Die SpoWi-Ecke: Wie die Gruppengröße auf die Teamleistung wirkt

Immer wieder diskutiert die Sportwissenschaft darüber, welche Gruppengröße optimal ist. In vielen Sportarten ist die Gruppengröße aufgrund des Regelwerks legitimiert. Heißt, eine Fußballmannschaft hat normalerweise eine Gruppengröße von 11-18 Spielern. Eine Basketballmannschaft benötigt deutlich weniger Spieler, um eine Saison erfolgreich zu bestreiten.

Wo liegt die optimale Gruppengröße?

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass die optimale Gruppengröße im Sport bei etwa 15-17 Personen liegt. Die Zufriedenheit und Leistungsbereitschaft der einzelnen Gruppenmitglieder war hier am größten. Bei kleinere Gruppen profitiert das Team nicht vom berühmten Gruppeneffekt, von der Stärke der Identifikation. Bei größeren Gruppenstärken geht die Zufriedenheit aus folgenden Gründen verloren:

1. Zwischen den Gruppenmitgliedern finden weniger Wechselbeziehungen statt. Es entstehen zwar Kontaktmöglichkeiten, die sich aber aufgrund der Gruppegröße verlieren und damit nicht vertiefen können.

2. Es entstehen weniger Möglichkeiten, sich in der Gruppe zu verwirklichen, oder anders ausgedrückt: Wenn ich was für die Gruppe leiste, wird das weniger wahrgenommen und geschätzt.

3. Es kommt zum berühmten „Es-geht-auch-ohne-mich-Effekt“. Was ich auch in die Gruppe einbringe, es spielt für die Gesamtleistung der Gruppe keine Rolle. Warum soll ich mich überhaupt einbringen? Die Motivation, in der Gruppe aktiv zu werden, singt dadurch rapide.

Ringelmann-Effekt führt zur Abnahme der Gruppenleistung

Bei zu vielen Gruppenmitgliedern kommt es aber noch zu einem anderen Phänomen, das in der Sportpsychologie als Ringelmann-Effekt bezeichnet wird. Beim sozialen „Faulenzen“ ruhen sich einige Gruppenmitglieder auf dem Einsatz der Anderen aus. Das machen sie nur, weil es ihnen schwer nachgewiesen werden kann. Je größer die Gruppe, umso wahrscheinlicher ist es, dass sich einige Teammitglieder hinter den anderen verstecken.

Untersuchungen zeigen, dass die Summe der Einzelleistungen oftmals größer als die gesamte Gruppenleistung ist. Ausnahmen gibt es, wenn es dem Trainer gelingt, den Gruppeneffekt auszunutzen und die Motivation des Einzelnen um den Identifikationsgrad und das Zusammengehörigkeitsgefühl der Gruppe zu erhöhen. Dabei entsteht das sogenannte „Wir-Gefühl“.

Rückschlüsse für das Fussballtraining

Besonders beim Training muss der Trainer genau wissen, welche Personen er bei welcher Übung in eine Gruppe integriert und wie die Gruppengröße sein muss, um optimale Trainingsergebnisse aus der Mannschaft herauszuholen. Dabei muss der Coach immer das jeweilige Trainingsziel im Auge behalten, genaustes um die Charaktere der einzelnen Spieler wissen, den Motivationsgedanke für jeden Einzeln hochhalten und das Verantwortungsgefühl insgesamt intensivieren.

Jeder Spieler muss das Gefühl bekommen, ein wichtiger Bestandteil für den Erfolg dieser einen Übung zu sein. Nur wenn der Trainer über weite Strecken des Trainings diesen sozialpsychologischen Faktoren Beachtung schenkt, wird es ihm gelingen, den Zusammenhalt, die Zufriedenheit und Leistungsbereitschaft der Trainingsgruppe auf Dauer zu stärken.

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