Entwicklungen im Fußball – Früher, Heute und die Zukunft

Einige Weisheiten im Fußball ändern sich wohl nie. So stellte Sepp Herberger bereits bei der WM 1954 fest: „Das Runde muss ins Eckige“. Abgesehen davon hat der Fußball allerdings unzählige Entwicklungen erlebt und befindet sich natürlich auch noch heute im Wandel. Doch wie spielte man früher Fußball, was ist für den heutigen Fußball charakteristisch und welche Entwicklungen im Fußball sind in der Zukunft zu erwarten?

Entwicklungen im Fußball

Fußball in seiner Urform

Seine erste Verbreitung fand der Fußball entgegen der Vermutung mancher im alten China im etwa 3. Jahrhundert vor Christus. Natürlich hatte das damalige Spiel nur begrenzt Ähnlichkeiten mit dem heutigen Sportspiel. Beim sogenannten Cuju diente eine Art Lederball mit einer Füllung aus Tierhaaren als Spielgerät. Das Spiel selbst war Teil der militärischen Ausbildung und wurde später sogar in einer Art Profiliga abgehalten. Über die genauen Regeln des Cuju ist aber leider nichts mehr bekannt. Zudem konnte sich Cuju nicht durchsetzen, geriet in Vergessenheit und hat keinerlei direkte Verbindung mit dem modernen Fußball.

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Das soll aber nicht der einzige Moment gewesen sein, in dem Menschen den Reiz des Spiels eines Balls mit dem Fuß als Sportart zu verstehen begannen. Weitere Beispiele für frühe Formen es Fußballs lassen sich in Südamerika und dem Nahen Osten finden. Hier wurden teils auch bizarre Spielformen getätigt. So spielten etwa Stämme Südamerikas mit den Köpfen enthaupteter Gegner ein Ballspiel, bei welchem auch mit dem Fuß Ringe getroffen werden mussten.

Die Entstehung des modernen Fußballs

Als direkter Vorgänger des heutigen Spiels können aber wiederum die Treibballspiele des späten Mittelalters gelten, welche vor allem in Italien ein fester Teil der Kultur waren. Dabei ging es zu Beginn im Rahmen eines sonst sehr losen Regelwerks darum, den Ball mit dem Fuß in ein gegnerisches Dorf zu treiben.

Diese Idee inspirierte Studenten der Universität Cambridge. So begannen sie, die ersten Regeln für das Fußballspiel zu definieren und legten damit den Grundstein für den modernen Fußball. Interessant ist dabei vor allem die Abgrenzung zum Rugby, welche sich nur allmählich vollzog. So war es beim frühen Fußball beispielsweise erlaubt, den Ball in bestimmten Spielsituationen in die Hand zu nehmen, wenngleich sich nicht mit diesem fortbewegt werden durfte.

Ab 1863 nahmen die Entwicklungen im Fußball dann mit der Gründung der Football Association rasant an Fahrt auf. So kam es nun zur Festlegung all jener Regeln, welche heute aus dem Fußball nicht mehr wegzudenken sind. Genannt seien hier etwa die Spieleranzahl, Eckbälle, Freistöße, die Spielleitung durch einen Schiedsrichter sowie das Abseits. Damit einher ging die Trennung vom Ballspiel Rugby, das nun auch in einem eigenen Verband organisiert wurde.

Im Rückblick erscheint es erstaunlich, wie sich der Fußball im damaligen England entwickelte. So wurde bereits 1888 die erste Fußballliga in England gegründet und das Spiel wurde immer weiter in seinen Regeln verfeinert, was nicht zuletzt auch auf die Entstehung des frühen Profifußballs zurückzuführen ist. England kann demnach zu Recht als Mutterland des Fußballs bezeichnet werden.

Der Fußball kommt nach Deutschland

Bereits zu dieser Zeit begann auch die Entwicklungen im Fußball in Deutschland, wenngleich nicht annähernd so rasant oder populär wie in England. Es ist anzunehmen, dass der Lehrer Konrad Koch einer der Wegbereiter des modernen Fußballs in Deutschland war, als er dieses Spiel 1874 an seinem Gymnasium in Braunschweig nach einer Englandreise einführte.

Allerdings hatte der damalige Fußball mit dem Turnen und den damals üblichen Leibesübungen starke Konkurrenz und wurde nicht von allen Teilen der Gesellschaft als gleichwertig akzeptiert. Im Laufe der Jahrzehnte besserte sich allmählich das Ansehen des Fußballs. So kam es 1900 zur Gründung des DFB und Fußball wurde ab dem frühen 20. Jahrhundert auch zunehmend in Schulen und beim Militär als eine Form der Leibesübung gespielt.

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Fußball wird eine Weltsportart

Der Beginn des 20. Jahrhunderts markierte aber nicht nur den Durchbruch für die Entwicklung des Fußballs in Deutschland. 1904 erhielt das Sportspiel mit der Fifa einen Weltverband, der die Entwicklungen im Fußball innerhalb der einzelnen Länder koordinierte und für die Entstehung eines allgemein verbindlichen Regelwerks sorgte. 1930 wurde dann die erste Weltmeisterschaft in Südamerika ausgetragen, an der Deutschland allerdings aus Kostengründen noch nicht teilnahm. Bis zur Austragung der ersten Europameisterschaft sollte es allerdings noch 30 Jahre dauern.

Die Entstehung des Profifußballs

Vor dem Hintergrund genannter Entwicklungen im Fußball bleibt es dennoch verwunderlich, dass sich Fußballer in Deutschland erst seit den 70er Jahren wirklich weitverbreitet als Profis ihrer Sportart widmen konnten. Zuvor bestand das Ligasystem aus Spielern, welche in der Regel weiterhin ihrem Beruf nachgingen. Frühere Stars waren in gewisser Weise also weiterhin Amateure.

In den 70er und 80er Jahren stiegen die Spielergehälter jedoch rapide an und nicht mehr nur Fußballer der 1. Bundesliga konnten von ihrem Sport leben. Eine weitere Revolution, welche sich auf europäischer Ebene vollzog, sollte aber bis 1995 auf sich warten lassen und als die Bosman-Entscheidung in die Geschichte eingehen. Hier entschied der Europäische Gerichtshof, dass Fußballer nach Ende ihrer Vertragslaufzeit ablösefrei den Verein wechseln dürfen. Dabei bestätigte das Gericht die Ansicht des belgischen Fußballers Bosman, der sich durch die hohe Ablösesumme seines alten Vereins nach Ablauf der Vertragszeit in seinen persönlichen Rechten beschnitten sah. Die Folge war der Transfermarkt wie wir ihn heute kennen und welcher derzeit vor allem durch die steigenden Ablösesummen auf sich aufmerksam macht.

Fußballausrüstung und Material im Wandel

Im Zuge all dieser Entwicklungsschritte änderte sich natürlich die Fußballausrüstung, die weltweit eingesetzt wurde. Dabei durchlief der Fußball auch kuriose und banale Veränderungen. So wurde etwa 1963 das Barfußspielen in Indien verboten und frühere Bälle aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bestanden aus unbehandelten Leder. Letzteres sog sich bei Regen voll mit Wasser, was das Gewicht des Balls deutlich steigerte. Doch was gibt es sonst über den Ball, den Fußballschuh sowie das Spielfeld bezüglich deren Entwicklung zu wissen und was können wir von der Zukunft erwarten?

Der Ball – Zeit dass sich was dreht

Das Material der frühesten bekannten Fußbälle war im vergleich ziemlich makaber. So dienten im Mittelalter Tierköpfe oder Bälle aus Blasen der Tiere als Spielgeräte. Diese frühen Methoden wurden zunächst durch eine schützende Lederschicht verfeinert, bis schließlich mit der Herstellung der Kautschukblase ein Material im 19. Jahrhundert gefunden war, was die Herstellung robuster und gleichzeitig runder Bälle erlaubte.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war das Ballproblem aber keineswegs gelöst. Wie schon angedeutet sogen sich frühe Lederbälle mit Wasser voll und es gab keine verbindlichen nationalen oder internationalen Richtlinien, wie ein Ball beschaffen sein muss. Als Folge kam es im Zuge früher Weltmeisterschaften sogar regelmäßig zum Streit, welcher Ball denn nun eingesetzt werden solle.

Heute definieren die Fifa-Richtlinien genau, welche Eigenschaften ein Spielball aufweisen muss, damit er eingesetzt werden darf. So muss dieser einen Umfang zwischen 68 und 70 cm aufweisen, zwischen 410 und 450 Gramm wiegen und einen Innendruck zwischen 0,6 bar und 1,1 bar erreichen.

Erreicht werden konnten diese Standards natürlich erst durch den Einsatz moderner Materialien. Hervorzuheben ist an dieser Stelle der erste reine Kunststoffball der WM 1986, der also vollständig auf Leder verzichtete.

Doch trotz dieser modernen Entwicklungen im Fußball besteht bei einigen Spielern der Wunsch nach einem ursprünglichen Ballgefühl, das manche beispielsweise beim Jabulani, dem Spielball der WM 2010, vermissten. In der Zukunft muss der Fußball eine Antwort darauf finden. Wie diese aussehen kann, demonstrierte nur vier Jahre später der WM Ball des Turniers in Brasilien, welcher eine deutlich rauere Oberfläche aus Kunststoff erhielt.

Der Rückkehr zu Lederbällen dürfte hingegen auch in Zukunft keinerlei Option mehr sein.

Der Fußballschuh – Legenden aus Leder

Die Fußballschuhe des 19. Jahrhunderts waren prinzipiell normale Arbeiterstiefel mit Stahlkappen. Jedoch wurden bereits damals vereinzelt Stollen in die Sohle geschlagen, so dass mehr Halt auf insbesondere nassem Rasen bestand und der erste Schritt der Entwicklung erreicht war.

Am Grunddesign des hohen Stiefels, der den Knöchel bedeckt und dem Fuß vor allem Schutz bietet, änderte sich jedoch erst in den 1960er Jahren etwas. So trat nun zunehmend die Schutzfunktion in den Hintergrund und die Spieler sollten mit leichteren Schuhen ausgestattet werden, welche die Ausdauer und Schnelligkeit erhöhen und zudem noch ein gutes Ballgefühl erlauben.

Diese Entwicklungen im Fußball halten bis heute an. So ist auch heute noch ein Trend zu immer leichteren Fußballschuhen zu beobachten, welche kaum noch auf Material zwischen dem Fuß des Spielers und der Oberfläche des Balles setzen. Gleichzeitig wird aber auch mit klassischen Designs experimentiert. So sind seit einiger Zeit auch wieder Modelle erhältlich, welche den Knöchel durch eine Art verstärkte Bandage stabilisieren.

Das Spielfeld im Wandel

Nicht nur die Spieler oder das Spielgerät, sondern auch das gesamte Spielfeld unterlag einer kontinuierlichen Entwicklung. So wurden etwa im späten 19. Jahrhundert bereits die Grundmaße des Spielfelds und der Tore festgelegt und später immer weitere Kriterien aufgestellt, welche ein Spielfeld erfüllen muss.

Besonders greifbar und interessant wird die Entwicklung des Spielfelds und dem Spielgeschehen aber bei einem Blick in die Gegenwart. So ist aktuell ein weltweiter Trend hin zur elektronischen Überwachung des Spielfelds zu beobachten. Ein Überqueren des Balls kann nun etwa durch Sensoren registriert werden und ein Schiedsrichter eine Kabine aufsuchen, in welcher strittige Szenen aus allen erdenklichen Winkeln angesehen werden können.

Diese Digitalisierung des Spielfelds ist aber keineswegs abgeschlossen und es bleibt spannend, wie sich der Gründe Rasen in Zukunft verändert.

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Der Fußball der Zukunft

Der heutige Fußball sieht sich einer langen Tradition verpflichtet und ist um deren Wahrung bemüht, wie etwa die hitzig geführte Debatte rund um den Videobeweis in der Bundesliga beweist. Gleichzeitig zeigt die langfristige Entwicklungen im Fußball aber, dass auch in Zukunft Innovationen vom Ballsport Fußball erwartet werden können. Doch wie könnten diese aussehen?

Zum einen kann bei der Entwicklung in der Zukunft von einer noch stärkeren Professionalisierung des Profisports ausgegangen werden. So bewies allein das letzte Jahrzehnt, dass etwa in den Bereichen der Sportpsychologie und Trainingslehre noch längst nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden. Hiervon dürfte auch der Amateurfußball profitieren, sobald sich auch hier bewährte Methoden der Profis verbreiten und Akzeptanz finden.

Des Weiteren dürfte es spannend werden, inwiefern es gelingt, Fans in Zukunft durch moderne Medien noch näher an das Spielgeschehen zu holen. Das größte Potential bietet in diesem Zusammenhang die Virtual Reality. Vielleicht gelingt es schon in einigen Jahren, dass Zuschauer das Spiel aus der Sicht eines Spielers und unter dreidimensionaler Wahrnehmung erleben können.
Doch auch die Vereine selbst profitieren von den immer weiter steigenden technischen Möglichkeiten. Insbesondere die Trainingssteuerung dürfte noch weiter verfeinert werden.

Abseits des Profifußballs bahnen sich heute und in Zukunft ebenfalls neue Innovationen an, wie z.B. das Spielgerät Soccket. Hierbei handelt es sich um einen klassischen Spielball, welcher in der Lage ist, die ihm zugeführte Energie während eines Spiels im Inneren zu speichern. Diese Energie wird dann für Elektrogeräte verwendet. Das könnte vor allem eine große Bereicherung für Entwicklungsländer darstellen, um die Unabhängigkeit von externen Stromquellen zu unterstützen.

Ansonsten bleiben dem Fußballer wohl nur wilde Spekulationen, wie das geliebte Spiel rund um das runde Leder in einem oder mehreren Jahrzehnten aussehen wird. Klar ist wohl nur, dass der Fußball auch in Zukunft weitere Innovationen hervorbringen wird und wohl noch schneller und spektakulärer abläuft.

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