Torschusseinheit mit Angriffskombinationen

Bayern Training: 20.03.2011, Säbener Straße

-Zwei Gruppen-Training-

Gruppe 1: Stammspieler
Trainingseinheit: Auslaufen, Dehnungs- und Lockerungsübungen
Spieler: van Buyten, Ribery, Altintop, Lahm, Gustavo, Schweinsteiger, Kroos, Ribery, Gomez und Fitnesstrainer Martins

Weitere Trainingsreports vom FC Bayern München findest Du hier (hier klicken)!

Gruppe 2: Ersatzspieler
a) Sprint- und Koordinationsübung
b) Torschusseinheit mit Angriffszügen
Kraft, Butt und Sattelmeier, Breno, Badstuber, Contento, Tymoshchuk, Klose und die Co-Trainer Gerland und Jonkers

Benötigte Trainingshilfen: Trainingshauben, Trainingstore

Impressionen vom Bayern-Training:

b) Torschusseinheit mit Angriffszügen

Torschusskombination 1:
Die Spieler stehen jeweils in zwei Gruppen links und rechts ca. 25 Meter vor dem Tor. Sie spielen parallel zum Strafraum mit einem kurzen Pass den gegenüberliegenden Spieler oder Trainer an. Dieser lässt den Ball in die Laufrichtung prallen. Nach kurzen, schnellen Schritten zum Ball schießen die Spieler aus der Drehung jeweils von links oder rechts auf das Tor und laufen im Anschluss im submaximalen Lauftempo Richtung langer Pfosten. Die Schwierigkeit der Übung besteht für einen Spieler vor allem in der Koordination und Abstimmung der schnellen Spielhandlung. Der Spieler muss angemessen und schnell auf die Ablage des gegenüberliegenden Spielers reagieren. Der Schwierigkeitsgrad wird erhöht, indem die ankommenden Bälle durch den Spieler in der Mitte auf überraschende Art und Weise (sehr scharfer Rückpass, hoher Ball, usw.) in den Lauf weitergeleitet werden. Ein zweiter besonderer Aktionspunkt ist der Schuss aus der Drehung nach einem kurzen Antritt. Durch den kurzen „Anlauf“ gelingt es dem ausführenden Spieler nur sehr schwer beim Torschuss den notwendigen Druck hinter den Ball zu bringen. Auch das Torschusstraining mit dem schwachen Bein kann mit dieser Trainingsübung sehr spielnah trainiert werden. Die zwei effektivsten Abschlusshandlungen in Sachen Torschuss sind in diesem Zusammenhang der scharf getretene Vollspannstoß auf den kurzen Pfosten oder alternativ der Innenspannstoß auf den langen Pfosten. Im Spiel ist diese Ball- und Passkombination ein verlässliches Mittel, um eine gut gestaffelte Abwehr mit einer schnellen Ballstafette in Schwierigkeiten zu bringen. Hinzu kommt, dass die Torhüter die auf das Tor kommenden Bälle nur sehr schlecht beziehungsweise zu spät auszumachen können. Zusammenfassung: Der Außenspieler zieht nach innen und sucht den Stürmer in zentraler Position. Durch ein kurzes Zusammenspiel, kann so eine Hintermannschaft überrascht werden. Erschwerend kommt hinzu, dass eine Abehrreihe oftmals die Angreifer um den Strafraum herum „spielen“ lassen und damit die ausgehende Torgefahr unterschätzen.

Torschusskombination 2:
Die Spieler stehen in zwei Gruppen halblinks und halbrechts kurz hinter der Mittellinie in der Ausgangsstellung. Auf der Mittelachse positionieren sich im Abstand von 10-15 Metern hintereinander zwei Trainer oder Spieler, die als Anspielstationen funktionieren. Der ausführende Spieler startet, indem er den Ball straff und zentral zur ersten zentralen Anspielstation spielt – der Mittelspieler lässt den Ball als eine Art Doppelpass in den Lauf des ausführenden Spielers zur Seite prallen. Nach einem kurzen Sprint zum Ball passt der Spieler Selbigen zum nächsten Mittelspieler, der den Ball unmittelbar an der Strafraumgrenze erneut zur Seite weg prallen lässt. Abgeschlossen wird das Kombinations-Passspiel mit einem Torschuss. Timing, Passstärke und -genauigkeit sowie die Handlungskoordination bestimmen im besonderen Maße die Qualität dieser Übungsform und damit auch ihren Trainingseffekt.

Schon kleine Nuancen in der Ausführung können den Aktionsfluss entscheidend beeinträchtigen oder die Spielhandlung sogar zum Abbruch führen. Wenn die Übung „stimmig“ läuft, macht es Sinn, den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen. Das kann zum Beispiel durch ein schnelles, scharfes Direktspiel erfolgen oder durch ein Passspiel, dass auf hohe Bälle ausgerichtet ist. Auch die Spieler in der Mitte können mit überraschenden Spielfortsetzungen die Komplexität der Übungsform erhöhen. Diese Spielhandlung stellt besonders dann ein probates Mittel dar, wenn das Flügelspiel ins Stocken geraten ist und sich in der Mitte des Spielfeldes „Lücken“ ergeben. Allerdings birgt das Spiel durch die Mitte immer ein gewisses Risiko in sich. Bei einem eventuellen Ballverlust sind Gegenangriffe sofort gefährlich, weil sie von der gegnerischen Mannschaft auf dem kürzesten Weg ausgeführt werden können.

Weitere Trainingsreports von anderen Vereinen findest Du hier (hier klicken)!

Torschusskombination 3:
Eine komplexere Angriffskombination mit unterschiedlichen Laufwegen und Ballstationen. Der hintere linke Abwehrspieler baut das Spiel auf, indem er sich für einen Flachpass zum rechten Abwehrspieler entscheidet. Dieser sucht umgehend seinen „Flügel-Partner“ auf der Außenbahn und verlagert das Spiel mit einem schnellen Kurzpass nach außen. Durch ein Entgegenkommen des zentralen Mittelfeldspielers wird der Ball auf die zentrale Position getragen. Dieser dreht sich mit Ball, erkennt die Lücke und wechselt die Seite mit einem öffnenden Pass auf die linke Außenbahn. Anschließend geht der linke Außenspieler mit hohem Tempo der Grundlinie entgegen und flankt dort gezielt auf den kurzen Pfosten, den der Mittelstürmer unter Bedrängnis beläuft. Durch einen Gegenspieler soll der Mittelstürmer aktiv an einer kontrollierten Abschlusshandlung gehindert werden. Der Spieler, der die Spielkombination von hinten eröffnet, läuft im submaximalen Tempo diagonal über die Spielfläche und besetzt bei der abschließenden Flanke den langen Pfosten. Das wichtigste Element bei dieser Angriffkombination ist das schnelle Wechseln (Umschalten) der Spielseite. Besonders die mittleren Ballstationen müssen handlungsschnell agieren und den Ball so schnell wie möglich weiterleiten. Der zentrale Mann trägt große Verantwortung, da ein möglicher Ballverlust im Mittelkreis einen gefährlichen Gegenangriff auslösen könnte. Der zentrale Mittelfeldspieler wird durch einen simulierten Gegenspieler zusätzlich unter Druck gesetzt, um eine Wettkampfsituation herbeizuführen. Die horizontale Spieler-Mittelachse sollte außerdem großen Wert auf die Passgenauigkeit und -schärfe legen. Zudem stellt diese Übungsform ein spezifisches Training für den Mittelstürmer dar, da hierbei die Manndeckung noch effektiver als im Wettkampfspiel erfolgt. Im Training kennt der Gegenspieler ja die Intention sowohl des Flankengebers als auch den Laufweg des Mittelstürmers – was die Sache für den Abwehrspieler erleichtert und den Abschluss für den Stürmer im Besonderen schwer macht.

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5 thoughts on “Torschusseinheit mit Angriffskombinationen”

  1. Peter1966 says:

    Hallo Freunde des gepflegten Fussbalspiels

    Vielen, vielen Dank für die nützlichen Tipps und die verschiedenen Trainingsvarianten aus der Schweiz.
    Habe eine Mannschaft, die aus der A-Jugend nun bei den Aktiven spielt übernommen und bin wirkich Dankbar das
    Training mit Euren Beispielen atraktiver gestallten zu können.
    Gruss

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  2. joeluwe says:

    Finden ich klasse, wie ihr das hier immer wieder veröffentlicht. Auch mit den Fotos. Da macht das Lesen richtig Spaß.

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    1. Fussballtraining de says:

      Hallo joeluwe, danke für das Kompliment. So soll das sein: euch einen Nutzen bringen und trotzdem unterhalten! Ständig aktuelle Infos bekommt ihr übrigens, wenn ihr uns auf Facebook added: dann werdet ihr sofort informiert, sobald neue Artikel oder Forenbeiträge anliegen 🙂

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  3. Aufsteiger says:

    Da bin ich mit thomasino völlig einer Meinung. Aber es hilft ja nichts, das Training hat so stattgefunden, und wenigstens kann man behaupten, dass die Einheit körperlich keine besonders anstrengende war. Es geht ja vor allem um taktische Aspekte im Aufbau und kurz vor dem Zeitpunkt des Torabschlusses, also darum, wie ein Abschluss vorbereitet werden kann.

    Was mich hingegen viel mehr stutzig macht, ist die Tatsache, dass – der 20. März war ein Sonntag – man an einem Sonntag derlei Trainingsinhalte vermitteln möchte. Für mich gehört so etwas ins Abschlusstraining, aus zwei Gründen: Niedrige physische Belastung, zeitnahe Umsetzung des Erlernten im Spiel.

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  4. thomasino says:

    gruppe 1:
    bin ich nicht mit einverstanden..
    ein grund der ermüdungsverletzungen in der bulli sind die mangelnde regenerationszeit wie sie zb. von huub stevens pracktiziert wurde..
    nach dem spiel,1-2 tage erholung,je nach saison phase,
    denn mit dem aeroben auslaufen unterbricht man die regenerationsphase,statt sie zu beschleunigen wie man früher mal vermutet hat..
    bei einer weltmeißerschaft oder europameißerschaft kann dies von vorteil sein über die saison führt das automatisch zu verletzungen,denn regeneration ist ein zeit prozess der bekannt ist (min.48std)..
    wird dieser unterbrochen um schneller wieder einsatzbereit zu sein,kommt es irgendwann zum gau..
    abgesehen davon müßte ein spieler theoretsch statt immer langsammer ,bis zum 35 lebensjahr immer schneller werden,regeneriert er nicht vollständig wird er immer lansammer,da die muskelfasern vernarben..
    dies führt zu muskulären problemen oder ermüdungsbrüchen sowie sehnen-bänder entzündungen..
    seit 1996 erwiesen..((
    auch bei den über 30zig jährigen,(wie man es zb.in milan mit maldini gemacht hatt)muss man mehr regenerationszeit einplanen,wie bei einem 20-25 jährigen..
    gruppe 2 einverstanden 🙂

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