaison. Wenn im Winter die Stadien nicht bespielbar und die Trainingsplätze von hohen Schneeschichten bedeckt waren, kamen in der Halle die Techniker auf ihre Kosten. Von der Bundesliga bis zur Kreisklasse duellierten sich die Vereine im Spiel fünf gegen fünf und konnten ihre fußballerischen Qualitäten zeigen und das eine oder andere Kabinettstückchen auspacken. Es mag dem immer milder werdenden Winter geschuldet sein oder der gesteigerten Verletzungsgefahr, die immer öfter als zu hoch angesehen wurde und dazu führte, dass Spieler und Trainer die Liebe zum Hallenfußball verloren. Seit einiger Zeit aber erlebt der „Budenzauber“ eine Renaissance – unter dem Namen Futsal. Was auf den ersten Blick wie ganz normaler Hallenfußball aussieht, ist bei genauerem Hinschauen eine eigene Sportart, die dank spezieller Futsal Regeln und anderer Philosophie das Zeug hat, dem schönen Spiel auf kleinem Hallenfeld zu neuer Stärke zu verhelfen.

Inhaltsverzeichnis

 

1. Unterschiede zwischen Futsal und Fußball

2. Woher kommt Futsal eigentlich?

3. Die Stars der Futsal-Szene

4. Futsal in Deutschland

5. Wie unterscheidet sich das Fußball- vom Futsaltraining?

6. Futsalltraining und Futsal-Trainingspläne

7. Taktik und Spielzüge im Futsal

8. Die Futsal-Positionen

9. Checkliste der Futsal-Regeln (inkl. Regel-Download!)

10. Weitere Artikel aus unserem Blog

 

1. Unterschiede zwischen Futsal und Fußball

Futsal Regeln machen Unterschied zum Hallenfußball aus

Beim Beobachten eines Futsal-Spiels fällt schnell auf, dass Foulspiele sehr viel seltener vorkommen als beim klassischen Fußball. Auch der Hallenfußball ist nicht zuletzt deshalb sehr gefährlich, weil Grätschen auf dem Hallenboden und enge Zweikämpfe in Nähe der Bande Unfallpotential bieten. Beim Futsal gibt es keine Banden – und auch kaum Grätschen. Die Schiedsrichter sind angehalten, Tacklings sofort abzupfeifen, wenn sie die Gesundheit des Gegenspielers gefährden. Die ursprünglichen Futsal Regeln sahen ein gänzliches Tackling-Verbot am Gegenspieler vor, wurden von der FIFA aber mittlerweile revidiert. Zwar ist Futsal kein körperloser Sport ähnlich dem Basketball, doch die meisten Spieler halten sich in den Zweikämpfen zurück, denn die Futsal Regeln sehen sehr viel härtere Strafen vor als beim Fußball. Fouls werden pro Mannschaft gezählt, ab dem fünften Mannschaftsfoul pro Halbzeit wird unmittelbar ein direkter Freistoß verhängt, der aus zehn Metern und nur gegen den Torwart geschossen werden darf. Jedes weitere Foul bedeutet dann einen weiteren Freistoß. Bei einer Halbzeit von 20 Minuten Netto-Spielzeit darf man sich nicht viele Fehltritte erlauben.
Futsal
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Baronb / www.fotolia.de

Futsal ist mehr als fairer Hallenfußball

Futsal ist nicht nur fairer als Hallenfußball, er fordert auch noch mehr spielerische Qualität. Das liegt vor allem an Rückpass- und Vier-Sekunden-Regel. Die Zeitbeschränkung gilt für Situationen, in denen der Ball ruht oder vom Torhüter in der eigenen Hälfte kontrolliert wird. Nach vier Sekunden muss der Torhüter den Ball wieder freigeben, die Ecke ausgeführt oder der Ball eingekickt werden. Andernfalls wechselt der Ballbesitz zum Gegner. Die Rückpassregel besagt darüber hinaus, dass der Ball in jedem Angriff nur einmal zum Torhüter zurückgespielt werden darf. Vor jedem weiteren Rückpass muss der Gegner den Ball zwischenberühren. Die einfache Möglichkeit, das Spiel über den Torhüter fortzusetzen, entfällt und fordert die ballführenden Spieler, eine offensive Lösung zu finden. Die Ausnahme bilden Situationen, in denen der Torwart sich in der gegnerischen Hälfte befindet. Dort kann er ganz normal ins Angriffsspiel eingebunden werden und eine Überzahl herstellen, auch ein Wechsel des Schlussmanns gegen einen Feldspieler ist erlaubt. Allerdings existieren keinerlei Beschränkungen, was den Torabschluss anbetrifft. Wenn ein Abwehrspieler den Ball gewinnt, darf er ihn aus jeder Position des Spielfeldes in das gegnerische Tor schießen. Auch der Torhüter darf nach den Futsal Regeln Tore erzielen. Ein Ballverlust mit aufgerücktem Keeper wird deshalb oft direkt mit einem Gegentor bestraft.

Ein Ball für Techniker

Auch der Futsal Ball ist für Techniker gemacht. Mit einem Umfang von 62 bis 64 Zentimetern ist er etwas kleiner als ein gewöhnlicher Fußball, der 68 bis 70 Zentimeter misst. Auch der Luftdruck ist mit maximal 0,9 bar geringer als der des großen Nachbarn, der in der Regel etwa 1,1 bar beträgt. Das Spielgerät ist damit schwerer und springt kaum nach oben ab. Bei einer Fallhöhe von zwei Metern auf den Hallenboden darf er laut Regelwerk maximal 65 Zentimeter hoch abspringen, mindestens aber 50 Zentimeter sind Pflicht. Die äußeren Vorgaben sind denen des Hallenfußballs ähnlich. Das Spielfeld ist 38-42 Meter lang und 20-25 Meter breit, es existieren keine Banden, wenn der Ball im Aus landet, wird das Spiel mit Einkicken fortgesetzt. Gespielt wird zweimal 20 Minuten auf Handballtore, bei jeder Spielunterbrechung wird die Zeit gestoppt. Strafstöße bei Fouls im Strafraum werden anders als direkte Freistöße ab dem fünften Mannschaftsfoul aus sechs Metern geschossen. Im Futsal Training werden deshalb oft auch Zweikämpfe trainiert, in denen der Gegner passiv geblockt werden soll, um kein Foulspiel zu riskieren.

2. Woher kommt Futsal eigentlich?

In Deutschland ist Futsal noch recht jung und unbekannt, wird oftmals mit Hallenfußball gleichgesetzt, obwohl deutliche Unterschiede bestehen. Dabei gehört Futsal schon seit 1989 offiziell zur FIFA. Seinen Ursprung findet der Sport aber – wie sollte es anders sein – in Südamerika, dem Kontinent der Techniker, der Maradonas, Peles, Messis und Neymars. Im Jahr 1930 war Uruguay nicht nur Ausrichter der ersten Fußball-Weltmeisterschaft und nach dem siegreichen Finale von Montevideo gegen Argentinien auch erster Titelträger, sondern zugleich Ausgangspunkt des Futsals. Der Sportlehrer Juan Carlos Ceriani hatte sich das Ziel gesetzt, eine Spielform des Fußballs zu entwickeln, die das Spiel auch für Kinder attraktiver machen würde. Er entwickelte das Spiel mit kleinem Ball und engem Spielfeld, um jungen Menschen Technik und Spielfreude zu vermitteln und erdachte Futsal Regeln, die die Basis des heutigen Spiels bilden. Es dauerte zwölf Jahre, ehe der südamerikanische Sportlehrerbund Futsal als Sportart in den Schulunterricht aufnahm. Seit 1942 fand in südamerikanischen Schulen regelmäßig Futsaltraining statt.

„Futebal de Salão“ – die erste Futsal-Liga

1952 erhielt der Futsal seinen ersten offiziellen Wettbewerb. In Sao Paulo wurde die brasilianische Liga „Futebal de Salão“ gegründet, später gingen daraus übergeordnete Gremien hervor wie die International Confederation of Futebal de Salão. Dem weltweiten Durchbruch mit der Aufnahme in die FIFA 1989 folgten bisher acht offizielle Weltmeisterschaften mit Austragungsorten in Südamerika, Europa und Asien, die im Vier-Jahres-Rhythmus stattfinden. Fünfmal setzten sich die Brasilianer die Krone auf, zweimal gelang den Spaniern der Sprung an die Weltspitze, zuletzt sicherte sich 2016 Argentinien erstmals den Titel. Die Nationen der Titelträger sind es auch, in denen Futsal am weitesten verbreitet ist. Während Südamerika als Geburtsstätte des Futsals ohnehin die Nummer Eins in diesem Sport ist, gehört Spanien zu den europäischen Vorreitern. Die División de Honor umfasst 16 Profimannschaften und bildet die stärkste Futsal-Liga des Kontinents, gefolgt von einigen osteuropäischen Ligen. Der 2001 eingeführte UEFA Futsal Cup, ein jährliches, internationales Futsal-Turnier der europäischen Landesmeister, wurde bislang allein achtmal von spanischen Teams gewonnen. Rekordsieger ist Club Inter Fútbal Sala aus Alacalá de Henares. Aufgrund verschiedener Sponsoren änderte der Klub in der Vergangenheit öfters den Namen, tritt derzeit auch unter dem Titel Inter Movistar an. Neben vier UEFA Futsal Cup-Siegen stehen elf spanische Meisterschaften, neun Pokalsiege und viermal der Weltpokal in der Trophäensammlung. Playas de Castellón und der FC Barcelona mit jeweils zwei Titeln machen die spanische Futsal-Liga zu erfolgreichsten Europas. Dahinter folgt Russland, das mit Dynamo Moskau, MFK Viz-Sinara und TTG-Ugra Yugorsk bislang drei Titelträger hervorbrachte, der kasachische MFK Kairat Almaty konnte sich zweimal die europäische Krone aufsetzen.

3. Die Stars der Futsal-Szene

Als größter Futsal-Spieler aller Zeiten gilt bis heute der Brasilianer Falcao. Der Stürmer ist sowohl Rekordspieler als auch Rekordtorschütze bei Weltmeisterschaften, traf in 34 Partien 48 Mal und sicherte sich und seinem Heimatland fünf WM-Titel. Vor allem seine unwiderstehlichen Dribblings und sein phänomenaler linker Fuß führten dazu, dass er zweimal zum besten Futsal-Spieler der Welt gekürt wurde. Er ist bester Torschütze der brasilianischen Liga, in der er für zahlreiche Vereine auflief, unter anderen für Corinthians Sao Paulo und Malwee/Jaraguá, aber auch Toptorjäger der Nationalmannschaft. Mehrfach versuchte Falcao, sich auch im klassischen Fußball durchzusetzen, was ihm allerdings nie gelang. Seine außergewöhnliche Technik erlaubte es ihm, die Futsal-Szene über einen langen Zeitraum hinweg zu dominieren. Videos seiner besten Tricks und Tore gingen viral und begeistern zahlreiche Fußball- und Futsal-Fans.

Die Erben des großen Falcao

Der unmittelbare Nachfolger des großen Falcao in Brasilien ist Neto. 2012 wurde er zum besten Spieler der Weltmeisterschaft gewählt. Wie sein Vorgänger im brasilianischen Nationalteam besticht auch er mit seinem hervorragenden linken Fuß.


2016 führte der Argentinier Fernando Wilhelm seine Nation mit einer überragenden Leistung zum ersten Futsal-WM-Titel der Geschichte und erhielt dafür den Goldenen Ball des besten Spielers. Schon vorher hatte er mit den Gauchos zweimal die Copa America und einmal en Confed Cup gewonnen, mit seinem Klub Benfica Lissabon zweimal den portugiesischen Supercup.


Als neuer Stern am Futsal-Himmel gilt aber ein Portugiese. Ricardo Filipe da Silva Braga, kurz Ricardinho, ist für viele Futsal-Fans der beste Spieler seit Falcao. Sie nennen ihn „O Mágico“, weil er Dinge macht, die gar nicht möglich zu sein scheinen. In höchstem Tempo lässt er Gegenspieler aussteigen, auf engstem Raum behauptet er Bälle gegen zwei, drei, vier Gegenspieler. Bereits zweimal wurde er zum besten Futsal-Spieler der Welt gewählt.

Topstars zwischen Rasen und Parkett

Dem großen Falcao gelang der Sprung vom Futsal-Parkett unter dem Hallendach auf den grünen Rasen des Spitzenfußballs zwar nicht, trotzdem sind viele Spieler in beiden Sportarten sehr erfolgreich gewesen. Einer der prominentesten Fußballer, der nach seiner Karriere erfolgreich zum Futsal wechselte, ist wiederum Brasilianer: Ronaldinho. Der Mittelfeldspieler, der schon als Fußballer für den FC Barcelona oder die Nationalmannschaft seine Fans verzauberte und wahnwitzige Dribblings und Tricks auf den Platz legte, konnte seine technische Genialität auch mit dem Futsal Ball zelebrieren. Allein sein Debüt in der indischen Futsal-Liga war eine Offenbarung. Beim 7:2-Sieg seines Teams Goa gegen Bengalura gelangen dem ehemaligen Weltfußballer fünf Treffer – einer schöner als der andere.

Große Stars in Indien

Zugegeben ist es keine Überraschung, dass Ronaldinho nach seiner Fußballkarriere zum Futsal wechselte. Doch nicht nur er, der schon in seiner Kindheit mit dem Sport in Kontakt kam und früh Futsal Training erhielt, gönnte sich eine zweite Laufbahn mit dem kleineren Futsal Ball. Auch sein Landsmann Cafú heuerte bei Goa an. Paul Scholes, lange Zeiten in Diensten von Manchester United, schloss sich dem indischen Bengaluru an, auch seinen ehemaliger Teamkollege Ryan Giggs zog es nach Indien, er wechselte nach Mumbai. Während China mit Großinvestitionen in Spitzenfußballer versucht, die Lücke zu den großen europäischen Ligen zu schließen, schickt sich Indien mit einer ähnlichen Strategie an, die Futsal-Szene einzunehmen. Michel Salgado, ehemals Außenverteidiger bei Real Madrid, der argentinische Superstar Hernan Crespo oder Portugals Regisseur Deco – sie alle schnüren oder schnürten ihre Hallenschuhe in der indischen Premier Futsal League. Diese hat übrigens auch einen berühmten Präsidenten: Luis Figo. Der Portugiese ist nicht von ungefähr in dieser Position gelandet, ihn verbindet eine lange Beziehung mit dem Futsal. Schon vor seiner großen Karriere als Fußballer glänzte er unter dem Hallendach und schulte dort seine begnadete Technik. Das Futsaltraining seiner Kindheit machte ihn erst zu einem der größten portugiesischen Fußballer aller Zeiten und später zum Futsal-Funktionär.

Schnell denken und spielen

Nicht nur Figo, auch viele andere bekannte Fußballer haben das Futsaltraining genutzt, um sich für ihr Spiel auf dem großen Platz vorzubereiten. Der Größte unter ihnen war Pele. „Beim Futsal muss man schnell denken und spielen können“, sagte er einmal und nutzte diese Fähigkeiten, um zum seinerzeit besten Fußballer der Welt zu werden. Ganz ähnlich ging es dem späteren brasilianischen Stürmerstar Ronaldo. Er liebte die Herausforderung des kleinen Platzes, die seine Beinarbeit gegen viele Verteidiger auf engem Raum forderte und eine Handlungsschnelligkeit schulte, die ihn später zum Fußball-Weltmeister machte. Es kann kaum überraschen, dass so viele Brasilianer unter den Fußballern sind, die ihre Karriere einst im Futsal begannen. Der Freistoßschütze Juninho, Tempodribbler Robinho, Superstar Neymar, aber auch Bundesliga-Profi Raffael schulten ihr Talent einst beim Futsal.

Ohne Futsal Training wäre ich nicht hier

„Es hat mir sehr geholfen, der zu werden, der ich heute bin.“ – „Wäre der Futsal nicht gewesen, ich würde heute nicht der Spieler sein, der ich bin.“ Zwei Aussagen, die die Bedeutung des Futsals für Fußballer auf den Punkt bringen. Doch wer hat das gesagt? Das erste Zitat stammt von Lionel Messi, der argentinischen Zaubermaus, die seine Gegenspieler oft wie Fahnenstangen stehen lässt, das Zweite von Cristiano Ronaldo, dem mehrfachen Weltfußballer, dessen Schnelligkeit, Schusskraft und Dynamik ihn kaum stoppen lassen. Die beiden größten Fußballer der letzten Jahre haben eine Futsal-Vergangenheit, die sie zu schätzen wissen. Gleiches gilt für den genialen Zinedine Zidane und die denkwürdige Mittelfeldzentrale des FC Barcelona aus Iniesta und Xavi. Keine Frage, der Futsal hat Fußball-Legenden hervorgebracht. Auch ein deutscher Nationalspieler verfeinerte seine Technik einst mit Futsaltraining: der junge Schalker Offensivmann Max Meyer.

4. Futsal in Deutschland

Apropos Max Meyer. Bisher ist er der einzige deutsche Nationalspieler, der eine Vergangenheit im Futsal vorweisen kann. Das liegt vor allem daran, dass Futsal in Deutschland noch ein weitgehend unbeschriebenes Blatt ist. Erst 2006 wurde mit dem DFB-Futsal-Cup erstmals eine Meisterschaft in dieser Sportart eingeführt. Zehn Jahre später trat endlich auch die deutsche Futsal-Nationalmannschaft zu ihrem ersten Spiel an. In Hamburg wurde das erste Länderspiel gegen England mit 5:3 gewonnen. Kapitän der ersten Nationalmannschaft wurde Timo Heinze, dem einst die große Karriere als Fußballer versagt geblieben war, nachdem er noch als Nachwuchsspieler des FC Bayern an der Seite von Bastian Schweinsteiger und Philipp Lahm deutscher Juniorenmeister geworden war. Auch der erste Pflichtspielsieg ließ nicht mehr allzu lange auf sich warten. In der Qualifikation zur Europameisterschaft konnte Estland geschlagen werden, trotzdem reichte es letztlich nicht zur EM-Teilnahme. Trainer Paul Schomann zug sich daraufhin von seinem Posten zurück und übergab das Traineramt an Marcel Loosveld, der schon vorher Erfahrungen als Futsal-Nationaltrainer seines Heimatlandes Holland gesammelt hatte.

Deutsche Futsal-Szene auf Vereinsebene

Die erste Qualifikation zu einem internationalen Turnier für die Nationalmannschaft ist zwar gescheitert, jedoch scheint es eine Frage der Zeit, bis eine deutsche Mannschaft zu Welt- oder Europameisterschaften fährt. Seit dem Jahr 2006 ist viel passiert, das Futsaltraining ist deutlich professioneller geworden. Erster deutscher Futsal-Meister wurde der UFC Münster, der im Finale die SVG Göttingen 07 nach Sechsmeterschießen bezwang. Rekordmeister mit vier Titeln sind die Hamburg Panthers. Seit 2015 wird nun auch eine offizielle Futsal-Meisterschaft ausgespielt. 2017 wurde das Endspiel erstmals im TV übertragen. Sport1 war live dabei, als die Futsal-Mannschaft des SSV Jahn Regensburg das Finale gegen den westsächsischen Vertreter vom VfL Hohenstein-Ernstthal mit 7:4 für sich entschied.

5. Wie unterscheidet sich das Fußball- vom Futsaltraining?

Viele Stars haben sich sowohl im Fußball als auch im Futsal einen Namen gemacht, die Verwandtschaft der beiden Sportarten ist unverkennbar. Fraglos können Spieler beider Sportarten in erheblichem Maße voneinander profitieren. Vor allem Fußballtrainer schicken ihre Mannschaft gern in die Halle, um unter Futsal Regeln die spielerischen Fähigkeiten zu verbessern. Auf engem Raum müssen Lösungen gefunden werden – eine Situation, die auch beim Fußball ständig vorkommt. Der Nutzen ist sogar wissenschaftlich bestätigt. Die Universität Frankfurt erstellte eine Studie, die zu dem Schluss kommt, dass Futsal die Fähigkeit von Fußballern, Situationen mit individueller Technik zu lösen, deutlich verbessern kann. Demnach kann Futsal im Nachwuchsbereich eingesetzt werden und als Sprungbrett für spätere Fußballer dienen. Neben einer Steigerung der technischen Möglichkeiten eines Spielers werden auch Handlungsschnelligkeit und Verantwortungsbewusstsein geschult. Ersteres aufgrund der sich schnell verändernden Spielsituationen, letzteres auch aufgrund der Futsal Regeln, vor allem der Rückpassregel. Der Ausweg über den Torhüter ist nicht möglich, so dass die Spieler das Selbstbewusstsein erarbeiten müssen, schwierige Situationen selbst zu lösen, auch als letzter Mann den Futsal Ball zu behaupten und Verantwortung zu übernehmen. Außerdem ist eine günstige Ablenkung zum normalen Fußballtraining sichergestellt.

Geringere Verletzungsgefahr

Prinzipiell ist Hallenfußball schon immer als gute Technikschulung wahrgenommen worden. Auf engem Raum ist der nächste Gegenspieler immer schon da und muss ausgespielt werden. Eine hohe technische Qualität ist da unabdingbar. Doch die hohe Verletzungsgefahr hat viele Trainer abgeschreckt, Hallenfußball ins regelmäßige Trainingsprogramm aufzunehmen. Futsaltraining ist auch dank seiner speziellen Futsal Regeln diesbezüglich eine gute Alternative. Aufgrund der gezählten und hart geahndeten Mannschaftsfouls und nicht vorhandenen Banden sind wichtige Verletzungsfaktoren ausgeschaltet und verleihen dem Spiel einen besonderen Charakter, bei dem wenig gekämpft, aber umso mehr gespielt wird.

6. Futsalltraining und Futsal-Trainingspläne

Trainingspläne für Futsal-Trainer

Trotz aller Ähnlichkeiten unterscheidet sich das Futsal Training in einigen Bereichen von Fußballtrainingseinheiten. Ähnlich wie beim Handball werden beispielsweise Spielzüge genau einstudiert. Zwar trainieren auch professionelle Fußball-Mannschaften Laufwege und Passfolgen, eine derart exakte Übung eines Spielzuges wie beim Futsal ist jedoch kaum möglich. Doch dazu später mehr. Der Aufbau einer Einheit im Futsaltraining ist dem des Fußballs nicht unähnlich. Nach einer Aufwärmphase zu Beginn stehen Technik- und Taktikübungen an, bevor zum Ende hin oft Spielformen auf dem Programm stehen. Die Futsal Regeln sind in einer einfachen Taktikstunde zu Beginn des Futsal Trainings schnell und einfach zu erklären.

Die Erwärmung

Schon in der Erwärmung sollte der Futsal Ball unbedingt zum Einsatz kommen. Die Einheit kann mit einfachem Dribbeln und kurzen Zuspielen beginnen. Eine kurzweilige und spaßbetonte Variante, um die Muskulatur aufzuwärmen, ist auch ein Fangspiel mit jeweils einem Futsal Ball am Fuß jedes Spielers. In einem festgelegten Spielfeld versucht ein Spieler mit Futsal Ball am Fuß innerhalb von einer Minute so viele Teamkollegen wie möglich zu fangen. Anschließend wird ein neuer Fänger bestimmt. Es gewinnt derjenige mit den meisten gefangenen Spielern. Auch in anderen Formen kann die Technikschulung schon Teil der Erwärmung sein. So können beispielsweise Hütchen in einem Abstand von acht bis zehn Metern aufgestellt werden, zwischen denen sich zwei Spieler Bälle zuspielen. Die Ballannahme erfolgt auf der einen Seite des Kegels, der Pass wird auf der anderen Seite gespielt. In der ersten Phase des Trainings sollte darauf geachtet werden, dass die Akteure ein gutes Gefühl für die Futsal Bälle bekommen und futsalspezifische Bewegungen ausüben. Von besonderer Bedeutung im Futsal Training ist die Sohle, die besonders häufig für Ballan- und -mitnahme genutzt wird und eine hohe Ballkontrolle ermöglicht.Futsal Spielfeld

Technikschulung mit Torabschluss im Futsaltraining

Ein guter Futsal-Spieler ist immer auch ein guter Techniker. Um geniale Tricks zeigen zu können, sind oftmals unzählige Wiederholungen von Bewegungsabläufen nötig. Topspieler nutzen dafür die Zeit vor oder nach dem Futsal Training. Während der Einheiten sollte jedoch bedacht werden, dass Technik nie Selbstzweck ist, sondern immer die Möglichkeit bieten soll, schwierige Spielsituationen auf dem Platz erfolgreich lösen zu können. Entsprechend sollte auch das Futsaltraining möglichst spielnah erfolgen. So kann im Training Decken-Freilaufen gespielt werden, bei dem auf engem Feld möglichst viele Zuspiele ohne Unterbrechung des Gegners geschafft werden sollen.

In einer anderen Spielform treten zwei Mannschaften gegeneinander an. Ein Spieler von Mannschaft A schießt einen Freistoß aus 10 Metern. Der Torhüter von Team B wirft anschließend den gehaltenen oder einen neuen Futsal Ball einem von zwei Mitspielern zu, die rechts und links neben seinem Tor auf der Grundlinie stehen und nun einen Angriff auf das gegenüberliegende Tor möglichst schnell abschließen müssen. Der vormalige Freistoßschütze wird unmittelbar zum Verteidiger. Wem gelingen in fünf Minuten mehr Tore? Wichtig ist dabei, in beiden Toren möglichst viele Futsal Bälle liegen zu haben, damit der Spielfluss im Futsal Training nicht unterbrochen wird.

Überzahlspiele

Beliebt sind auch Spielformen, in denen die ballbesitzende Mannschaft in Überzahl agiert. In einem Spiel ohne Tore können drei Mannschaften zusammengestellt werden, von denen jeweils zwei gemeinsam den Futsal Ball halten, während die dritte Mannschaft versucht, in Unterzahl den Ball zu gewinnen. Die Mannschaft, welche den Ball verliert, ist die nächste Unterzahlmannschaft. Wenn auf Tore gespielt werden soll, werden zwei neutrale Spieler bestimmt, die immer die Mannschaft unterstützen, die gerade in Ballbesitz ist. So können nicht nur Überzahlsituationen hergestellt werden, so wird auch die Konzentration und Reaktionsschnelligkeit trainiert, wenn innerhalb kurzer Zeit vollkommen neue Spielsituationen entstehen. Auch die Futsal Regeln, vor allem die 4-Sekunden-Regel sollten im Futsaltraining zur Anwendung kommen, damit die Spieler perfekt auf den Wettkampf vorbereitet sind.

7. Taktik und Spielzüge im Futsal

Taktik ist ein wichtiger Bestandteil von Futsal. Zunächst spielen Mannschaften in der Halle ähnlich wie auf dem grünen Rasen im Fußball in einer Grundformation. Das klassische System aus dem Hallenfußball ist ein 2-2, kommt also mit zwei Verteidigern und zwei Angreifern aus, wobei die Spieler untereinander rotieren, die Positionen nahezu ständig wechseln, aber darauf achten, dass alle Positionen jederzeit besetzt sind. Im Futsal haben sich daneben auch 3-1- sowie 4-0-System etabliert. Ein Spiel mit drei Verteidigern ist prinzipiell etwas defensiver und auf das Umschaltmoment nach Ballgewinnen ausgelegt, das 4-0-System eine maximale flexible Aufstellung, die besonders gut geeignet ist, um einstudierte Spielzüge aufs Parkett zu bringen. Das 4-0-System ist eine Ausgangssituation für Angriffe, die mit einem Auftaktpass eingeleitet werden und den Gegner zu Fehlern zwingen sollen. In der Grundstellung sind dabei die zwei zentralen Spieler etwas tiefer positioniert als die beiden äußeren Akteure, sodass eine Formation ähnlich der einer Viererkette im Fußball entsteht.

Spielzüge im Futsaltraining vorbereiten

Um aus der 4-0-Grundstellung gefährliche Angriffe zu fahren, müssen die Abläufe klar einstudiert sein und mit einem Auftaktpass eingeleitet werden. Futsal-Coaches unterscheiden im Futsaltraining zwischen Angriffen ohne, mit diagonaler und mit paralleler Rotation der Spieler. Die einfachste Form ohne Rotation ist auf recht einfache Stellungsfehler des Gegners angewiesen, um zum Erfolg zu kommen. Die vier Spieler einer Mannschaft spielen sich Futsal Bälle zu, ohne aus den Positionen der Grundformation auszubrechen. Voraussetzung dafür ist, dass der Gegner möglichst hoch verteidigt. Bei passender Gelegenheit läuft dann ein Außenspieler im Rücken der Verteidiger ein und bekommt den Futsal Ball steil durchgesteckt. Dieses recht einfache Überspielen des Gegners ist allerdings nur selten möglich, sodass ambitionierte Mannschaften auf eine Rotation der Spieler setzen.

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Die diagonale Rotation funktioniert dabei folgendermaßen: Der linke Außenbahnspieler verbleibt in seiner Position. Der halblinke Spieler im 4-0-System spielt ihm den Ball zu und läuft dann diagonal nach rechts vorn. Seine halblinke Position wird vom halbrechten Spieler übernommen, der rechte Außenbahnspieler schiebt ebenfalls nach auf die halbrechte Position. Der linke Außenbahnspieler entscheidet nun, ob er den Ball diagonal in den Lauf des dahin durchgelaufenen Spielers spielt oder ob er ihn zurück ins Zentrum passt. In diesem Fall übernimmt der diagonal gelaufene Spieler die Position des Rechtsaußens und der Kreislauf beginnt von vorn. Schnelle Ballzirkulation bringt den Gegner in Bewegung und öffnet Lücken, durch die die Futsal Bälle nach vorn gespielt werden kann.

Die parallele Rotation ist eine Trainingsform, bei welcher der linke Außenbahnspieler nicht unmittelbar eingreift. Der halblinke Spieler spielt den halbrechten Nebenmann an und läuft wiederum diagonal nach vorn rechts, um Raum zu schaffen. Der halbrechte und der rechte Spieler schieben erneut eine Position weiter nach links. Die Rotation beginnt dann von vorn. Beide Übungen im Futsal Training können selbstverständlich auch über die andere Seite durchgeführt werden. Sie bieten eine günstige Möglichkeit, die grundlegenden Laufwege des Futsals zu erlernen. Eine anschaulich bebilderte Erklärung der Trainingseinheiten findet sich hier.

Die Umsetzung im Wettkampf

Die drei erläuterten taktischen Trainingsformen bilden die Grundlage für das Angreifen im Spiel. Aus der Grundformation werden immer wieder Läufe nach vorn unternommen, um Raum zu schaffen und den Gegner in Bewegung zu bringen. Anschließend erfolgt immer wieder die Rückwärtsbewegung in die 4-0-Ausgangsformation. Im Spiel entsteht so oftmals eine diamantenartige Anordnung der Akteure, in der Rollen permanent getauscht werden. Im unten eingebetteten Video werden Grundelemente der Futsal-Taktik erläutert. Auffällig sind neben der schnellen Ballzirkulation die Tempoläufe nach vorn, oft diagonal, mit denen Räume geöffnet werden sollen. Häufig folgt einem solchen Lauf eine Kehrtwende und die Einnahme der gegenüberliegenden Außenposition so wie in den oben genannten Trainingsformen beschrieben. So beispielsweise im Video ab Minute 1:15. Der japanische Nationalspieler mit der Nummer 4 läuft in hohem Tempo aus der Tiefe diagonal nach vorn rechts und kippt dann wieder nach außen ab, wo er schließlich angespielt wird. Zahlreiche weitere taktische Ideen werden im Video ebenfalls angeschnitten, beispielsweise für die Spieleröffnung vom Anstoß weg und für Eckballvarianten.

Die Pässe im Futsal

Als Andrés Iniesta im Zentrum des FC Barcelona noch gemeinsam mit Xavi die Fäden zog, hieß es, die beiden würden mit Pässen sprechen. Jeder Pass habe eine Botschaft, fordere Mitspieler zu bestimmten Läufen auf und liefere Informationen über den weiteren Plan der Spielfortsetzung. Beide Spanier haben eine Vergangenheit im Futsal – nicht undenkbar, dass auch die Sprache der Pässe ihren Ursprung auf dem Parkett findet. Prinzipiell unterscheidet man zwischen vier Passarten. Der Parallelpass wird entlang der Seitenlinie gespielt. Dazu ist ein entsprechender Laufweg nötig, oft aus dem Zentrum auf den Flügel. Von dort aus kann entweder der Torschuss oder noch ein Querpass gesucht werden. Der Diagonalpass ist dann möglich, wenn ein Spieler sich mit einem Tempolauf nach vorn angeboten hat. Mit diesem Ball kann viel Raum überspielt werden. Der Passempfänger steht oft mit dem Rücken zum Tor und versucht, schnell zum Abschluss zu kommen. Der Stützpass kommt im Spielaufbau zum Einsatz und ist ein Angebot an den ballführenden Spieler, die Partie einfach fortzusetzen. Mit dem Pass erfolgt oft kein Raumgewinn, sondern eher eine einfache Spielverlagerung. Der Doppelpass ist wie im Fußball das direkte Zusammenspiel zweier Akteure. Oft wird der Ball von außen ins Zentrum gespielt und prallen gelassen, damit der einrückende Außenspieler abschließen kann. In folgendem Video werden die Pässe erläutert, die wichtiger Bestandteil im Futsal Training sein sollten.

8. Die Futsal-Positionen

Um Futsal besser verstehen zu können, ist es wichtig, die Begriffe zu verstehen, mit denen in den Heimatländern des Spiels gesprochen wird. Dazu gehören vor allem die Positionen. Zwar verändern die Spieler ständig ihre Rollen, sind sehr beweglich, trotzdem existieren Positionen mit speziellen Aufgaben, die immer wieder von den gleichen Akteuren eingenommen werden. Der defensivste Spieler ist der Fixo, der die zentrale Rolle im Aufbau übernimmt und die Defensivarbeit organisiert. Er braucht eine gute Übersicht und hervorragende technische Fähigkeiten. Bekannte Spieler auf dieser Position sind Jordi Torras oder Neto. Die beiden Außenspieler werden als Ala bezeichnet. Sie gehen besonders oft ins Dribbling, stellen Überzahl her und schaffen mit ihren Bewegungen Räume. Die großen Falcao und Ricardinho fühlen sich in dieser Position am wohlsten. Der Pivot ist so etwas wie der Stoßstürmer im Fußball. Er übernimmt die offensivste Position, schirmt Bälle ab und setzt seine Nebenleute in Szene. Oft spielt er den sogenannten Pivot-Pass, bei dem er den Ball mit der Sohle auf den nachrückenden Teamkollegen ablegt. Auch der Torabschluss gehört natürlich zu seinen zentralen Aufgaben. Als bester Pivot gilt in Futsal-Kreisen Fernandao. Im Futsal Training sollten Spieler jedoch lernen, auf allen Positionen zu agieren, um das Spiel perfekt zu verstehen.

Das Spiel der Torhüter

Die letzte verbliebene Position ist die des Torhüters und besonders wichtig. Wenn kein Feldspieler mehr ein Gegentor verhindern kann, ruht alle Hoffnung auf dem Schlussmann. Auf den ersten Blick erinnert der Job des Torwarts eher an den des Handball-Torhüters. Tatsächlich bestehen einige Unterschiede zu Fußball-Torhütern. Wie beim Handball tragen auch Futsal-Schlussmänner keine Handschuhe, sondern tapen ihre Finger allenfalls ab. Einerseits wird damit die Präzision der Abwürfe gesteigert, die im Futsal sehr wichtig ist, andererseits können Bälle besser und weiter abgewehrt werden. Anders als im Fußball ist es nicht das Ziel, den Ball zu fangen. Vielmehr sollen die scharf geschossenen Bälle aus kürzester Distanz möglichst seitlich abgewehrt werden. Mit der blanken Hand werden Bälle weiter und präziser abgewehrt als mit Handschuhen.

Winkel verkürzen, abschießen lassen

Das Ziel des Keepers ist nicht unbedingt, Bälle zu fangen, sondern abgeschossen zu werden. Dazu muss er anders als seine Kollegen im Fußball nicht reagieren, sondern agieren. Er versucht, den Winkel zu verkürzen und die Fläche zu vergrößern, mit der der Ball abgewehrt werden kann. Es wird mehr antizipiert als im Fußball, der Torhüter fällt seine Entscheidung vor dem Angreifer. Wenn die Entscheidung getroffen ist, muss sie dann auch konsequent durchgezogen werden. Dafür darf er sich – noch eine Parallele zum Handball – nicht wegdrehen, wen der Ball aus kurzer Entfernung auf ihn abgefeuert wird. Der Körper muss gerade und maximal groß bleiben, damit die Wahrscheinlichkeit, den Ball abwehren zu können, steigt. Im Futsaltraining können Torhüter ihre Fähigkeiten trainieren, indem sie zahlreiche Bälle im wahrsten Sinne des Wortes um die Ohren geschossen bekommen.

Wie groß muss ein Torhüter sein?

Im Futsaltraining legen die Torhüter großen Wert darauf, eine möglichst große Torfläche abzudecken. Auf den ersten Blick gelingt das Torhütern besser, die besonders groß sind. Doch gerade der Blick auf die WM 2016 zeigt, dass ein großer Torwart keine Grundvoraussetzung für Erfolg ist. Der argentinische Schlussmann Nicolas Sarmiento führte seine Nation mit großartigen Leistungen zum ersten WM-Titel der Geschichte – mit gerade einmal 1,68 Metern Körpergröße. Auch der große Portugiese Bebé und der Brasilianer Thiago mit jeweils 1,73 m sind unwesentlich größer und doch Weltklasse-Torhüter. Einer der Gründe dafür besteht sicher in der geringen Torgröße. Darüber hinaus sind kleine Torhüter in der Regel beweglicher und schneller auf den Beinen. Deshalb mag ein großer Torwart Vorteile haben, wenn ein Ball präzise in die Ecken kommt, ein kleiner dagegen bekommt schneller die Beine zusammen, wenn der Ball flach in die Tormitte geschossen wird. Vielleicht mag ein kleiner Torhüter eher überlupft werden, dafür ist er beweglicher im Eins gegen Eins. Die Vor- und Nachteile gleichen sich mindestens aus, so dass ein Torwart auch bei kleiner Körpergröße ein guter Rückhalt sein kann. Darüber hinaus gibt es im Futsal anders als im Fußball kaum Flanken, die abgefangen werden müssten. Strafraumbeherrschung ist kaum gefragt.

9. Checkliste der Futsal-Regeln

  • Der Futsal Ball ist kleiner und schwächer aufgepumpt als ein Fußball, weshalb er weniger hoch abspringt
  • Eine Partie dauert zweimal 20 Minuten, wobei die Zeit bei jeder Spielunterbrechung angehalten wird. Die Nettospielzeit soll nach Futsal Regeln insgesamt 40 Minuten betragen
  • Das Spielfeld ist nicht von Banden, sondern von Linien begrenzt. Überschreitet der Ball die Seitenlinie, wird er vom Gegner eingekickt. Überschreitet er die Torauslinie, gibt es Abwurf oder Eckball
  • Ruhende Bälle müssen innerhalb von vier Sekunden wieder ins Spiel gebracht werden. Das gilt für Eckbälle genauso wie für das Einkicken. Auch der Torhüter darf im Futsal Bälle nur vier Sekunden am Fuß behalten, wenn er einen Rückpass erhält. Ein Schiedsrichter zählt die Zeit sichtbar mit den Fingern. Werden die vier Sekunden überschritten, wechselt der Ballbesitz zum Gegner
  • Die Rückpassregel besagt, dass der Ball innerhalb eines Angriffs nur einmal zum Torwart zurückgespielt werden darf. Ein nächster Rückpass darf erst erfolgen, wenn zwischenzeitlich der Gegner in Ballbesitz war. Die Rückpassregel entfällt, wenn der Torwart sich in der gegnerischen Spielhälfte befindet. Dort darf er wie ein Feldspieler am Angriff teilnehmen
  • Tore dürfen von überall aus erzielt werden. Auch der Torhüter darf Tore erzielen
  • Die FIFA hat die Regel, nach der Grätschen am Gegenspieler unmittelbar ein Foul sind, zwar entschärft, trotzdem sieht man im Spitzen-Futsal kaum Tacklings. Damit würde man schließlich leichtfertig das Risiko eingehen, den Gegner zu foulen. Die Mannschaftsfouls werden nach Futsal Regeln gezählt und hart bestraft. Ab dem fünften Mannschaftsfoul pro Halbzeit gibt es einen Freistoß aus zehn Metern Torentfernung gegen den Torhüter, bei dem keine Mauer postiert werden darf. Jedes weitere Foul zieht einen weiteren Freistoß nach sich
  • Strafstöße werden aus einer Entfernung von sechs Metern auf das Handballtor geschossen. Wie im Fußball verlangen auch die Futsal Regeln nach einem solchen Sechsmeter, wenn ein Foul im Strafraum begangen wird
  • Erhält ein Spieler die rote Karte, darf er nach zwei Minuten von einem anderen Spieler ersetzt werden. Erzielt der Gegner ein Tor, darf direkt aufgefüllt werden. Dies gilt jedoch nicht, wenn beide Mannschaften in Unterzahl agieren

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