Anti Aggressions Training im Fußball – vier geeignete Übungen

Gerade im Amateurbereich kommt es im Fußball immer Mal wieder vor, dass einige Spieler aggressiv werden. Darunter müssen dann der Schiedsrichter oder die Gegenspieler leiden, was natürlich vermieden werden sollte. Der folgende Ratgeber klärt auf, warum es so häufig zu Aggressionen auf dem Fußballplatz kommt und stellt einige nützliche Übungen vor, die der Trainer als Anti Aggression Training einsetzen kann.

anti aggressions training im fussballWarum kommt es auf dem Fußballplatz immer wieder zu Aggressionen?

Fußball ist ein Sport, bei dem gekämpft wird und Körperkontakt erlaubt ist. Daher kann es immer Mal wieder vorkommen, dass es der ein oder andere Spieler zu ehrgeizig ist und sich stark aufregt. Nicht selten kommt es gerade in tieferen Ligen zu Aggressionen, die teilweise auch eskalieren. Hier ist dann der Trainer gefragt. Wenn er bemerkt, dass einer seiner Akteure regelmäßig dazu neigt, sollte er mit ihm und am besten mit der kompletten Mannschaft ein Anti Aggression Training durchführen. Unten werden hierfür einige sehr praktische Übungen vorgestellt, bei denen sich die Akteure auspowern und vor allem abreagieren können.

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Fußball und Gewaltprävention

Fußball ist in Deutschland, wie auch in zahlreichen anderen Ländern, die beliebteste Sportart. Er zieht Menschen aus allen Bevölkerungsgruppen und -Schichten an und bringt sie auf dem Platz zusammen. Da kann es schnell passieren, dass bestimmte Personen aneinander geraten. Fußball ist sehr häufig auch mit Emotionen verbunden und hat auch einen Einfluss auf das soziale Ansehen, sogar schon im Amateurbereich. Aus diesem Grund hat der Sport auch einen ganz anderen und deutlich höheren Stellenwert als andere Sportarten. Zudem wird der Fußball auch von bestimmten Männlichkeitsidealen geprägt wie etwa von der mentalen Stärke, dem Durchsetzungsvermögen oder auch der Schmerzresistenz.

Dadurch kommt es schnell zu Aggressionen, wenn diese nicht wie gewünscht erfüllt werden können. Wenn die ganzen erwähnten Faktoren zusammen genommen werden, überrascht es noch nicht einmal, dass diese im Fußball sehr häufig auftreten. Dennoch ist dies keinesfalls der Sinn der Sache und sollte unbedingt vermieden werden. Die Trainer sind daher gefordert, ihren Spielern immer wieder zu vermitteln, dass Aggressionen und Gewalt auf dem Fußballplatz nichts zu suchen haben.

Fünf einfache Übungen, die sich sehr gut für das Anti Aggression Training im Fußball eignen

1. Übung: Ballorientiertes Verteidigen

Das Ziel sollte es in der Defensive im Fußball sein, dem Gegner möglichst ohne Foul und vor allem ohne unnötige Aggressionen den Ball abzunehmen. Und hierbei kann diese Übung sehr hilfreich sein. Im modernen Fußball werden immer neue Dinge gefordert, um mit den Gegnern mithalten zu können. Damit sind technische wie auch taktische Fähigkeiten gemeint. Ein Verteidiger, der heute nur noch starr auf seiner Position stehen bleibt, wird sehr wahrscheinlich keinen Erfolg haben. Vielmehr muss er verschieben und nach vorne rücken, wenn das eigene Team auf Abseits spielt. Hier ist es also wichtig, dass er flexibel auf jede Situation reagiert und sich so schnell es geht anpasst. Durch das ballorientierte Verteidigen werden diese Eigenschaften ideal trainiert.

Aggressivität im Fußball und wie das Verhalten eingeschränkt werden kann.Organisation:

Der Coach baut zwei Felder auf, die jeweils 20 x 15 Meter groß sind. Dann unterteilt er diese in drei gleich große Bereich und teilt die Spieler in vier 3er-Gruppen, von denen sich immer zwei Gruppen in ein Feld begeben. Die drei Angreifer spielen jeweils gegen zwei Abwehrspieler zu und müssen versuchen, den Ball möglichst lange in der äußeren Zone in ihren eigenen Reihen zu halten. Auf der anderen Seite (in der Zeichnung links) wartet der dritte Verteidiger. Wenn seine Kollegen den Ball erobern, spielen sie ihn an und rücken nach. Somit wird hierbei die Situation perfekt simuliert, die auch in einem Spiel immer wieder vorkommt. Auch zwei Stürmer laufen dem Ball nach und versuchen dann ihrerseits, das Spielgerät zu erobern. Somit werden sie sozusagen dann zu den Verteidigern und die Abwehrspieler zu den Angreifern.

Um die Übung etwas zu intensivieren, kann der Trainer vorgeben, dass der Ball von jedem Spieler nur dreimal berührt werden darf und dann abgespielt werden muss. Dadurch müssen sich die Teilnehmer noch mehr konzentrieren und genauer spielen.

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2. Übung: Powerspiel

Es wird ein Feld wie auf dem Bild mit mehreren Hütchen als Markierungen aufgebaut. An jeder Station wird ein Ball abgelegt. Nun findet ein ganz normales Spiel statt. Wenn der Ball durch einen Torschuss oder auch einfach durch einen Zweikampf das Feld verlässt, wird ein neuer Ball in dieses gespielt. Das Spiel geht solange, bis auf keinem Hütchen mehr ein Spielgerät liegt. Sehr interessant ist es, die Übung in Turnierform durchzuführen. Denn dann steigt der Ehrgeiz der Teilnehmer noch mehr und alle wollen natürlich gewinnen.

3. Übung: 2 gegen 2 nach Torschuss

Der Trainer stellt zwei Tore ungefähr 35 Meter voneinander auf und platziert in der Mitte ein Hütchen. Dann bildet er zwei Mannschaften, die sich jeweils links oder rechts an der Mittellinie aufstellen. Jeder Akteur hat einen Ball am Fuß und wartet, bis er an der Reihe ist. Zudem stellen sich von beiden Teams auch einige Spieler jeweils an einem Tor auf. Die ersten beiden Akteure an der Mittellinie laufen auf Kommando des Trainers los und umdribbeln jeweils das Hütchen in der Mitte. Dann gehen sie auf ein Tor zu geben einen Torschuss ab.

Derjenige, der dabei schneller war, bekommt direkt danach erneut einen Ball zugeworfen. Zudem kommt auf beiden Seiten ein Mitspieler auf das Feld, sodass nun zwei Zweier-Teams gegeneinander antreten. Das Spiel geht solange, bis es zu einem Torschuss kommt. Im Anschluss stellen sich alle vier an der Schlange an, an der sie zuvor noch nicht standen.

4. Übung: Anlaufen 6er

Spieler A passt zum entgegenkommenden Sechser an der Position B. Dieser dreht auf und versucht in eines der Minitore zu treffen. Wichtig ist hierbei, dass er vor der gelben Linie abschließt. Denn dadurch trainiert er die Genauigkeit. Nachdem A auf B gepasst hat, läuft C den 6er an und muss versuchen, ihm den Ball abzunehmen. Hat er das Spielgerät erobert, erfolgt sofort ein Abschluss auf das Minitor, das alleine oben am Spielfeld steht.

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Fazit

Aggressionen haben im Fußball absolut nichts verloren. Denn auch wenn jeder Spieler jedes Spiel gewinnen will, sollten die Gegenspieler immer mit Respekt behandelt werden. Damit es erst gar nicht zu Aggressionen kommt, sollte der Trainer seine Akteure zum einen vernünftig einstellen und zum anderen auch immer wieder die oben beschriebenen Übungen durchführen lassen. Denn diese helfen den Spielern dabei, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und sorgen dafür, dass erst gar keine Wut entsteht. Wenn der ein oder andere Sportler dennoch immer wieder schnell ausrastet, sollte der Coach bei der nächsten Trainingseinheit ein Einzelgespräch mit ihm führen. Denn wenn er aufgrund von unnötiger Härte des Platzes verwiesen wird, schadet er zum einem dem Gegenspieler und sich selber und zum anderen vor allem seinem Team.

Jeder Fußballer sollte sich immer nur so verhalten, wie auch er von seinen Kontrahenten behandelt werden will.

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