Jugendfußball: NFV stellt Eltern vom Platz

Der niedersächsische Fußballverband hat nun zu drastischen Maßnahmen gegriffen, um das bekannte Phänomen zu verhindern, dass Eltern ihre und fremde Kinder während der Spiele unter Druck setzen: Platzverweis. Vorerst gilt für Eltern bei Jugendspielen in Niedersachsen nun eine Fünf Meter große Sperrzone rund um das Fußballfeld, die bei Bedarf auch erweitert werden kann, wie mancher Vereins-Repräsentant unterschwellig androht.

Die Grundproblematik leuchtet ein: viel zu häufig mischen sich Eltern ein. Die Kinder lassen sich hiervon irritieren, werden unkonzentriert und unter unnötigen Leistungsdruck gesetzt, denn anders als im Erwachsenenfußball geht es im Jugendfußball erstrangig im den Spaß am Sport und am Spiel, nicht um perfektionierte Technik. Manche Eltern sehen dies in der Praxis jedoch leider anders und sehen in ihren Sprösslingen potenziell millionenschwere Ronaldos. Nicht selten kommt es auch zu Konfrontationen mit Jugendtrainern, wenn sie das zielgerichtete Training für nicht ausreichend leistungsorientiert und taktiklastig halten, obwohl der DFB hierzu eine klare Position vertritt.

Was sich im Jugendtraining noch recht leicht durch den Coach unterbinden lässt, gestaltet sich in der Spielpraxis als schwierig – elterliche Zurufe, Anweisungen und andere Brüllattacken sind hier nur schwer zu vermeiden. Der NFV hat von diesem Misstand genug und stellt Eltern ab der kommenden Saison ins Abseits: bei Spielen von der G-Jugend bis zur D-Jugend halten Eltern künftig fünf Meter Abstand vom Spielfeldrand, denn „Die Eltern setzen ihre Kinder durch ständigen Anweisungen so sehr unter Leistungsdruck, dass einige den Spaß am Spielen verlieren und sogar aufhören“, erklärt Helge Kristeleit als zuständiger Repräsentant des NFV für Jugend- und Frauenfußball. Einige Vereine gehen inzwischen sogar bereits noch weiter und erteilen Eltern komplettes Platzverbot.

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