Was macht einen guten Fußballtrainer aus?

Bin ich ein guter Fußballtrainer? Der folgende Artikel setzt sich mit den Aufgaben, Erwartungen und Zielen eines Fußballtrainers auseinander. Vom Einstieg in die Trainertätigkeit über die täglichen Herausforderungen bis hin zu Weiterentwicklungen und Fortbildungen beleuchtet er die Hintergründe und Zusammenhänge im komplexen Tätigkeitsfeld eines Fußballtrainers. Fußballtrainern selbst soll der Beitrag Hilfestellung bei der Selbstreflexion geben und Anregungen für die persönliche Entwicklung liefern.

Egal, von welcher Spielklasse wir sprechen, die Funktion des Fußballtrainers ist längst nicht mehr nur als ein bloßes Hobby anzusehen. Pädagoge, Psychologe, Berater oder Manager – das Anforderungsprofil eines Fußballtrainers gestaltet sich heutzutage sehr komplex und vielfältig. Umso wichtiger ist es, sich eingehender mit diesem veränderten Rollenbild auseinanderzusetzen. Es ist Zeit, einmal näher hinzuschauen – auf Wege, Ziele, Ambitionen, Entwicklungen und Notwendigkeiten in der Welt eines Fußballtrainers.

wie werde ich Fußballtrainer

Wie werde ich Fußballtrainer?

Der Breitensport, der Kinder- und Jugendsport ebenso wie der Amateursport, bietet mit seinen unzähligen Teams und Vereinen interessierten Traineranwärtern vielfältige Möglichkeiten für eine Trainertätigkeit. Ob als Neuling in der Rolle des Hospitanten oder des Co-Trainers oder als Erfahrener vielleicht auch schon direkt in der Verantwortung einer eigenen Mannschaft – ein einheitlicher Weg hin zum Trainerengagement ist nicht grundsätzlich vorgegeben. Der eigene Hintergrund – die sportliche Ausbildung und Vita, der Kontakt zu Vereinen und Verantwortlichen, die berufliche Verfügbarkeit – ebenso wie das persönliche und selbstständige Wirken geben die Chance, ein passendes Trainerengagement zu finden.

Übungsserien für das Fußball-Bambinitraining

Fußball Trainingsübungen Bambini

Die vielfach erlebten Zufälle – eingesprungener Papa, verletzter Spieler, hilfsbereiter Verwandter oder Freund – an dieser Stelle einmal ausgeklammert, gilt grundsätzlich: Eigeninitiative. Möchte ich Trainer sein, sollte ich bei umliegenden, interessanten Vereinen vorstellig werden. Ein Praktikum, ein Probetraining oder die zeitweise Unterstützung innerhalb eines Teams können hier Möglichkeiten darstellen. Ebenso kann der Trainer in spe sich bewerben – auch in Schriftform auf sich und sein Bestreben aufmerksam machen.

Übungsserien für das Fußball-Kindertraining

Fußballtraining für Kinder

Und auch wenn die Karriereleiter bereits vor Augen ist, empfiehlt sich immer wieder die schrittweise Entwicklung. Die Tätigkeit in einem kleinen Verein, auch in einem „Dorfverein“, das Erleben verschiedener Altersklassen, die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen und die freudige und ehrliche Bereitschaft hierzu, ermöglichen das Trainer-werden und Trainer-sein von der Pike auf.

Jugendtrainer Ansprache

Warum – welche Ziele habe ich als Fußballtrainer

Unabhängig davon, ob der Trainer den eigenen 5-Jahresplan seiner Karriereentwicklung verfolgt, die aus Gefälligkeit angenommene Saisonaufgabe erfüllen will oder möglichst viele Spieler in den nächsten und folgenden Altersbereich befördern mag: Grundlegend agiert jeder Trainer mit seinem und für sein Team. Je besser, je ehrlicher und je selbstloser ihm dies gelingt, umso nachhaltiger sind die Resultate seines Wirkens und seines Arbeitens. Und umso eher hat er selbst auch die Gelegenheit, hiervon im Erreichen seiner persönlichen Ziele zu profitieren.

Es ist nachvollziehbar, dass das eigene Vorankommen – das Arbeiten in höheren Spielklassen, mit älteren und besseren Spielern, möglicherweise unter semi- oder vollprofessionellen Bedingungen einen großen, persönlichen Reiz für den einzelnen Trainer darstellen kann. Um diesem Ziel näher zu kommen, empfiehlt es sich das inhaltliche Wirken, die eigenen Spieler und das angemessene Begleiten des Teams in den Vordergrund zu stellen; genau dies ist das Aufgabenfeld des Trainers, hieraus ergeben sich die eigenen Entwicklungen und die eigenen Erfolge und Karriereschritte.

Ist dies verstanden und gelebt, können sich durch Netzwerkaufbau, offene Kommunikation und gemeinsamen Austausch mit Kollegen und Vertretern anderer Vereine weitere Karriereschritte – Vereinswechsel, höherklassige Aufgaben – ergeben. In ganz natürlichem und stetigem Maße.

Rollenbild Fußballtrainer

Ich bin Fußballtrainer – Aufgaben, Rollen, Erwartungen

Die Tätigkeitsfelder als Trainer sind vielfältig und umfassen nicht nur die eigentliche Hauptaufgabe, das Trainieren des Teams und das Begleiten und Anleiten bei den verschiedenen Wettkämpfen.

Die Vorbereitung und Nachbereitung der Trainingseinheiten, der Austausch mit Spielern und Eltern, die Organisation von nebensportlichen Events und Veranstaltungen – es gibt viel zu tun. Worauf kommt es an? Worauf kann sich der Trainer einstellen, welche Aufgaben und Ideen sollte er in jedem Falle berücksichtigen und genau nehmen – ein paar Ansätze.

Trainieren, begleiten, entwickeln

Es ist die benannte Hauptaufgabe – das Spiel auf dem Feld. Jungs und Mädchen kommen auf den Fußballplatz, wollen spielen und im Training und im Wettkampf und mit ihrem Trainer Neues lernen und sich verbessern. Und mit diesem Wunsch und von diesem natürlichen Grundgedanken geleitet, ergibt sich die Konsequenz: Der Trainer ist im Dienste seiner Spieler. Er lässt Trainingseinheiten, Übungen, methodische Zusammenhänge entstehen. Dadurch schenkt er seinem Team die Gelegenheit, mit Freude Fußball zu spielen und zu trainieren und sich dabei mit Motivation und Nachhaltigkeit zu entwickeln. Er unterstützt, gibt Tipps, zeigt andere Ideen und Perspektiven, er bringt seine eigenen Erfahrungen ein und tritt so in die Rolle des Vermittlers.

Niemals hat er alleine Recht, ebenso hört er zu, ebenso lässt er Ideen zu. Er begleitet sein Team, er entwickelt es – für seine Spieler selbst, mit ihnen, niemals nur für sich.

Führen – Kommunizieren und Vorbild sein

In seiner Sprache, in seinen Worten, in seinem umfassenden Verhalten auf und neben dem Feld – gegenüber dem eigenen Team, dem Gegner, gegenüber Eltern und Verantwortlichen – der Trainer ist zu jeder Zeit ein Vorbild für seine Spieler.

Der Trainer führt, in dem er spricht – Ideen vermittelt, Verbesserungen und Lösungsmöglichkeiten vorschlägt. Er führt ebenso, in dem er zuhört, seinen Spielern Raum für ihre Vorstellungen und ihre eigene Entfaltung schenkt. Der Trainer führt, in dem er hinterfragt – Handlungen, Leistungen, Lösungen. Er hinterfragt die einzelnen Spieler, das gesamte Team, ebenso wie sich selbst.

Der Trainer führt, in dem er handelt – gemäß klarer Werte und Regeln.

In Momenten des Erfolgs ebenso wie des Misserfolgs, gegenüber dem Leistungsträger ebenso wie dem gegenwärtigen Reservisten lebt er seine Rolle als Fixpunkt und als Orientierungsgröße für sein Team und seine Spieler. Zu jeder Zeit steht er im Fokus, dabei muss er nicht schauspielern oder sich verstellen.

Fordern, fördern, Orientierung schenken

Der Trainer beobachtet, analysiert und ordnet ein. Jeden seiner Spieler, in seinem ganz persönlichen Profil und in seinen individuellen Eigenarten. Stärken und Potentiale stehen im Mittelpunkt seiner Arbeit, um auf jeden Spieler und sein Team einwirken zu können.

Der Trainer agiert dabei flexibel, er fordert und provoziert, er kitzelt – ebenso ermutigt er, bestätigt und schenkt Sicherheit und Vertrauen.

Der Trainer erklärt, zeigt und schlägt vor – auf dem Feld, im sozialen Miteinander und auch außerhalb des Fußballspiels. Er liefert Orientierungspunkte für seine Akteure und ihre Entwicklung und ist so Ansprechpartner, Stütze, Begleiter und Kritiker in einer Person.

Gewinnen, verlieren, aufsteigen, absteigen?

Jeder Trainer will gewinnen, Erfolge erzielen, tolle Ergebnisse erreichen, vielleicht sogar liefern. Nachvollziehbar und auch immer ein Bestandteil dieses ergebnisbezogenen Sports. Und gleichzeitig muss es nicht die erste oder zweite Aufgabe sein, zu Ergebnissen zu gelangen. Sie kommen, sie helfen auch weiter – in der Entwicklung eines jeden Spielers und des gesamten Teams. Ergebnisse schaffen Freude, Bestätigung, Erleichterung und Vertrauen. Sie sind beschleunigend für jeden Prozess innerhalb eines Teams.

Und doch – sie zu erreichen, ist nicht die Hauptaufgabe, muss es nicht sein. Das Entwickeln und das Begleiten der eigenen Mannschaft nach logischen, nach nachhaltigen Ideen und Werten bringen so häufig passende Ergebnisse zustande. Ob also nun als helfender Papa, motivierter Profitrainer in spe oder ambitionierter Quereinsteiger – nicht alleine die Ergebnisse sind das Zeugnis der eigenen Trainerarbeit.

Aufgaben eines Fußballtrainers

Fußballtrainer bleiben – Entwicklung, Fortbildung, Lizenzen

Auch als Trainer ist die individuelle Entwicklung seiner Persönlichkeit und der eigenen Fähigkeiten für das erfolgreiche Wirken von wesentlicher Bedeutung.

 

Wir schauen genauer hin, welche Optionen sich bieten, welche Notwendigkeiten es offiziell gibt und wo vielleicht auch der Blick über den Tellerrand einmal lohnt.

Trainerlizenzen erwerben

Grundlegend – hier wiederum abhängig von der genauen Art der Trainertätigkeit bezogen auf Verein, Spielklasse, Altersstufe, etc. – ist das Erlangen und Erwerben von offiziellen Trainerlizenzen für jeden Trainer sinnvoll und zum Teil ebenso notwendig, um mittel- und langfristig der eigenen Aufgabe nachgehen zu können und sich kontinuierlich fortzubilden und zu entwickeln.

Lizenzmodell Fußballtrainer

Der Deutsche Fußball Bund hat hierzu ein erst vor kurzer Zeit angepasstes, innovatives Lizensierungsmodell entworfen, aus dem heraus sich jeder Trainer gemäß seinen Fähigkeiten, Kenntnissen und Erfahrungen qualifizieren kann. (Stand 02/2022) In diesem Zusammenhang sei angemerkt, dass ab einem gewissen Leistungsbereich bestimmte und offizielle DFB-Trainerlizenzen – beispielsweise die B-Lizenz – Voraussetzung für die Arbeit als Trainer oder als Trainerin sind. Ebenso ermöglicht nur der kontinuierliche, aufbauende Erwerb der einzelnen Lizenzen die eigene, stetige Entwicklung in höhere Spielklassen und zu leistungsstärkeren Vereinen und Aufgaben. An dieser Stelle sei auf die Homepage des DFB verwiesen.

Aktuelle Lizenzstufen & Aufgabenfelder von Fußballtrainern werden in dieser Ausgabe „Der Coach“ näher erläutert:

Fußballtrainer Magazin Coach

Fortbildungen besuchen

Neben diesen Trainerlizenzen sind separate Fortbildungen und Veranstaltungen geeignet und empfehlenswert, um orientiert an den eigenen Interessen und Vorlieben sein individuelles Trainerprofil auszubilden. Die einzelnen, regionalen Fußballverbände liefern hierbei ebenso ein interessantes Angebot wie auch externe Anbieter und Dienstleister. Die Bandbreite an Möglichkeiten ist groß, exemplarisch können Maßnahmen zu Konditionstraining, sportpsychologischer Unterstützung oder zu verschiedenen Lernstrategien im Kinder- und Jugendalter genannt werden. Jede gewählte Fortbildung unterstützt das eigene Profil und den Tiefgang des inhaltlichen Wirkens. Zum Teil – insbesondere bei der Abdeckung über die Fußballverbände – besteht die Möglichkeit der Lizenzverlängerung über die Anrechnung der Fortbildungsstunden.

Raus aus der Blase – Hospitationen

Hospitationen und Praktika – sowohl im eigenen Verein als auch in anderen Vereinen und in anderen Sportarten – schenken dem Trainer die Möglichkeit des Perspektivwechsels. Häufig fokussiert und geleitet von den eigenen Ideen, Routinen und Gewohnheiten ist es wiederkehrend interessant und befruchtend, zu erfahren, wie andere Vereine und andere Trainer in ihrer Trainings- und Spielpraxis vorgehen. So kann es gelingen, neue Sichtweisen zu entdecken, andere Ansatzpunkte zu finden oder auch die eigenen Ideen noch einmal weiter abzugrenzen und zu verfolgen. Regelmäßig, beispielsweise ein bis zweimal pro Saison, kann sich so ein wertvoller Pool der persönlichen Fortbildung und auch der Beziehungsarbeit ergeben.

Erfahren, Erleben, Wachsen

Die persönlichen Erfahrungen als Trainer sind für die eigene Entwicklung und Fortbildung wesentlich. Jede Trainingseinheit, jede Ansprache, jedes gecoachte Spiel hält Erfahrungswerte für den Trainer bereit, auf die er – bei entsprechender Reflexion seiner selbst – stetig zurückgreifen kann. Die Zeit, die der jeweilige Trainer in seiner Rolle wirkt, bedeutet entsprechend automatisch viel Raum und Gelegenheiten der Fortbildung und Entwicklung.

Dem gilt es ein Stück weit zu folgen und zu vertrauen. Zusätzlich unterstützt werden kann dieser Verlauf, in dem bewusst weitere Perspektivwechsel vorgenommen werden – neue Aufgaben, neue Reize, neue Herausforderungen.

Ein neues Team, eine andere Altersklasse oder auch ein neues Umfeld im Rahmen eines Vereinswechsels können den Trainer bewusst in seiner Entwicklung fördern und stärken. Mut zur Veränderung!

 Kommunikation Trainer und Spieler

Ein guter Trainer sein – wie genau, worum geht es, worauf kommt es an?

Authentisch sein.

Wie eingangs festgestellt, vereint die Vielzahl an Fußballtrainern auf den deutschen Fußballplätzen ebenso eine Vielzahl an Persönlichkeiten und Charakteren. Jedem einzelnen Trainer sollte es ein Anliegen und eine Aufgabe zugleich sein, dabei ehrlich, glaubhaft und offen seine eigene Rolle des Trainers auszufüllen – als man selbst, in direkter und authentischer Form.

Lebt der Trainer diese Vorstellung, lebt er sich in Training, Übungswahl, Coaching und Kommunikation, so transportiert er dies an sein Team, seine Spieler und Kollegen. Aufgesetztes, gespieltes Verhalten oder auch das Nacheifern bezogen auf einen (namhaften) Kollegen verschenken die ganz eigenen Stärken und Trainerpotentiale, wirken schnell unehrlich und nicht mehr nachvollziehbar.

Lernbereit sein.

Kein Trainer kommt als fertiger oder vollendeter Trainer auf die Fußballplätze dieser Welt. Trainingseinheiten, Spiele, Spielzeiten, Erfolge und Niederlagen, Gespräche und Eindrücke schaffen den Raum zum Trainer-Lernen. Jeder einzelne Spieler kann dem Trainer neue Ideen zeigen, neue Ansätze liefern. Das Studium anderer Teams, die Eindrücke aus Hospitationen, Fortbildungen und anderen Sportarten liefern die Möglichkeiten für das Trainerlernen. Ein guter Trainer lernt stetig, wer Trainer sein und bleiben mag, ebenso.

Im Kontakt mit den Menschen.

Wer Trainer ist, ist in seinen Rollen und Aufgaben so vielfältig. Wesentlich ist er dabei immer im Austausch und Kontakt mit Menschen – in führender, begleitender oder prägender Funktion. Der gute Trainer nimmt wahr, hört zu, ist offen für seine Mitmenschen. Er kann mit ihnen agieren, auf sie eingehen und den gemeinsamen Weg finden. Er trägt Aufmerksamkeit, Verständnis und Bewusstsein in sich. Der gute Trainer ist empathisch.

Kreativ sein.

Der gute Trainer entwickelt eigene Ideen, lässt sich inspirieren – aus den eigenen Erfahrungen heraus ebenso wie aus den Eindrücken seiner Spieler, seiner Kollegen und der Zeit. Ein guter Trainer findet die Notwendigkeiten der Anpassung und Veränderung – was bleibt, was wird in der neuen Spielzeit anders? Ein guter Trainer überrascht, sein Team, den Gegner, sich selbst. Er findet neue Wege, neue Ideen, um das Potential seiner Spieler, seines Teams und seiner selbst wieder und wieder zu fordern und optimal zu nutzen.

Schwierigkeiten eines Trainers – welche Herausforderungen können entstehen?

Kein Erfolg.

Niederlagen, viele Gegentore, die Tabelle wird erst gar nicht betrachtet. Der Trainer kennt diese Situation. Ähnlich wie bei der eigenen Zielsetzung – warum bin ich Trainer – gilt es stetig die Gründe und Ziele für das eigene Handeln und Wirken als Trainer zu betrachten. Der Ergebniserfolg ist ein mögliches Kriterium der eigenen Beurteilung, der Beurteilung des eigenen Teams oder auch bei der Bewertung Außenstehender bezüglich der Trainer-Arbeit.

Und doch müssen und sollten Ergebnisse und der entsprechende Ergebniserfolg nicht die vordergründige, die alleinige Motivation und Zielsetzung sein, um die eigene Aufgabe und das eigene Handeln nachzuvollziehen. Wie entwickeln sich einzelne Spieler? Wie verläuft der inhaltliche Prozess des Angreifens, des Verteidigens? Wie verhält sich das Zusammenspiel – nach vier Wochen, nach acht Wochen? Welche Spieler konnten weitere Eigenschaften entdecken und in ihr Spiel integrieren? Es gibt viele Ansatzpunkte für den Trainer – in seiner ganz klassischen Aufgabe. Aus ihnen ergeben sich positive Resultate – häufig und nachhaltig.

Keine Ideen.

Das Training ist immer wieder gleichartig, die gleichen Übungen, die gleichen Spiele. Das gleiche Coaching, dem Trainer fehlt es an Ideen, an Inspiration. Möglicherweise hilft der bewusste Austausch mit Kollegen, das Beobachten anderer Teams in Training und Spiel – durch den eigenen Perspektivwechsel gewinnt der Trainer Distanz und schafft Raum für neue Ideen und Ansätze. Auch „ein Schritt zurück“, in der Betrachtung der eigenen Spieler, der eigenen Wettkämpfe kann helfen. Heraus aus der Nähe des Geschehens, bewusst als Zuschauer und distanzierter Beobachter agieren und sehen: „Was passiert eigentlich?“.

Und dann: Ausprobieren! Ob als Neuling oder Quereinsteiger, ob in einer anderen Altersklasse oder in einem neuen Verein: Der Trainer darf lernen und erfahren – wie seine Spieler. In dem er testet, probiert, erkundet. Übungen, Maße, Abläufe und Methoden. Hieraus entstehen Ideen und Überzeugungen.

Hilfe – überfordert.

Alles wissen, alles können und auf alles eine Antwort haben. Nein, der Trainer ist kein Tausendsassa. Verbunden mit dem vormaligen Punkt kann ein Trainer beispielsweise auf eine Frage keine Antwort haben – es kann ihn glaubhaft wirken lassen, gemeinsam mit Spieler, Verantwortlichem oder Elternteil auf Lösungsfindung zu gehen.

Ein Trainer kann sehen, dass sein Co-Trainer in gewissen Tätigkeitsfeldern leichter agiert, mehr Vergnügen hat – er kann von ihm profitieren, ihn wirken lassen und mit ihm lernen. Kompetenzen ergänzen.

Der Trainer ist Mensch – mit Emotionen, Regungen, mit Fehlern oder zweitbesten Entscheidungen. Auch hier gilt: Offenheit, ehrliche Kommunikation und die Bereitschaft für sich selbst und mit sich selbst zu lernen.

Überforderung – in neuen Aufgaben, unbekannten Situationen oder der Vielzahl an Handlungs- und Entscheidungsmöglichkeiten kann dem Trainer begegnen. Mit der Zeit reifen die Erfahrungen, mit der Unterstützung des Teams und der Kollegen wachsen die Erlebnisse und Überzeugungen – ein natürlicher Prozess auch für den Trainer. 

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