Gezieltes Passspiel – So trainiert ihr es!

Die spanische Nationalmannschaft und der FC Barcelona haben es in den letzten Jahren immer wieder vorgemacht: das perfekte Passspiel. Es wurde als Tiki Taka bezeichnet und machte es den Gegnern nahezu unmöglich, an den Ball zu gelangen. Denn sie hielten das Spielgerät in Perfektion in den eigenen Reihen und warteten, bis sich die eine Lücke auftat, um dann den perfekten Pass zu spielen. Auch im Amateurbereich kann dieser den Unterschied machen und ein Spiel entscheiden. Daher sollte das Passspiel immer wieder in das Fußballtraining integriert werden. Der folgende Ratgeber beschreibt, warum es so wichtig ist und stellt einige nützliche Übungen vor.

Wieso ist das Passspiel im Fußball so wichtig?

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Ein gutes Passspiel hat einen großen Einfluss auf den Erfolg einer Mannschaft. Denn ist diese in der Lage, den Ball sicher zu spielen, verursacht sie weniger Ballverluste. Das bedeutet aber auch, dass die gegnerische Mannschaft selten an das Spielgerät kommt und dementsprechend auch kaum gefährliche Angriffe starten kann. Jeder Trainer hat eine bestimmte Idee, wie sein Team spielen soll. Diese versucht er den Spielern im Fußballtraining zu vermitteln.

Ein gutes Passspiel ist sowohl in der Defensive wie auch in der Offensive sehr wichtig. Die Abwehrspieler müssen den Ball sicher zu ihren Nebenmännern oder zurück zum Keeper spielen können, um keinen Ballverlust zu erzeugen. Dann gibt es auch einige Verteidiger, die sich sogar einen langen Diagonalball zutrauen, wie zum Beispiel Mats Hummels oder Jerome Boateng. Denn in der heutigen Zeit sind die Verteidiger immer häufiger am Aufbauspiel beteiligt und sollten daher über ein gutes Passspiel verfügen.

Die Offensivspieler sollten den Ball ebenfalls sehr genau spielen können. Denn nur dann können sie die gegnerische Abwehrreihe überwinden und zum Torabschluss kommen. Daher sollte der Trainer regelmäßig einige Passübungen in das Fußballtraining integrieren. Dadurch kann er zum Beispiel erreichen, dass die Außenverteidiger über außen einen Angriff einleiten und sich gegebenenfalls vorne erneut anbieten. Damit die Spielzüge wie gewünscht funktionieren, müssen sie immer wieder trainiert werden. Somit wird also klar, dass das Passspiel im Fußball mehr ist als den Ball hin- und her zuspielen. Je nach Spielphilosophie entscheidet der Coach, welche Übungen er im Training durchführen lässt.

Wie kann das Passspiel im Fußballtraining geübt werden?

Das Passspiel kann in unterschiedlichsten Situationen durchgeführt werden. Zum Beispiel eignen sich einige Übungen auch für das Aufwärmprogramm. Dadurch bekommen die Spieler ein Gefühl für den Ball und sind im Spiel sicherer. Das Spielgerät kann auf unterschiedliche Weisen gepasst werden, zum Beispiel mit der Seite, mit dem Außenrist oder mit dem Spann. Idealerweise beherrschen die Spieler alle Varianten, um im Spiel nicht so leicht durchschaut werden zu können.

Um den Ball in jeder Situation sauber passen zu können, sind gute technische Fähigkeiten von Vorteil. Das kann zum Beispiel bedeuten, dass die Spieler den Fuß passend halten müssen, damit das Spielgerät wie gewünscht bei dem Mitspieler ankommt. Wenn der Ball zum Beispiel perfekt in den Lauf eines Mannschaftskollegen gespielt wird, kann dieser sofort Tempo aufnehmen und muss nicht abbremsen. Dadurch kann er sich im Idealfall den entscheidenden Vorteil gegenüber seinem Gegenspieler verschaffen.

Die Ballannahme

Damit eine Mannschaft von einem guten Passspiel profitieren kann, ist es mindestens genauso wichtig, dass der Passempfänger den gespielten Ball sicher verarbeiten kann. Daher ist es auch unerlässlich, dass die unten aufgelisteten Übungen bereits im Jugendalter trainiert werden. Dadurch fällt es den Spielern später leichter, auch in kniffligen Situationen ein genaues Passspiel aufzuziehen. Da bei den meisten Übungen zu zweit trainiert wird, kann ein Part den Ball spielen und der andere Part muss versuchen, ihn sicher anzunehmen.

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Wenn das gelingt, ist auch direktes Passspiel möglich. Damit der Ball hierbei bei seinem Mitspieler ankommt und nicht meterweit neben diesem landet, muss viel trainiert werden. Doch die Arbeit zahlt sich aus. Denn wenn die Mannschaft erst einmal die technischen Fähigkeiten besitzt, um das Spielgerät sauber zu spielen und anzunehmen, kann sie sich im Spiel in vielen Situationen den entscheidenden Vorteil verschaffen.

Nicht zu viel auf einmal verlangen

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Wichtig ist, dass im Fußballtraining nicht zu viele Dinge auf einmal geübt werden. Besser ist es, für jede Einheit einen Schwerpunkt zu legen. So kann an einem Tag zum Beispiel genaues Passspiel und beim nächsten Mal schnelles Passspiel trainiert werden. Denn idealerweise beherrschen die Spieler beide Varianten, um im Spiel auf alle Situationen die passende Lösung zu haben. Schnelles Passspiel kann zum Beispiel dann sinnvoll sein, wenn der Gegner sehr tief steht und nur wenig Lücken anbietet. Wird dann irgendwann eine solche erkannt, muss schnell reagiert werden.

Passübungen können auch sehr gut in das abschließende Trainingsspiel einer jeden Einheit integriert werden. So kann der Coach zum Beispiel auf den Außenbahnen jeweils ein Tor aus Hütchen aufbauen. Durch dieses muss der Ball bei jedem Angriff gespielt werden, um zum Torabschluss zu kommen. Dadurch kann er seinen Schützlingen näherbringen, wie wichtig es ist, die Außenspieler mit einzubeziehen. Denn diese können zum einen eine gefährliche Flanke vor das Tor spielen und zum anderen auch selbst in die Mitte ziehen, um zum Torabschluss zu kommen.

Zwei bekannte Beispiele, die dies in jüngeren Jahren in Perfektion beherrschten, sind Franck Ribery und Arjen Robben vom FC Bayern München. Auch wenn alle Gegenspieler wussten, dass die beiden eben zumeist nicht flanken, sondern selbst in den 16-Meter-Raum ziehen, konnten sie kaum verteidigt werden. Somit wird also klar, dass das Passspiel auch als Finte verwendet werden kann.

Worauf gilt es beim Passtraining zu achten?

Es gibt viele unterschiedliche sehr gute Passübungen, die sich für das Fußballtraining eignen. Viele dieser können auch variabel verändert werden, um entweder für Abwechslung zu sorgen oder um den Schwierigkeitsgrad zu senken oder zu steigern. Folgende Punkte sollten beim Passtraining beachtet werden:

  • auf den Mitspieler achten
  • entscheiden, ob ein direktes Passspiel sinnvoll ist
  • Blickkontakt zwischen dem Passgeber und dem Passempfänger
  • die passende Passtechnik wählen (Seite, Spann oder Außenrist)
  • Kommunikation (Kommando vom Passgeber)

Einige praktische Übungen, um das Passspiel zu verbessern

1. Übung: Gruppenweise passen

Für diese Übung wird die Mannschaft zunächst in zwei Gruppen eingeteilt. Diese stellen sich in der Reihe hintereinander auf. Einer der beiden vorderen Spieler bekommt einen Ball, den er nun zu seinem Gegenüber passt. Anschließend stellt er sich wieder hinten an und wartet, bis er wieder an der Reihe ist. Damit er nicht kalt wird, kann er sich leicht dehnen. Diese Übung kann auf unterschiedlichste Weisen durchgeführt werden. Zum Beispiel können die Spieler den Ball flach oder hochspielen oder auf den Mannschaftskollegen zu dribbeln, um das Spielgerät bei ihm abzuliefern.

2. Übung: Pass-Fangspiel

Dies ist eine sehr intensive Übung, bei der neben dem Passspiel auch die Koordination und die Schnelligkeit geschult werden. Dazu kommt, dass die Spieler ihr sogenanntes peripheres Sehen verbessern können. Dadurch können sie sich auf dem Platz besser orientieren und in vielen Situationen schneller reagieren. An der Übung können 12 bis 16 Spieler teilnehmen. Vier sogenannte Fänger stehen Rücken an Rücken ungefähr in der Mitte des Spielfeldes. Wenn der Trainer ein Kommando gibt, laufen sie los. Die anderen Spieler müssen sich zuvor auf der Außenlinie verteilen. Vier von ihnen haben keinen Ball und diejenigen, die in Ballbesitz sind, dürfen nicht gefangen werden.

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Das bedeutet, dass sie ihre Mannschaftskollegen mit einem Pass „retten“ können und dann möglichst schnell selbst das Weite suchen. Damit das gelingt, sind scharfe und vor allem genaue Pässe nötig. Wer gefangen wird, muss sich ein Leibchen anziehen und ist dann ebenfalls ein Jäger.

Wie wird richtig mit der Innenseite gepasst?

Das Passen mit der Innenseite des Fußes sieht recht leicht aus, ist aber trotzdem sehr komplex. Daher gehört diese Bewegung auch zu den wichtigsten Techniken im Fußball. Damit der Pass im richtigen Tempo bei dem Mitspieler ankommt, wird eine gute Körper- und Fußhaltung benötigt. Das Standbein wird neben dem Ball abgestellt und muss robust bleiben, damit ein genauer Pass zustande kommen kann. Das Spielgerät wird idealerweise kurz über dem Boden getroffen, um den Mitspieler kontrolliert anzuspielen.

Fazit

Ein gutes und genaues Passspiel kann einen großen Einfluss auf Erfolg oder Misserfolg im Fußball haben. Wenn die Spieler in der Lage sind, den Ball entweder in den Fuß oder in den Lauf des Mitspielers zu spielen, können sie sich den entscheidenden Vorteil verschaffen. Dadurch verursachen sie weniger Ballverluste und geben den Gegnern weniger Möglichkeiten, Angriffe zu starten. Aus diesem Grund sollten Passübungen immer wieder auf dem Trainingsplan stehen.

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