Bänderriss im Sprunggelenk – 7 Tipps vom Profi

Der Bänderriss im Sprunggelenk gehört zu den häufigsten Verletzungen im Fußball. Er kann auf unterschiedliche Weisen entstehen und zieht eine Pause mit sich. Zum einen kommt es zu einem Bänderriss im Sprunggelenk durch den Kontakt mit einem Gegenspieler und zum anderen auch ohne gegnerische Einwirkung. Denn immer wieder knickt ein Spieler zum Beispiel nach einem Kopfball um, weil er einfach falsch gelandet ist. Wenn es dadurch zu einer Verletzung kommt, sollte direkt ein Arzt aufgesucht werden. Denn dieser kann den Fuss untersuchen und testen, ob es sich um eine Dehnung oder um einen Bänderriss handelt. Der folgende Text beschäftigt sich mit Letzteren und gibt sieben nützliche Tipps, die einem bei einer solchen Verletzung helfen können.

7 Tipss, wie du richtig mit einem Bänderriss im Sprunggelenk gehtWie sollte bei einem Bänderriss im Sprunggelenk vorgegangen werden?

Wer einen Bänderriss im Fussballtraining oder im Spiel erlitten hat, hat nicht selten sehr starke Schmerzen. Da ein Laie auch nicht ohne Weiteres erkennen kann, ob es sich vielleicht doch um eine Dehnung handelt, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Erst wenn dieser eine sichere Diagnose abgegeben hat, können die passenden Maßnahmen für eine gezielte Heilung eingeleitet werden. Denn eine Bänderdehnung im Sprunggelenk wird etwas anders behandelt als ein Bänderriss. In beiden Fällen ist der Fuss in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Zudem kann eine Bänderdehnung wie auch ein Bänderriss sehr schmerzhaft sein, muss aber nicht.

Bänderriss im Sprunggelenk: diese 7 Tipps vom Profi helfen

Die folgenden 7 Tipps sollen dir und deinen Spielern helfen, effektiv mit einem Bänderriss im Sprunggelenk umzugehen.

1. Tipp – Den Fuss hochlegen und ruhig stellen

Wer sich im Fussballtraining oder auch im Spiel am Knöchel verletzt, sollte diesen zunächst schonen und hochlegen. Denn dadurch wird verhindert, dass die Schwellung größer wird. In den Folgetagen wird das Sprunggelenk ruhig gestellt, damit die Bänder möglichst schnell wieder zusammenwachsen können. Je nachdem, wie schwer die stumpfe Verletzung am Gelenk ausfällt, kann es Sinn ergeben Unterarmgehstützen (Krücken) zu verwenden. Denn dadurch wird der Fuss geschont und die Last auf die Arme verteilt. Wenn seit dem Fussballtraining sehr starke Schmerzen vorhanden sind, können auch Schmerzmittel eingenommen werden. Allerdings sollte der Spieler hierzu mit seinem Hausarzt sprechen. Denn dieser kann passende Mittel verschreiben und zudem auch die Dosierung vorgeben.

Ein Bänderriss heilt nach frühestens sechs Wochen komplett ab. Damit dieser Vorgang bestens unterstützt wird, tragen viele Betroffene in dieser Zeit eine spezielle Schiene. Dieser verschreibt in der Regel der Orthopäde und stabilisiert das verletzte Sprunggelenk. Alle drei Bänder reißen nur sehr selten zur selben Zeit. In der Regel ist damit dann eine sehr schwere Verletzung verbunden, wie zum Beispiel ein Knöchelbruch. In einem solchen Fall kann unter Umständen auch eine Operation nötig sein. Daher ist es sehr wichtig, bei einer solchen Verletzung im Fussballtraining oder im Spiel direkt einen Arzt aufzusuchen. Dieser kann er erkennen, ob es eine Bänderdehnung oder doch eher ein Bänderriss ist und entscheidet dann, wie es weitergeht.

Wir haben auch Infos zu weiteren Verletzungen, die Fußballer häufig erleiden

2. Tipp – Rehabilitation

Ein Bänderriss am Sprunggelenk ist eine ernst zu nehmende Verletzung. Diese sollte immer richtig auskuriert werden. Denn wer zu schnell wieder ins Fussballtraining einsteigt, kann einen Rückfall erleiden. Daher sollte der Weg zurück gut geplant und vor allem ideal vorbereitet werden. Nach der oben beschriebenen Ruhigstellung wurde einige Wochen kein Sport getrieben. Das gilt es immer zu beachten. Denn der Körper braucht erst eine gewisse Zeit, um sich wieder an die Belastung heranzutasten. Eventuell ist das Außenband oder das Innenband auch noch etwas unsicher.

Daher sollte am Anfang nur kurzes und vorsichtiges Lauftraining erfolgen. Mit der Zeit wird sich das Sprunggelenk immer besser anfühlen und auch wieder besser funktionieren. Am Anfang kann es aber immer auch sein, dass leichte Schmerzen am Außenband oder Innenband auftreten. Lassen diese auch nicht nach einigen Einheiten nach, sollte erneut ein Arzt aufgesucht werden. Eventuell ist hierbei auch ein Physiotherapeut der richtige Ansprechpartner. Denn er kann dem Spieler einige Übungen beibringen, die er in der Aufbauphase anwenden kann. Grundsätzlich sollte aber erst wieder gelaufen werden, wenn die Schwellung komplett abgeheilt ist.

In unseren Artikeln zum Thema Innenbandriss und Außenbandriss, erfährst du, worauf du bei einer solchen Verletzung explizit achten solltest!

3. Tipp – Prävention verhindert Rückfall

Wie bereits erwähnt, sollte nie zu schnell wieder mit dem Fussballtraining nach einem Bänderriss begonnen werden. Denn sonst kann es schnell zu einem Rückfall kommen, der ein Comeback in weite Ferne rückt. Um das zu vermeiden, sollte der Sportler immer regelmäßig bestimmte Übungen durchführen, um sein Sprunggelenk zu stärken. Das ist generell eine gute Sache, die auch von gesunden Spielern ernst genommen werden sollte. So sind sich die Experten einig, dass ein Training dreimal in der Woche für zehn Minuten das Verletzungsrisiko deutlich verringert. Um eine Überbeanspruchung nach einem Bänderriss zu vermeiden, kann die folgende Übung sehr praktisch sein:

Mit dieser Übung stärkst du dein Sprunggelenk

Zunächst stellt sich der Sportler mit dem Rücken in einem Abstand von ungefähr 30 Zentimeter vor eine Wand. Seine Füße sollten sich nun senkrecht unter seinen Hüften befinden. Dann lehnt er sich langsam zurück, bis sein Po wie auch sein Rücken die Wand berühren. Er beugt seine Sprunggelenke und zieht dabei seine Zehen so weit es geht nach oben. Wichtig ist, dass das Gewicht dabei stets auf den Fersen bleibt. Nun senkt der Sportler seine Zehen wieder nach unten, bis sie nahezu den Boden berühren. Dabei muss er immer die Spannung halten und die Bewegung dann 15 bis 20 Mal wiederholen. Wer diese Übung regelmäßig durchführt, kann seine Sprunggelenke stärken und ist dadurch auch besser vor Verletzungen geschützt, wie auch vor Bänderdehnungen und Bänderrissen.

Folgende Übungen eignen sich ebenfalls sehr gut dafür, um das Sprunggelenk zu stärken:

4. Tipp – Mehrere Meinungen einholen

Leider schlagen sehr viele Orthopäden und Chirurgen bei diversen Verletzungen eine Operation vor. Diese sollte aber nur dann durchgeführt werden, wenn nichts anderes mehr hilft. Daher sollte sich der Sportler mehrere Meinungen einholen, bevor er sich unter das Messer legt. Sind auch die anderen Ärzte der Meinung, dass die Operation notwendig ist, sollte sie durchgeführt werden. Das kann zum Beispiel dann der Fall sein, wenn auch die Knochen oder Knorpel verletzt sind. Denn dann müssen die Bänder eventuell genäht werden.

Kennst Du schon unser Trainingsplan-Tool?

5. Tipp – Heilung am Gelenk mit einfachen Maßnahmen unterstützen

Auch in der Zeit, in der der Fuß geschont werden sollte, kann der Spieler den Heilungsprozess unterstützen. So kann er zum Beispiel Arnika Globuli einnehmen oder das Sprunggelenk mit heilenden und kühlenden Salben einreiben, wie zum Beispiel mit Pferdesalbe oder dem sogenannten Allgäuer Latschenkiefer. Diese Mittel sind in der Apotheke oder in Drogeriemärkten erhältlich.

Darüber hinaus ergibt es Sinn, die Wadenmuskulatur mit einer sogenannten Blackroll oder mit einem Blackball zu lockern. Denn wer wochenlang in Schonhaltung und mit Krücken geht und sich sonst nur sehr wenig bewegt, bekommt schnell Verspannungen, Krämpfe oder verklebte Muskelpartien. Auch das kann sehr schmerzhaft sein und lässt sich durch die praktischen Hilfsmittel vermeiden.

6. Tipp – Erste-Hilfe-Maßnahmen bei einem Bänderriss

Wer im Fussball umknickt oder sich auf eine andere Weise am Sprunggelenk verletzt, sollte möglichst schnell einen Arzt aufsuchen. Da hierbei einige Minuten oder sogar Stunden vergehen können, sollte er in der Zwischenzeit die sogenannte PECH-Regel beachten:

  • P: Pausieren
  • E: Eis (den Fuss mit einem Coolpad oder Eiswürfeln kühlen)
  • C: Compression (einen Verband anlegen)
  • H: Hochlagern (den Fuss auf Herzhöhe lagern, damit die Schwellung nicht immer mehr anwächst)

Beim Kühlen sollte darauf geachtet werden, dass das Coolpad oder die Eiswürfel nicht direkt auf die Haut gelegt werden. Denn sonst kann schnell eine Erfrierung entstehen. Besser ist es daher, ein Tuch unterzulegen.

Tipp 7 – Schonzeit: Wann kann ich den Fuss wieder voll belasten?

Der Fuss und die Bänder sollten nach Verletzungen generell erst wieder voll belastet werden, wenn der Bereich nicht mehr schmerzt und auch keine Schwellung mehr vorhanden ist. Zudem werden am besten, wie oben beschrieben, erst einige Laufeinheiten absolviert. Gelingen auch diese ohne Probleme, kann der Spieler dann auch irgendwann wieder am Mannschaftstraining teilnehmen. Allerdings ist auch hierbei erst noch Vorsicht geboten. So sollten Pressschläge und andere sehr potenziell gefährliche Aktionen zunächst noch vermieden werden.

Denn viele Spieler fühlen sich nach Verletzungen noch unsicher und gehen dann nur halbherzig in einen Zweikampf, um sich nicht erneut zu verletzen. Doch genau das ist die Gefahr. Daher sollten die Mannschaftskollegen am Anfang noch vorsichtig mit ihrem Kollegen umgehen. An einem Spiel sollte dieser erst wieder teilnehmen, wenn er sich komplett sicher fühlt und die Bänder keine Probleme mehr machen.

Fazit

Ein Bänderriss ist ein Fussball eine sehr häufige Verletzung. Sie kann auch durchaus schmerzhaft sein. Doch wenn die passenden Maßnahmen durchgeführt werden, kann der Spieler in der Regel nach sechs bis acht Wochen wieder am Mannschaftstraining teilnehmen.

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